Denn laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will der europäische Flugzeugbauer schon in den kommenden Wochen vorläufige Verkaufsgespräche mit Airlines und Leasingfirmen über den A220-500 aufnehmen. Sammelt Airbus ausreichend Vorbestellungen ein, soll die längere Version des A220 bei der Farnborough Airshow im Juli vorgestellt werden. Die konkrete Entwicklung könnte dann noch vor Ende des Jahres 2026 beginnen.
Pratt & Whitney legte Plan für verbesserte Triebwerke vor
Bisher gibt es den A220 zum einen in der kleineren Version A220-100. Sie hat Platz für maximal 135 Reisende, für eine Zwei-Klassen-Bestuhlung gibt Airbus 100 bis 120 Sitze an. Zum anderen bringt es der größere A220-300 auf maximal 160 Reisende und 120 bis 150 in einer Zwei-Klassen-Kabine. Reuters schreibt nun von bis zu etwa 180 Sitzen im A220-500.
Ein Airbus-Sprecher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur: «Es wird intensiv daran gearbeitet, unsere Entscheidungsfindung bezüglich einer Rumpfverlängerung zu beschleunigen.» Anfang 2025 hatte der damalige Chef von Airbus' Zivilflugzeugsparte, Christian Scherer, gesagt, man werde 2025 oder 2026 eine Entscheidung treffen. Er betonte, dass man zuerst die Triebwerke des A220 verbessern müsse. Hersteller Pratt & Whitney habe dazu einen Plan vorgelegt, «mit dem wir zufrieden sind», so Scherer damals.
Airbus braucht zwei, drei große Kunden für A220-500
Lars Wagner, Scherers Nachfolger als Chef der Zivilflugzeugsparte, sprach sich Reuters zufolge bei einer Konferenz in Dublin jetzt für den A220-500 aus. Laut zwei Quellen der Nachrichtenagentur hängt die Zustimmung des Airbus-Vorstandes für die Verlängerung des A220 aber davon ab, ob es vorab gelingt, zwei oder drei namhafte Kunden zu gewinnen, beispielsweise Air France - die schon seit Jahren solch ein Flugzeug fordert -, Delta Air Lines oder Air Canada. Alle drei betreiben schon A220, wollten sich aktuell aber nicht äußern.
Eine Verlängerung würde wohl bedeuten, dass der A220-500 nicht an die 6300 Kilometer Reichweite des A220-300 herankommt. Dafür dürften die Kosten pro Sitzplatz sinken.
Schon bei Bombardier CS-Series ging es um Verlängerung
So verkauften sich Airbus A220 und A320 Neo zuletzt
Im Jahr 2025 hat Airbus unter dem Strich Aufträge für 19 A220-100 erhalten (Brutto-Aufträge für 20 Exemplare minus eine Stornierung für einen Jet). Beim A220-300 waren es 25 (29 minus 4), beim A320 Neo 64 (148 minus 84). Für den A319 Neo gab es weder eine Bestellung noch eine Abbestellung. In einer ganz anderen Klasse spielte der größere A321 Neo (inklusive A321 LR und A321 XLR) mit 496 neu bestellten Flugzeugen (508 minus 12).
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