Superjet-Produktion: Neue Kunden wären sehr willkommen.

Verhandlungen über LeasingRussland will Superjet bei Air Serbia unterbringen

Schon im vergangenen Jahr sah es so aus, als könnte Serbiens Nationalairline Superjet-Betreiber werden. Jetzt kündigt Russland neue Gespräche an. Doch Air Serbia scheint zurückhaltend.

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Air Serbias Flotte ist im Durchschnitt rund 20 Jahre alt. Zur Erneuerung sollte die serbische Nationalairline eigentlich zehn Airbus A320 Neo bekommen. Doch Großaktionärin Etihad annullierte die Order Ende 2018. Im Herbst 2019 erklärte dann ein Vertreter der russischen Regierung, es gebe Gespräche über eine mögliche Bestellung russischer Superjets durch Air Serbia. Perspektivisch könnte auch die Irkut MS-21 interessant für die Fluglinie sein.

Während Air Serbia sich nicht konkret äußerte, legte im Dezember 2019 sogar Russlands Präsident persönlich nach. Wladimir Putin sagte, die Luftfahrtindustrie seines Landes sei bereit, Air Serbia bei der Flottenerneuerung zu helfen. Der Präsident erklärte außerdem, man sei bereit, einen lokalen Wartungsbetrieb für russische Flugzeuge am Flughafen Belgrad aufzubauen. Kurz zuvor hatte bereits das serbische Wartungsunternehmen Jat Tehnika verkündet, dass man künftig den Regionalflieger Superjet warten dürfe.

Gespräche für Sommer geplant

Jetzt sagt Russlands Vize-Ministerpräsident Yury Borisov laut der Nachrichtenagentur Tass, die Pläne seien immer noch aktuell und die Gespräche würden im Sommer fortgesetzt. Bis dahin seit die für April angesetzte serbische Parlamentswahl entschieden und eine Regierung im Amt. Borisov verriet, dass es um acht Superjets für Air Serbia gehe, voraussichtlich geleast, sowie um den Kauf eines Regierungsfliegers.

Die Fluggesellschaft äußerte sich nicht zu den Aussagen aus Russland. Das Portal Ex-Yu Aviation berichtet unter Berufung auf eigene Quellen allerdings, das Interesse von Air Serbia am Superjet sei gering. Die Airline soll zum Ausbau der Flotte für die Sommersaison noch diesen Monat zwei weitere Airbus A319 erhalten. Im Mai kommen zudem zwei zusätzliche ATR72.

Erinnerung an Adria Airways

Die Kombination aus dem Leasing von Superjets und dem Aufbau eines Wartungsbetriebes erinnert an einem ähnlichen Deal, der mit der inzwischen pleite gegangenen Adria Airways geplant war. Am Ende kam das Geschäft aber nicht zustande und beide Seiten machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Russland hat den Superjet derweil auch in der Türkei und in Pakistan ins Gespräch gebracht. Der Flieger, der künftig russischer werden soll, könnte neue Kunden außerhalb der Heimat gut gebrauchen. Betreiber wie Brussels Airlines und die mexikanische Interjet hatten aufgrund von Serviceproblemen die Lust auf den Flieger verloren.

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