Airbus A220: Stellt Airbus im Sommer eine längere Version vor?

Verlängerte VersionAirbus will in den nächsten Wochen Verkaufsgespräche für den A220-500 aufnehmen

Der europäische Flugzeugbauer könnte endlich den Schritt zu einer längeren Version des A220 wagen. Airbus will dazu schon in Kürze Gespräche führen - und braucht vorab wohl mindestens zwei, drei große Kunden, um dann den A220-500 vorzustellen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Im Jahr 2027 wird mindestens ein Flugzeugprogramm eine längere Version erhalten, der Airbus A220, der A350 oder die Boeing 777X - diese Prognose stellte kürzlich der Leasingriese Avolon. Beim Airbus A220 könnte es nun sogar früher so weit sein.

Denn laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will der europäische Flugzeugbauer schon in den kommenden Wochen vorläufige Verkaufsgespräche mit Airlines und Leasingfirmen über den A220-500 aufnehmen. Sammelt Airbus ausreichend Vorbestellungen ein, soll die längere Version des A220 bei der Farnborough Airshow im Juli vorgestellt werden. Die konkrete Entwicklung könnte dann noch vor Ende des Jahres 2026 beginnen.

Pratt & Whitney legte Plan für verbesserte Triebwerke vor

Bisher gibt es den A220 zum einen in der kleineren Version A220-100. Sie hat Platz für maximal 135 Reisende, für eine Zwei-Klassen-Bestuhlung gibt Airbus 100 bis 120 Sitze an. Zum anderen bringt es der größere A220-300 auf maximal 160 Reisende und 120 bis 150 in einer Zwei-Klassen-Kabine. Reuters schreibt nun von bis zu etwa 180 Sitzen im A220-500.

Ein Airbus-Sprecher sagte gegenüber der Nachrichtenagentur: «Es wird intensiv daran gearbeitet, unsere Entscheidungsfindung bezüglich einer Rumpfverlängerung zu beschleunigen.» Anfang 2025 hatte der damalige Chef von Airbus' Zivilflugzeugsparte, Christian Scherer, gesagt, man werde 2025 oder 2026 eine Entscheidung treffen. Er betonte, dass man zuerst die Triebwerke des A220 verbessern müsse. Hersteller Pratt & Whitney habe dazu einen Plan vorgelegt, «mit dem wir zufrieden sind», so Scherer damals.

Airbus braucht zwei, drei große Kunden für A220-500

Lars Wagner, Scherers Nachfolger als Chef der Zivilflugzeugsparte, sprach sich Reuters zufolge bei einer Konferenz in Dublin jetzt für den A220-500 aus. Laut zwei Quellen der Nachrichtenagentur hängt die Zustimmung des Airbus-Vorstandes für die Verlängerung des A220 aber davon ab, ob es vorab gelingt, zwei oder drei namhafte Kunden zu gewinnen, beispielsweise Air France - die schon seit Jahren solch ein Flugzeug fordert -, Delta Air Lines oder Air Canada. Alle drei betreiben schon A220, wollten sich aktuell aber nicht äußern.

Eine Verlängerung würde wohl bedeuten, dass der A220-500 nicht an die 6300 Kilometer Reichweite des A220-300 herankommt. Dafür dürften die Kosten pro Sitzplatz sinken.

Schon bei Bombardier CS-Series ging es um Verlängerung

Die Idee einer Verlängerung stammt noch aus den Tagen, als der A220 noch CS-Series hieß und zu Bombardier gehörte. Damals schon war eine längere Version unter dem Namen CS500 im Gespräch und zeitweise gab es sogar Pläne für eine noch längere CS900.

Als Teil des Produktangebotes von Airbus gilt nun: Je größer der A220 wird, desto mehr ergibt sich eine Konkurrenz zur eigenen A320-Neo-Familie. Deren kleinstes Mitglied ist der Ladenhüter A319 Neo, der mit bis zu 160 Sitzen schon dem A220-300 gegenübersteht und über dessen Ende Airbus nachdenkt. Das nächst größere Familienmitglied ist der A320 Neo. Für ihn gibt Airbus maximal 194 Sitze an und in Zwei-Klassen-Bestuhlung 150 bis 180 Plätze.

So verkauften sich Airbus A220 und A320 Neo zuletzt

Im Jahr 2025 hat Airbus unter dem Strich Aufträge für 19 A220-100 erhalten (Brutto-Aufträge für 20 Exemplare minus eine Stornierung für einen Jet). Beim A220-300 waren es 25 (29 minus 4), beim A320 Neo 64 (148 minus 84). Für den A319 Neo gab es weder eine Bestellung noch eine Abbestellung. In einer ganz anderen Klasse spielte der größere A321 Neo (inklusive A321 LR und A321 XLR) mit 496 neu bestellten Flugzeugen (508 minus 12).

Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Nase des Airbus A220: Haben schon ausreichend Kunden Interesse an einer längeren Version?

Airbus' Pläne für schnellen A220-500-Start erhalten Dämpfer

Herz über Zürich: Der Airbus A220 von Swiss flog diesen Kurs als Gratulation zur Silbermedaille.

Airbus A220 von Swiss zeichnet Herz in den Himmel über Zürich - zu Ehren der Eishockey-Vizeweltmeister

Airbus A220-100: Swiss will zwei Exemplare nicht mehr.

Vom Vorzeigejet zum Ersatzteillager: Swiss schlachtet zwei Airbus A220-100 aus

ticker-airbus-a220

Airbus verlagert A220-Auftrag von Boeing-Zulieferer zu Airgrup nach Spanien

Video

privatjet nigeria landung
Eine Bombardier Challenger 600 musste in Nigeria außerhalb des Flughafens Asaba auf einer Straße aufsetzen. Während alle Insassen unverletzt blieben, sorgte wenige Stunden später ein eigenmächtiger Start des Privatjets für Ermittlungen der Luftfahrtbehörden.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Papst Leo: Offenbar auch ein Luftfahrtfan.
Kampfjet-Eskorte, Funkkontakt und ein Platz auf dem Jumpseat: Papst Leo XIV. erlebte bei einem Flug durch Spanien einen besonderen Moment.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Draco Aircraft will die Draco Hyper-Stol in Serie bauen: Entwickelt wurde sie von einem Tüftler aus den USA.
Ein Motorausfall über Utah brachte Mike Patey dazu, ein Buschflugzeug mit einer Turboprop-Turbine auszustatten. Das Flugzeug wurde zum Hit. Nun will ein polnisches Startup das Konzept zur Serienreife bringen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies