Embraer E195-E2

Gescheiterter DealSchlammschlacht zwischen Boeing und Embraer ist eröffnet

Boeing gibt Embraer die Schuld am Scheitern des Joint Ventures. Das lassen die Brasilianer nicht auf sich sitzen - und schlagen mit doppelter Kraft zurück.

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Boeing fand deutliche und nicht gerade nette Worte für das Ende des geplanten Joint Ventures mit der Konkurrentin Embraer. Die Brasilianer hätten «gewisse Bedingungen nicht erfüllt». Die lassen das nicht auf sich sitzen und schießen noch schärfer zurück.

Boeing habe den Vertrag unrechtmäßig gekündigt, schreibt Embraer in einer Mitteilung. Unter Behauptung falscher Tatsachen als Vorwand wollten sich die Amerikaner ihren Zahlungsverpflichtungen entziehen, heißt es vom brasilianischen Flugzeugbauer weiter. Man sei der Ansicht, dass Embraer allen Verpflichtungen im Rahmen des Vertrags in vollem Umfang nachgekommen sei alle Bedingungen erfüllt habe, die bis zum Stichtag des 24. April 2020 erfüllt werden mussten.

Embraer gibt sich kämpferisch

Boeing habe den Verpflichtungen schlicht nicht mehr nachkommen können – «angesichts der eigenen finanziellen Situation sowie wegen der 737-Max-Situation, und anderer geschäftlicher und Imageprobleme.» Man werde sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, damit Boeing für die durch die fälschliche Auflösung des Vertrags entstandenen Schäden aufkomme. Auch sonst gibt sich der brasilianische Konzern kämpferisch. «Unsere über 50-jährige Geschichte ist gesäumt von vielen Siegen, aber auch von einigen schwierigen Momenten», heißt es ein der Mitteilung. «Alle diese haben wir überwunden. Und genau das werden wir wieder tun.»

Embraer hatte in den vergangenen Monaten viel Arbeitskraft in die Umsetzung des Zusammenschlusses investiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in São José dos Campos arbeiteten daran, den Bereich Businessjets und Militär vom Bereich Zivilflugzeuge zu trennen. Der sollte in ein Joint Venture eingebracht werden, das zu 80 Prozent Boeing gehört hätte. Längst ging es nicht mehr um vertragliche Dinge, sondern um ganz Konkretes wie die Aufteilung der Anlagen, Mitarbeiter oder Informatiksysteme.

Kaufpreis zu hoch?

Doch die Corona-Krise sorgt auch bei Boeing für weitere finanzielle Probleme. Und den Kaufpreis konnte oder wollte man sich wohl nicht mehr leisten. Im Vertrag wurde ein Preis von 4,2 Milliarden Dollar für den 80-Prozent-Anteil am Joint Venture festgelegt. Inzwischen ist der gesamte Embraer-Konzern mit allen Bereichen an der Börse aber nur noch 1,07 Milliarden wert.

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