Flügelspitzer der Boeing 777X: Der Konzern hat viele Probleme.

Kritik von Leasingriese Avolon«Boeing verbrennt Geld in nie dagewesenem Ausmaß»

Ein großer Kunde geht mit dem Flugzeugbauer hart ins Gericht: Boeing sei vom Weg abgekommen und brauche womöglich eine neue Führung, sagt der Chef von Avolon.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Das Management von Boeing ist wahrlich nicht zu beneiden. Die 737 Max ist zwar fast überall auf der Welt wieder zugelassen worden. Doch die Probleme des Konzerns wurden derweil nicht kleiner. Er kann noch immer keine Dreamliner ausliefern, hat zudem Schwierigkeiten, die Zertifizierung der 737 Max 10 zeitnah zu schaffen, und bei der 777X musste er eben erst eine neue Verzögerung bekannt geben.

Ein großer Kunde findet für den aktuellen Zustand des amerikanischen Flugzeugbauers klare Worte. «Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Boeing vom Weg abgekommen ist», sagte Domhnal Slattery gemäß der Nachrichtenagentur Reuters kürzlich auf einer Konferenz. Slattery ist Chef von Avolon, mit einem Bestand von 540 Flugzeugen drittgrößter Leasinggeber der Welt.

Fehlerhafte Unternehmenskultur

«Boeing hat eine lange Geschichte. Sie bauen großartige Flugzeuge», so Slattery. Aber man sage, dass die Unternehmenskultur die Strategie zum Frühstück verspeise. «Genau das ist bei Boeing passiert», so der Avolon-Chef. Die Folge der mangelhaften Unternehmenskultur habe zu Mängeln in der Produktion geführt, die nun teuer korrigiert werden müssten. Die Folge sei brutal, so Slattery: «Sie verbrennen Geld in einem noch nie dagewesenem Ausmaß.»

Slattery findet, dass Boeing seine Relevanz auf dem Markt «grundlegend neu definieren» müsse. Das erfordere «eine neue Vision und vielleicht eine neue Führung», so der Avolon-Chef. Die Leasingfirma besitzt 169 Boeing-Jets. Offene Bestellungen beim amerikanischen Hersteller hat sie noch 31, alle für 737 Max. Während der Corona-Krise hatte sie eine Order über 75 Exemplare der Boeing 737 Max annulliert.

Immer neue Probleme bei Boeing

Während der 737-Max-Krise war der frühere Boeing-Chef Dennis Muilenburg zurückgetreten und der Finanzmanager David Calhoun übernahm das Steuer bei Boeing. Er schaffte es, die Kommunikation massiv zu verbessern und das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen. Aber immer wieder neue Probleme machen ihm zu schaffen. Immerhin ist Slattery langfristig zuversichtlich, wie Reuters ihn zitiert: «Ich bin zuversichtlich, dass sie eine Lösung finden werden.»

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo in Avolon-Farben: Das Unternehme hat nur zehn Flieger in Russland.

Warum Avolon in Russland mit «Kopfweh statt Migräne» davonkommt

Boeing 777-9: Sammelt immer mehr Verspätungen ein.

Boeing liefert 777-9 erst ab 2025 und pausiert Produktion

A320 Neo in KLM-Farben: Die Airline wechselt den Hersteller.

Darum wählte KLM A320 Neo und nicht Boeing 737 Max

ticker-boeing-1

Sturm lässt Teil einer Wand des Boeing-Werks in Wichita einstürzen

Video

Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Herabfallende Deckenverkleidung: Die passagiere waren in Panik.
Kurz nach dem Start in Mashhad geriet eine Boeing 737 von Sepehran Airlines in Schwierigkeiten. Videos zeigen heftige Vibrationen, durch die sich große Teile der Deckenverkleidung lösten und in den Gang fielen. Die Crew erklärte eine Luftnotlage und kehrte zum Flughafen zurück.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Mann auf dem Vorfeld in Paris: Mitarbeitende des Airports konnten ihn stoppen.
Ein Mann ist am Flughafen Paris-Charles de Gaulle offenbar durch die Sicherheitsbarrieren gelangt und bis aufs Vorfeld vorgedrungen. Flughafenmitarbeiter verfolgten ihn mit einem Dienstfahrzeug und konnten ihn stoppen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg