Triebwerke können zu einer ziemlichen Lärmbelastung für die Piloten führen.

Wie man sich vor dem Lärm schützt

«Wie ertragen Piloten eigentlich den Lärm im Cockpit?», fragt aeroTELEGRAPH-Leser Marco Strufaldi. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Es ist wohl in jedem Cockpit laut. Die Frage ist eher, wie laut? Am lautesten sind wohl die Cockpits der Propeller- oder Turbopropflugzeuge. Das sagen zumindest Kollegen, die diese Typen fliegen. Bei Airbus-Typen ist der Cockpit-Lärmpegel sehr unterschiedlich. Je näher die Triebwerke beim Cockpit sind, desto lauter ist es. Ein A-319 ist somit um einiges lauter als ein A-321 oder ein A-330. Zudem kommt es auf das Baujahr des Airbus an. Ein neuer A-320 ist beispielsweise viel leiser als ein älterer. Denn die neue Version ist besser isoliert und hat intelligentere Ventilationssysteme. Das Fliegen wird daher mit neuen Fliegern um ein Vielfaches angenehmer.

Ich habe selbst einmal gemessen: Der Lärmpegel in einem A-320-Cockpit liegt zwischen 78-88 Dezibel. Beim Start ist er sehr hoch. Im Reiseflug dann sinkt er wieder, da der Luftdruck sinkt. Wenn 88 Dezibel Lärm mehr als vier Stunden auf das Gehör wirken, kann man sogar mit Gehörschäden rechnen. Davon sind wir Piloten zwar noch entfernt, aber vorsichtig müssen wir schon sein. Die Unfallversicherer schreiben oft vor, dass der Arbeitgeber schon bei einer Lärmbelastung von über 85 Dezibel an einzelnen Tagen einen Hörschutz zur Verfügung stellen muss.

Gehörschutz

Die Piloten werden je nach Airlines mit verschiedenem Material ausgerüstet. Es gibt Piloten, welche nur mit Active-Noise Headsets fliegen. Das sind Kopfhörer, welche den Lärm wegfiltern. Das Kommunizieren im Cockpit geschieht dann übers Interphone – also auch via Kopfhörer. Bei anderen Airlines wird das Thema vernachlässigt. Piloten fliegen ohne Gehörschutz und müssen dementsprechend die Lautstärke des Funk stark aufdrehen.

Trotzdem kaufen sich viele Piloten auf eigene Kosten einen Gehörschutz mit einem speziellem Filter. Mit diesem versteht man den Funk zwar noch, die Triebwerkgeräusche stören aber nicht so. Ein Gehörschutz ist im Cockpit eigentlich angebracht. Es gab Studien, die beweisen, dass Piloten durch den Lärm viel schneller Müde und gereizt werden. Dadurch nimmt die Fehlerquelle zu. Auch ich trage deshalb ab und zu einen Gehörschutz.

[image2]Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com. Jede Woche wird eine der eingesandten Fragen beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.



Mehr zum Thema

Peter Glade, Chief Commercial Officer bei TUI Airline

«Zwischen Cockpitmagie und Klapptisch-Manöver – unterwegs im Flieger»

ticker-faa

USA geben Airlines ein Jahr mehr Zeit für Einführung von zweiter Cockpitschranke

Blick aus dem Cockpit: Das Herz des Flugzeuges soll besser geschützt werden.

Pilotinnen und Piloten wollen mehr Schutz – Airlines mehr Zeit

Patrick Heinrich, Pilot Aero-Dienst und Founder SkyEQ

«Zwischen Cockpit und Codezeilen – ein Pilot mit Leidenschaft und einer App»

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies