Gefahr für TriebwerkeWo Kaffee und Cola im A350-Cockpit nun tabu sind

Airbus und die europäische Luftfahrtbehörde Easa nehmen die Gefahr durch verschüttete Getränke im Cockpit des A350 sehr ernst. Es gibt nun verbotene Bereiche und strikte Anweisungen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Ein Triebwerk fällt durch verschütteten Tee aus - was im ersten Moment etwas absurd klingt, kann offenbar wirklich passieren. Ende Januar wurde bekannt, dass Airbus zwei Motorenpannen untersucht, bei denen A350-Piloten Getränke auf der Mittelkonsole im Cockpit verschütteten. In beiden Fällen fiel einige Zeit später eines der Triebwerke aus.

Vor diesem Hintergrund hat die europäische Luftfahrtbehörde Easa am Mittwoch (5. Februar) eine dringliche Lufttüchtigkeitsanweisung für den A350 veröffentlicht, die am 7. Februar in Kraft tritt. Darin heißt es, bei den beiden Vorfällen hätten Piloten versehentlich Flüssigkeit über wichtige Bereiche der Mittelkonsole verschüttet.

Flüge von Delta und Asiana

Zum einen waren die Bedienelemente zum Start der Triebwerke betroffen, genannt ENG START. Zum anderen traf Flüssigkeit das ECP (ECAM Control Panel). ECAM steht für Electronic Centralized Aircraft Monitoring. Dieses Steuerfeld enthält verschiedene Bedienelemente, auch im Zusammenhang mit den Triebwerken, und ist mit Bildschirmen verbunden.

Bei beiden Vorfällen gelang es den Piloten nicht, das jeweils ausgefallene Triebwerk neu zu starten. Sie landeten ihre Flieger sicher an Ausweichflughäfen. Gegenüber aeroTELEGRAPH bestätigte Airbus, dass es sich um Flüge von Delta und Asiana handelte.

Das sind die verbotenen Bereiche

In der Anweisung der Easa heißt es, erste Untersuchungsergebnisse wiesen hin auf «einen abnormalen Betrieb der Komponenten des ENG START Panels oder des ECP aufgrund von verschütteter Flüssigkeit im System». Dies könnte sogar zu einem Ausfall beider Triebwerke und einer erzwungene Landung mit Schäden und Verletzten führen.

Airbus hat daher eine temporäre Überarbeitung des Flugzeughandbuches veröffentlicht. Zum einen wird dabei eine Zone im Cockpit definiert, in der Flüssigkeiten verboten sind. Während die Easa-Anweisung nicht im Detail darauf eingeht, erklärt eine Airbus-Sprecherin aeroTELEGRAPH, welche Bereiche nun für Kaffee, Cola und Co. tabu sind: die Mittelkonsole, die ausziehbaren Tischchen von Pilot und Kopilot, jener Bereich der beiden Sitze, der an die Mittelkonsole angrenzt, und der dritte Sitz im Cockpit.

So schnell landen wie möglich

A350-Piloten erhalten auch klare Anweisungen für den Fall, dass doch mal jemand seinen Tee umwirft. Sollten Kapitän oder Erster Offizier während des Fluges Flüssigkeit über ENG START oder das ECAM Control Panel verschütten, sind sie angewiesen, am nächsten geeigneten Flughafen zu landen (Befehl LAND ANSA). Sollte dazu auch noch ein Triebwerk ausfallen, ist die Cockpitcrew angehalten, so schnell wie möglich zu landen, wo immer dies möglich und sicher ist (Befehl LAND ASAP).

Gerade der LAND-ASAP-Befehl zeigt, wie ernst Airbus und Easa die Gefahr durch die verschütteten Getränke nehmen. Allerdings betont die Sprecherin des Flugzeugbauers auch: «Das Risiko eines doppelten Triebwerksausfalls ist sehr gering - jedes Triebwerk hat seine eigenen Kontrollkanäle.»

Mehr zum Thema

Mittelkonsole im A350-Cockpit: Kein guter Platz, um Getränke abzustellen.

Fielen Triebwerke durch verschütteten Tee aus?

Ausgeschütteter Kaffee: Kleine Ursache, große Wirkung.

Verschütteter Kaffee zwingt Airbus A330 zur Umkehr

ticker-airbus-konzern-

Airbus erhält 25-Jahres-Vertrag für Cybersicherheit in Frankreich

Die G-POWM von Titan Airways: Wird bald als 9H-ZTE registriert.

Titan Airways meldet Airbus-Werksshuttle-Flieger in Malta an

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier