Flugzeuge beim Taxiing: Am Boden ist viel Konzentration gefragt.

Zum Rollen ist Erfahrung nötig

«Warum steuert am Boden immer der Kapitän das Flugzeug?», fragt aeroTELEGRAPH-Leser Jens Lucke. Ein Linienpilot antwortet ihm.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Es ist tatsächlich bei den meisten Fluggesellschaften Standard, dass der Kapitän das Flugzeug am Boden steuert. Dies hat jedoch keine rechtlichen Gründe. Im Grunde darf auch der Kopilot den Flieger am Boden steuern.

Die Regelungen über die Arbeitsaufteilung schlagen die Hersteller der Flugzeuge vor. Sie lassen dabei aber gewisse Spielräume. Die einzelnen Airlines übernehmen diese zu weiten Teilen und nehmen je nach Firmenkultur gewisse Anpassungen in den Abläufen und Verfahren vor.

Verantwortung über das Flugzeug

In der Luft gibt es immer die Arbeitsteilung flying/non flying pilot und da ist es auch immer abwechselnd zwischen Pilot und Kopilot aufgeteilt. Diese Aufteilung gibt es am Boden nicht. Bei den meisten großen Airlines gilt dann: Der Kapitän rollt, der Kopilot macht den Funk und die Checklistenarbeit. Dies Aufteilung müsste nicht zwingend so übernommen werden, irgendeine Aufteilung muss es aber geben.

Und sie macht auch schon Sinn: Der Kapitän hat die Hauptverantwortung über das Flugzeug. Er ist also auch der Verantwortliche, wenn es zu einem Zusammenstoß kommen würde. Außerdem hat er in den meisten Fällen mehr Erfahrung und kann so besser die Übersicht auf dem Flugplatz behalten.

Erfahrung nötig

Gerade auf großen Flughäfen ist das zum Teil sehr schwierig. Man muss bei dem ganzen Verkehr wissen, auf welchen Rollwegen und vor oder hinter welchen Flugzeugen man jetzt zu seiner Parkposition rollen darf. Die Verantwortung und die Arbeitsbelastung ist also auch am Boden enorm hoch, und es bleibt meistens weniger Zeit um zu agieren oder reagieren. Da finde ich es schon sinnvoll, dass der Kapitän auch selber rollt.

Während der Ansagen an die Passagiere wird dann das Steuer an den Kopiloten übergeben, somit steuert auch der gelegentlich das Flugzeug am Boden. Damit ein Kopilot Erfahrung sammeln kann, kommt es auch vor dass er zum Üben nach der Landung selber bis ans Dock das steuert und das Flugzeug parkt. Des Weiteren wird das Rollen auch im Simulator geübt - jedoch nur bedingt realistisch.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

Mehr zum Thema

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Wie nutzen sich Reifen ab? Und kann man etwas dagegen tun?

Flugzeuge am Himmel: Kollisionen gilt es zu vermeiden.

Wie man Kollisionen vermeidet

Jedes Licht hat einen anderen Zweck - doch alle sind wichtig.

Was welches Licht bedeutet

Piloten im Cockpit: Vor dem Flug noch die letzten Entscheidungen treffen.

Wie man die Flugzeit berechnet

Video

Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 747-8 von Lufthansa: Am 10.Oktober wäre es fast zu einem Tailstrike in Los Angeles gekommen.
Eine Boeing 747-8 von Lufthansa musste in Los Angeles durchstarten. Dabei kam das Heck des Jumbo-Jets der Piste bedenklich nahe.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Szene aus «111 - Echoes from Halifax»: Der Film zeigt die Tragödie anhand menschlicher Schicksale nach.
Anne Walser ist Produzentin des Kinofilms «111- Echoes from Halifax». Im Interview erklärt sie, weshalb das Thema Absturz von Swissair-Flug SR111 auch nach mehr als 25 Jahren noch aktuell ist, wieso sie bewusst auf einen Katastrophenfilm verzichtete und wie sich das Team vorbereitete.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin