Sie fliegen und fliegen und fliegen, und das weltweit. 1955 brachte Cessna zwei echte Dauerbrenner auf den Markt: die Cessna 172 Skyhawk und die 182 Skylane. Heute zählen diese Kolbenmotorflugzeuge zu den meistgebauten Flugzeugen der Welt. Gegen Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des neuen Jahrtausends erweiterten die Cessna Turbo Stationair HD und die 182 Turbo Skylane die Modellpalette.
Und Cessna beziehungsweise das heutige Mutterunternehmen Textron Aviation modernisieren die Flugzeuge regelmäßig. Während die letzten Neuerungen eher dem Komfort dienten, sind die in der vergangenen Woche vorgestellten Updates technische Neuerungen der Flugzeuge. Alle vier Modelle bekommen eine neue Avionik, also die Technik, die in Flugzeugen für Navigation, Kommunikation und Steuerung sorgt, sowie ein modernes Doppel-Elektronik-Zündungssystem.
System schlägt optimalen Gleitweg vor
Cessna stattet seine Flugzeuge mit verschiedenen Varianten des Garmin G1000 NXI aus. Statt zahlreicher einzelner Knöpfe, Hebel und analoger Anzeigen gibt es künftig ein großes, klares Display, ähnlich einem hochwertigen Navigationssystem im Auto. Das System vereinfacht und erhöht die Sicherheit beim Fliegen: Es warnt Piloten beispielsweise vor sich nähernden Flugzeugen oder aufziehendem Schlechterwetter.
Besonders praktisch ist die neue Funktion «Garmin Smart Glide». Fällt der Motor aus, schlägt das System automatisch den optimalen Gleitweg vor, um sicher zu landen. Neu ist auch die Funktion «Remote Wake». Damit kann die Pilotin oder der Pilot die Avionik des Flugzeugs schon von außen einschalten, um vor dem Start die Flugroute einzugeben oder Wartungsdaten zu prüfen, ohne im Flugzeug sitzen zu müssen.
Redundantes System für Kleinflugzeuge
Neben der Technik im Cockpit bekommen die Modelle auch alle ein Doppel-Elektronikzündungssystem (Dual EIS) des Motorherstellers Lycoming. Ein Zündungssystem im Motor eines Flugzeugs hat die Aufgabe, das Luft-Kraftstoff-Gemisch in den Zylindern des Motors zu zünden. Beim Dual-EIS gibt es zwei völlig unabhängige Zündkreise. Das bedeutet, dass jeder Zylinder nicht nur eine, sondern zwei Zündkerzen hat, also eine für jeden Zündkreis. Beide Kreise arbeiten gleichzeitig, aber komplett getrennt voneinander. So kann einer den anderen sofort ersetzen, falls ein Problem auftritt.
Die Steuerung des Systems ist voll elektronisch. Sensoren messen ständig wichtige Motorwerte wie Drehzahl, Temperatur und Druck. Basierend auf diesen Daten passt das System den Zündzeitpunkt automatisch an, um die Verbrennung optimal zu gestalten. Das sorgt für eine bessere Motorleistung und spart sogar Sprit. Ein weiterer Vorteil: Da es keine beweglichen Teile gibt, verschleißt das System kaum und hält viel länger als ältere mechanische Magnetzünder.
Flugschulen wollen moderne Technik
Die US-Luftfahrtbehörde FAA und die europäische Easa fordern immer häufiger redundante Systeme, um die Sicherheit in der Luftfahrt weiter zu erhöhen. Gleichzeitig steigt bei Privatpersonen und Flugschulen die Nachfrage nach moderner, wartungsarmer Technik. Cessna kündigt an, dass alle Neuerungen noch in diesem Jahr oder ab kommenden Frühjahr verfügbar sein werden.
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