Russischer Jet MS-21-300: Findet er Absatz in der Türkei?

Drohung Richtung USASetzt die Türkei auf MS-21 und Superjet?

Die Türkei und Russland wollen in der Zivilluftfahrt enger zusammenarbeiten. Gerade für die Boeing 737 Max könnte das Konkurrenz bedeuten.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Ende Juli drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Bestellungen für mehr als 100 Boeing-Jets zu stornieren. Der Grund: Die Vereinigten Staaten hatten die Türkei als Kundin aus dem F-35-Kampfjet-Programm ausgeschlossen, da das Land ein Raketenabwehrsystem aus Russland kauft und nicht das amerikanische Pendant. Bei den angedrohten Abbestellungen geht es um 63 Boeing 737 Max, 24 Boeing 787 und drei Boeing 777-Frachter für Turkish Airlines.

Was dabei wenig Beachtung fand: Schon einige Tage zuvor hatte der russische Energieminister Alexander Novak eine Alternative zumindest für die Boeing 737 Max ins Spiel gebracht. Nach einem Treffen von Regierungsvertretern beider Länder in Antalya sagte er in einem russischen TV-Interview, man diskutiere nicht nur über die Möglichkeit einer gemeinsamen Helikopterproduktion. Man führe auch Gespräche über Lieferungen und gemeinsame Produktion von Superjet 100 und Irkut MS-21.

Wie erfolgreich wird die MS-21?

Wird es in Zukunft also Produktionsstätten für russische Jets in der Türkei geben? Schon im März 2017 hatte Irkut erklärt, man verhandle mit mehreren türkischen Fluglinien über die MS-21. Im November 2017 unterzeichneten der staatliche Luft- und Raumfahrtkonzern Turkish Aerospace Industries und Irkut auf der Dubai Air Show dann eine Absichtserklärung für gemeinsame Entwicklung und Produktion in der Zivilluftfahrt.

Sollte die 737-Max-Krise sich weiter hinziehen oder politische Spannungen zwischen der Türkei und den USA zunehmen, könnte die MS-21 - erfolgreicher Betriebsstart vorausgesetzt - wirklich eine Alternative für türkische Fluggesellschaften werden. Laut Analysten hat der russische Kurz- und Mittelstreckenjet durchaus Potenzial, der Boeing 737 und dem Airbus A320 Neo Konkurrenz zu machen. Nicht zuletzt, weil das Flugzeug neu entwickelt ist, während es sich bei den westlichen Konkurrenten um neue Varianten eines 51 Jahren alten und eines 21 Jahre alten Modells handelt.

Auch Kampfjet Su-57 kommt von Sukhoi

Weniger attraktiv dürfte aktuell der Superjet sein. Viele der Flieger stehen aufgrund von Serviceproblemen am Boden und zuletzt machte Sukhoi kaum noch Geld mit dem Flieger. Allerdings: Russland würde die Türkei eh gerne als Sukhoi-Kunden gewinnen - beim Tarnkappkampfjet Su-57. Die Chancen dafür haben sich durch die Absage aus den USA für den F-35 vergrößert und Sukhoi hat gerade den Start der Su-57-Serienproduktion bekannt gegeben. Womöglich einigt man sich auf ein Geschäft, das militärische und zivile Flieger beinhaltet.

Mehr zum Thema

Erdogan droht mit Boeing-Abbestellung

Erdogan droht mit Boeing-Abbestellung

MS-21-300: Hält der russische Jet, was er verspricht?

Hat die MS-21 Chancen gegen A320 Neo und 737 Max?

Prototyp der MS-21: Irkut möchte zu Airbus und Boeing aufschließen.

Aeroflot möchte 35 weitere MS-21

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack