Eigentlich wollte Swiss ihre Airbus A220-100 nur vorübergehend stilllegen. Jetzt ist klar: Zwei Exemplare werden nie mehr Passagiere befördern. Die Schweizer Lufthansa-Tochter lässt sie zerlegen, um dringend benötigte Ersatzteile für den Rest der Flotte zu gewinnen.
Wie das Magazin Aviation Week berichtet, handelt es sich um die beiden Airbus A220-100 mit den Kennzeichen HB-JBC und HB-JBD. Beide Flugzeuge stehen bereits seit Monaten in Toulouse. Nun hat Swiss entschieden, sie nicht mehr in den Betrieb zurückzuholen. Stattdessen sollen sie ausgeschlachtet werden. Gegenüber Aviation Week bestätigte sie, dass man sich mit der Zerlegung gezielt Komponenten für den Eigenbedarf sichern wolle.
Swiss war Erstkundin des Airbus A220
Die Entscheidung ist bemerkenswert. Denn Swiss war einst die Erstkundin des Flugzeugmodells. Am 30. Juni 2016 übernahm sie als weltweit erste Betreiberin die damalige Bombardier C-Series, die heute Airbus A220 heißt. Insgesamt betreibt die Fluglinie neun A220-100 und 21 größere A220-300. Doch die Probleme mit den Pratt-&-Whitney-Triebwerken haben die Flotte seit Jahren fest im Griff.
Drei weitere Airbus A220 von Swiss stehen in Toulouse
Insgesamt sollen die verbliebenen Flugzeuge A220-100 nach und nach ebenfalls aus dem Betrieb genommen und für mindestens 18 Monate abgestellt werden. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der A220-100 habe Swiss aber noch nicht gefällt. Man konzentriere sich derzeit darauf, den Betrieb der größeren A220-300 möglichst stabil zu halten.
Der Druck bleibt hoch. Nicht nur die A220-Flotte leidet unter den Problemen der Pratt-&-Whitney-GTF-Triebwerke. Auch mehrere Airbus A320 Neo von Swiss stehen aktuell wegen Triebwerksproblemen am Boden. Laut der Airline sind derzeit vier A320 Neo betroffen. Für Swiss wird es deshalb immer wichtiger, verfügbare Ersatzteile und Triebwerke möglichst effizient einzusetzen.
Fundierte Recherchen, Einordnung und Unabhängigkeit: Unsere Fachredaktion kennt die Luftfahrt aus Interviews, Daten und Recherchen vor Ort. Für den Preis eines Kaffees im Monat unterstützen Sie diese Arbeit und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Ihre Unterstützung macht den Unterschied. Jetzt hier klicken und abonnieren