Boeing 787-9: Lufthansa hat noch keine, aber beweist Vertrauen in das Modell.

Lufthansa-Order umso wichtigerZweiter Leasingsriese schießt gegen Boeing

Nach Avolon äußert sich mit Air Lease eine zweite große Leasingfirma kritisch über Boeing. Lufthansas Order kommt für den Hersteller daher zur richtigen Zeit.

Top-Jobs

Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs

Manche Auftragsankündigungen sind für Flugzeughersteller besonders wertvoll. Und das nicht aufgrund ihres Umfangs. Manchmal ist es die Mischung aus dem Zeitpunkt und dem Namen des Kunden, die sie so wichtig machen.

Als 2019 der damalige IAG-Chef Willie Walsh auf der Paris Air Show eine Absichtserklärung zum Kauf von über 200 Boeing 737 Max unterzeichnete, war das so ein Moment. Es war ein Vertrauensbeweis eines wichtigen Luftfahrtkonzerns mitten in der Max-Krise. Aus der Absicht wurde freilich bis heute nichts.

Avolon-Chef stellt Boeing-Führung infrage

Und auch Lufthansas Bestellung vom Montagabend (9. Mai) scheint solch ein besonders wichtiger Auftrag zu sein. Der deutsche Luftfahrtkonzern orderte weitere sieben Boeing 787-9, sieben 777X-Frachter sowie zwei weitere 777-F-Cargojets. Dies in einer Zeit, in der Boeing viele negative News zu verkünden hatte.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich Domhnal Slattery, Chef des Leasingriesens Avolon, sehr kritisch über den Flugzeugbauer geäußert. Eine mangelhafte Unternehmenskultur habe bei Boeing zu Mängeln in der Produktion geführt, so der Herr über mehr als 500 Flugzeuge. Boeing verbrenne Geld und müsse seine Relevanz auf dem Markt «grundlegend neu definieren». Das erfordere «eine neue Vision und vielleicht eine neue Führung», so Slattery.

Auch Udvar-Házy kritisiert Boeing

Nur Stunden vor Lufthansas Order - und von ihr durchaus überdeckt - feuerte ein zweiter Leasing-Chef gegen Boeing. Steve Udvar-Házy, Co-Chef von Air Lease Corporation ALC, sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters auf einer Konferenz über die verspätete Boeing 777X: «Die Entscheidung, ob das Programm fortgesetzt wird oder nicht, wird wahrscheinlich ohnehin nicht von diesem Vorstand getroffen.»

Damit stellte Udvar-Házy in nur einem Satz infrage, ob die 777X wirklich jemals ausgeliefert wird und wie lange Boeings Chefetage noch im Amt bleibt. Auch über den immer noch andauernden Lieferstopp der Boeing 787 zeigte sich der ALC-Chef frustriert.

Lufthansas Order umso wichtiger

ALC hat keine Boeing 777X bestellt. Sie entschied sich auch gegen die Frachtvariante 777-8 F, die Lufthansa nun wählte, und stattdessen für sieben A350 F. Von der Passagierversion des A350 hat sie 18 A350-900 bestellt, davon zwölf bereits erhalten, sowie acht A350-1000, davon sechs schon erhalten. Außerdem hat ALC noch offene Langstreckenjet-Orders über sieben Boeing 787-9 und 17 Boeing 787-10. Erhalten hat sie schon dreißig Dreamliner.

Dass sich gleich zwei große Leasingfirmen sich so kritisch über einen Flugzeugbauer und dessen Führung äußern, ist durchaus ungewöhnlich und alarmierend für Boeing. Die Unternehmen mit Hunderten Fliegern sind wichtige Kunden für die großen Hersteller. Lufthansas Order als Vertrauensbeweis kam daher zum richtigen Zeitpunkt.

Finanzielles Entgegenkommen

Das von Avolon-Chef Slattery kritisierte Geld-Verbrennen dürfte Boeing mit der prestigeträchtigen Bestellung aus Deutschland dagegen nicht stoppen. Zwar trägt der Auftrag kein offizielles Preisschild. Doch weniger Tage vor der Order hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit Blick auf die Verspätungen bei 787 und 777X gesagt: «Gehen Sie davon aus, dass wir uns unsere Geduld bezahlen lassen.» Verzögerungen würden immer umgerechnet «in ein wie auch immer geartetes finanzielles Entgegenkommen», so Spohr.

Mehr zum Thema

Boeing 777-8 F für Lufthansa: So soll sie aussehen.

Lufthansa bestellt Boeing-777X-Frachter und mehr 787-9

Boeing 777-9: Sammelt immer mehr Verspätungen ein.

Boeing liefert 777-9 erst ab 2025 und pausiert Produktion

Boeing 787: Das Warten geht weiter.

Boeing liefert 787 wohl frühestens im Juli wieder aus

ticker-lufthansa

Lufthansa fliegt im Sommer 2026 wieder von München nach Jersey

Video

Erster Being 737-800 Kombifrachter: Air Inuit hat das Flugzeug am 13. Januar in den Liniendienst aufgenommen.
Fast fünfzig Jahre prägten röhrende 737-200 C den Alltag im Norden Québecs. Jetzt hebt erstmals eine Boeing 737-800 Kombi für Air Inuit ab – mit 90 Sitzen, Palettenfracht und als Weltpremiere.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
In Los Angeles tauchte erstmals seit Langem wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies