Jedes Licht hat einen anderen Zweck - doch alle sind wichtig.

Navigation Lights vs. Strobe LightsWas welches Licht bedeutet

«Was heißt es, wenn bei Flugzeugen das Licht ständig leuchtet? Normal blinken die doch, oder?», fragt Leser Andreas Zeitzschel. Ein Linienpilot antwortet.

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Luftfahrt

Am Flugzeug gibt es verschiedenste Lichter. Manche von ihnen blinken, andere leuchten einfach ständig. Die sogenannten Navigation Lights (zu deutsch: Positionslichter) leuchten zum Beispiel ständig. Sie befinden sich an der Flügelspitze sowie am Heck: Ein grünes Licht in Flugrichtung rechts am Flügel, ein rotes auf der linken Seite und ein weißes am Rumpf erleichtern es dem Piloten, die Flugrichtung und Position eines anderen Flugzeuges zu beurteilen.

Dann gibt es das sogenannte Strobe Light. Auch diese Lichter befinden sich zumeist an den Flügelspitzen und dienen der Kollisionsvermeidung. Es handelt sich um ein sehr starkes weißes Blitzlicht, welches für gewöhnlich erst beim Start eingeschaltet wird und den ganzen Flug lang an bleibt. Interessant dabei: Während bei Airbus das Strobe zweimal kurz nacheinander blitzt tut es dies bei Boeing nur einmal. So lassen sich die Jets der beiden Hersteller im Dunkeln leicht unterscheiden.

Die Bodenmitarbeiter alarmieren

Es gibt noch ein weiteres «Blitzlicht»: Das sogenannte Beacon. Bei Verkehrsflugzeugen gibt es meist eines oben auf dem Rumpf und eines unten am Rumpf. Dieses rote Blinklicht alarmiert die Bodenmitarbeiter, dass in Kürze die Triebwerke gestartet werden. Sie müssen sich dann aus der Gefahrenzone begeben. Wir schalten dieses Licht an, sobald wir die Freigabe zum Triebwerkstart bekommen und wieder aus, nachdem das letzte Triebwerk heruntergefahren ist.

Die wichtigsten Lichter für uns Piloten sind aber andere: Die Landing Lights sowie Taxi Lights. Sie helfen uns, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Taxi Lichter ermöglichen uns bei Nacht und Dunkelheit am Boden etwas zu erkennen – vergleichbar mit den Scheinwerfern im Auto befinden sich diese Lichter am vorderen Fahrwerk.

Unser Fernlicht

Die Landing Lights sind dann sozusagen das Fernlicht. Wesentlich stärker in der Intensität befinden sich diese Lichter meist an den Flügeln selbst und leuchten einen Teil der Piste bei der Landung aus. Sie ermöglichen uns Piloten also selbst bei vollkommener Dunkelheit genug zu erkennen, um zu landen.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

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