Boeing und Embraer fliegen künftig parallel.

ÜbernahmeAus Embraer wird Boeing

Boeing bekommt die Macht über Embraers zivile Flugzeuge. Die beiden Konzerne haben eine Einigung über ihre Zusammenarbeit erreicht.

Top-Jobs

.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt
DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es war keine einfache Geburt. Kaum war vergangenen Dezember bekannt geworden, dass Boeing die Macht bei Embraer übernehmen möchte, gab es aus Brasilien heftige Kritik. Sogar Staatspräsident Michel Temer schaltete sich ein. Er lehne einen Verkauf ab, ließ er aus Brasília umgehend verlauten.

Nun kommt es doch dazu. Die beiden Flugzeugbauer sind in den letzten Monaten über die Bücher gegangen. Und sie fanden einen Ausweg, mit dem auch die brasilianische Regierung zufrieden gestellt werden kann. Am Donnerstag (5. Juli) wurde er präsentiert. Boeing und Embraer gründen ein Joint Venture, an dem beide beteiligt sind. In das neue Unternehmen bringen die Brasilianer ihr gesamtes Geschäft mit Passagierflugzeugen ein.

Angst ums Rüstungsgeschäft

Am neuen Unternehmen, das seinen Sitz in Brasilien und ein lokales Management haben wird, besitzt Boeing 80 Prozent. Embraer wird 20 Prozent der Anteile halten. Die Amerikaner schätzen den Wert ihres Anteils auf 3,8 Milliarden Dollar. «Das Abkommen mit Boeing schafft die wichtigste strategische Partnerschaft in der Luftfahrtindustrie, welche die führende Rolle beider Konzerne stärkt», kommentiert Embraer-Chef Paulo Cesar de Souza e Silva.

Die Joint-Venture-Lösung umgeht ein großes Problem. Brasilien besitzt bei Embraer über eine so genannte Goldene Aktie trotz Privatisierung im Jahr 1994 immer noch ein Vetorecht. Brasília hatte vor allem Angst um das Rüstungsgeschäft des nationalen Konzerns, das eng mit der brasilianischen Armee verzahnt ist. Es bleibt nun beim Embraer-Konzern, ebenso wie die Businessjets. Der Deal soll bis Ende 2019 abgeschlossen werden.

Reaktion auf Airbus und Bombardier

Das größte Produkt des neuen Joint Venture ist die neue Embraer E195-E2 mit maximal 146 Sitzplätzen. Das kleinste Modell ist die E145 mit bis zu 50 Sitzen. Boeing verspricht den Brasilianern, dass sie im Konzern künftig ein führendes Zentrum für die Entwicklung sein werden. Dort hat Embraer eine Stärke. Die E2-Jet-Reihe kam beispielsweise dank intelligentem Einsatz der Informationstechnologie pünktlich voran.

Die Fusionsverhandlungen von Boeing und Embraer waren eine Reaktion auf den Deal der Konkurrenz. Zuvor hatten Airbus und Bombardier bekannt gegeben, dass die Europäer die C-Series übernehmen. Beim Deal zwischen den Amerikanern und Brasilianern geht es allerdings um ein breitere Produktepallette.

Wieder ein Duopol

Durch die beiden Deals verschwinden zwei Konkurrenten vom Markt. Airbus und Boeing haben nun wieder ein Quasi-Duopol und damit deutlich mehr Macht als zuvor. Die Mitbewerber aus Russland und China sind noch nicht stark genug, um ihnen gefährlich zu werden.

Noch ist die Ankündigung von Boeing und Embraer für das Joint Venture erst eine Absichtserklärung. Doch Störfeuer sind kaum mehr zu erwarten. In den letzten Monaten haben die beiden Konzerne bei allen wichtigen Entscheidungsträgern für ihre Idee lobbyiert.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie die Produktepallette von Embraer.

Mehr zum Thema

ticker-boeing-1

Boeing führt neues Pilotentrainingssystem in Thailand ein

ticker-boeing-1

Streikgefahr bei Boeing wächst

ticker-boeing-1

Boeing erhält F-15-Rahmenvertrag über bis zu 113 Milliarden Euro

ticker-boeing-1

Boeing erhöht nach Streikvotum den Druck auf Ingenieurinnen und Ingenieure

Video

Der ukrainische Präsident und seine Frau bei der Ankunft tin Norwegen: Es ging glimpflich aus.
Ein Drohnenalarm über Moldau bekommt durch neue Aussagen eine besondere Brisanz. Denn zur selben Zeit befand sich das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyys in der Luft.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Pilot steigt aus der Boeing 767 F von Amazon Air aus: Was genau geschah davor?
Die Boeing 767 F hatte bereits aufgesetzt und die Piloten bremsten. Dann gaben sie wieder Schub - offenbar für einen sehr späten Durchstartversuch. Nur vier Sekunden später bremsten sie erneut. Daten des Flugschreibers zeigen nun genauer, was unmittelbar vor dem tödlichen Unfall von Amazon Air in Miami geschah.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
airbus a321 neo lr la compagnie duesseldorf
Die französische Business-Class-Airline steuert erstmals einen deutschen Flughafen an. Ab April 2027 verbindet La Compagnie Düsseldorf mit Newark bei New York.
Timo Nowack
Timo Nowack