Oft haben Abstürze von Kleinflugzeugen mit dem Piloten oder der Pilotin selbst zu tun, mit einer falschen Entscheidung zum Wetter, mit einer falschen Treibstoff-Kalkulation oder mit einem Strömungsabriss in geringer Höhe. Dennoch wird die allgemeine Luftfahrt immer sicherer: Laut der US-Luftfahrtbehörde FAA war 2024 das Jahr mit der niedrigsten Rate tödlicher Unfälle in der General Aviation. Ende Mai 2026 verhinderte ein Fluglehrer in der Nähe von Rochester im US-Bundesstaat New York einen möglicherweise tödlichen Unfall.
Fluglehrer Scott Murphy startete am 28. Mai mit einem jungen Flugschüler in einer Cessna 172 S zu dessen erstem Trainingsflug. In 3500 Fuß (1067 Meter) Höhe nahm Murphy plötzlich einen Brandgeruch wahr. Der Fluglehrer, der zuvor fast zwanzig Jahre als Dieselmechaniker gearbeitet hatte, sagte später, er wisse, wie durchgebrannte Elektrik rieche - und genau so habe es gerochen. Allerdings zeigte ein Blick auf die Instrumente nichts Ungewöhnliches, keinen Temperatur- oder Druckanstieg, keine aktive Warnleuchte.
Keine Warnung durch Instrumente, aber Pilot reagiert richtig
Doch der Geruch blieb. Kurz danach zog leichter Dunst ins Cockpit des einmotorigen Flugzeugs mit der Kennung N225RA, erinnert sich Murphy im Gespräch mit Lokalzeitungen. Er übernahm die Steuerung und hielt Ausschau nach einer Landemöglichkeit. Er meldete der Flugsicherung einen Notfall. Zugleich nahm aber die Leistung des Flugzeugs ab.
«Als es schlimmer wurde, spürte ich Vibrationen im Flugzeug, als ob etwas mit dem Triebwerk nicht stimmte», so Murphy. «Da wurde mir klar, dass es sich nicht mehr um ein elektrisches Problem handelte – zumindest ging ich davon aus.»
«Dann war die Windschutzscheibe voller Öl»
Der Fluglehrer entschied sich für eine Landung am Flughafen Ledgedale. Während er schon im Landeanflug war, spitzte sich die Situation zu. «Ich hörte ein lautes Knallen und Krachen, und dann war die Windschutzscheibe voller Öl», so Murphy. Damit konnten weder er noch sein Schüler im Endanflug noch durch die Cockpitscheibe sehen. Die Landung führte der Fluglehrer daher anhand der Orientierungspunkte am Rand der Landebahn durch.
Die Landung glückte, Schüler und Lehrer blieben unverletzt. Erst nach der Landung wurde ihnen bewusst, was passiert war. «Ich merkte erst Minuten später, dass der Propeller fehlte», so der Fluglehrer. Der Propeller wurde fast intakt in einem Garten in der Umgebung gefunden. Die FAA (Federal Aviation Administration) hat eine Untersuchung angeordnet.
Sehen Sie im folgenden Video auch eine erste Analyse des Unfalls vom Air Safety Institute der Aircraft Owners and Pilots Association:
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