Draco Aircraft will die Draco Hyper-Stol in Serie bauen: Entwickelt wurde sie von einem Tüftler aus den USA.

Turboprop-Turbine statt KolbenmotorPolnische Jungfirma will Kurzstart-Ikone Draco X in Serie produzieren

Ein Motorausfall über Utah brachte Mike Patey dazu, ein Buschflugzeug mit einer Turboprop-Turbine auszustatten. Das Flugzeug wurde zum Hit. Nun will ein polnisches Startup das Konzept zur Serienreife bringen.

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Mike Patey ist ein Tüftler. Der Amerikaner aus Nevada bastelt und modifiziert seit Kindheitstagen alles Mögliche, von Go-Karts bis hin zu Supertrucks. Irgendwann wurde Patey Pilot. Er kaufte sich eine Wilga 2000, eine Weiterentwicklung eines polnischen Buschflugzeugs, das von 1967 bis 2008 bei PZL-Okęcie in Warschau gebaut wurde. Die Wilga bietet Platz für vier Personen und kann auf extrem kurzen Pisten starten und landen. Serienmäßig war die Wilga 2000 mit einem 6-Zylinder-Lycoming-Motor mit 300 PS ausgestattet.

Dieser Motor versagte Patey während eines Fluges über Utah, und er musste notlanden. Doch statt den Motor einfach zu ersetzen, entschloss sich der Tüftler zu einer radikalen Modifikation. Patey tauschte den Kolbenmotor gegen eine Pratt & Whitney Canada PT6A-Turboprop-Turbine aus, was die Leistung fast verdoppelte. Gleichzeitig passte er Tragflächen, Landeklappen, Steuerung und Fahrwerk umfassend an. Das Flugzeug taufte er auf einen eigenen Namen: Draco.

Patey stürzte 2019 mit der Draco ab

2018 stellte er die Draco auf der EAA Air Venture in Oshkosh vor. Doch das Glück währte nicht lange. Nur ein Jahr später verunglückte Patey beim Start in Reno, Nevada, mit Passagieren an Bord. Das Flugzeug wurde dabei zerstört. Patey und seine Passagiere blieben jedoch unverletzt. Das Flugzeug aber wurde in der Szene der Busch- und Stol-Flugzeuge, also Flugzeuge, die auf besonders kurzen Pisten starten und landen können, zur Ikone.

Wenige Monate später kündigte Patey auf Youtube an, unter dem Namen Draco X einen Nachfolger zu bauen. Bislang ist nichts passiert. Dafür postet er auf Youtube regelmäßig Videos über seine Ideen und Vorhaben. Das Draco-Konzept haben dafür andere aufgegriffen: Das polnische Startup Draco Aircraft plant, das Konzept von Mike Patey zur Serienreife zu entwickeln und auch zu produzieren. 2028 sollen die ersten Draco HyperSTOL ausgeliefert werden.

Draco Aircraft besitzt die Rechte an der Wilga

Draco Aircraft wurde 2023 in Warschau gegründet. Geschäftsführer ist Johannes von Thadden, ehemaliger Chef von Airbus Polen. Als hauptverantwortlicher Ingenieur wurde Tomasz Wolf gewonnen, der frühere Designchef der Wilga. Airbus Poland hat 2024 die Typenzulassung, die Werkzeuge sowie sämtliche Eigentumsrechte an der Wilga an Draco Aircraft übertragen. Auch Patey stimmte dem Vorhaben zu.

Die Draco Hyper STOL soll wie schon bei Patey von einer Pratt & Whitney PT6A-135A-Turboprop-Turbine angetrieben werden, kombiniert mit einem fünfblättrigen MT-Propeller mit 102 Zoll Durchmesser. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 151 Knoten, also rund 280 km/h, liegen. Die Stallgeschwindigkeit, also die Mindestgeschwindigkeit, bei der ein Flugzeug noch genug Auftrieb erzeugt, um in der Luft zu bleiben, beträgt nur 38 Knoten oder 70 km/h.

Erst Privatkunden, später Militär

Das neue Flugzeug soll rund 4000 Fuß, also rund 1200 Meter, pro Minute steigen können. Besonders bemerkenswert sind die Pistenlängen: Die Draco HyperSTOL soll in rund 30 Metern abheben und in 25 Metern zum Stehen kommen, heißt es auf der Website. Der Preis liegt bei rund 2,9 Millionen Dollar. Draco Aircraft will mit einer Version für Privatkunden starten, kann sich später aber auch eine Militärvariante vorstellen.

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