Boeing 737-400 F von Atran: Steht seit mehr als vier Jahren am Flughafen Köln/Bonn.

Rund 300.000 Euro ParkgebührenRussische Boeing 737 steht seit 2022 in Köln/Bonn und niemand zahlt dafür

Seit Februar 2022 steht eine Boeing 737-400 F der russischen Frachtfluglinie Atran am Flughafen Köln/Bonn. Die aufgelaufenen Gebühren hat bislang niemand bezahlt. Aber anders als in Genf kümmert sich jemand um das Flugzeug.

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Der Flughafen Genf hat ein Problem, das auf absehbare Zeit nicht verschwinden wird. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und den folgenden Luftraumsperrungen sitzt dort ein Airbus A321 von Aeroflot fest und rottet vor sich hin. Die Standgebühren von 30.000 Franken im Monat werden aber immerhin bezahlt.

Genf ist dabei kein Einzelfall: Auch am Flughafen Köln/Bonn steht aus dem gleichen Grund eine Boeing 737-400 F der russischen Atran Airlines. Das Frachtflugzeug mit dem Kennzeichen VQ-BVF landete am 27. Februar 2022 an dem deutschen Flughafen und hätte einen Tag später nach Lüttich weiterfliegen sollen. Dazu kam es aber nicht mehr.

Flugzeug wird regelmäßig kontrolliert

«Die Maschine ist auf einer Langzeitabstellfläche geparkt und tangiert die täglichen Abläufe am Flughafen nicht», erklärt ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn gegenüber aeroTELEGRAPH. Anders als in Genf wird der Jet aber nicht ganz sich selbst überlassen. Eine externe Wartungsfirma am Standort kontrolliere das 28 Jahre alte Flugzeug in regelmäßigen Abständen, sagt der Sprecher.

Aber anders als in Genf zahlt niemand die Standgebühren. «Pro Tag berechnet der Flughafen grundsätzlich zwischen 150 und 180 Euro Abstellgebühr für ein Flugzeug», so der Sprecher. Aber bei der Atran-Boeing sei bislang kein Cent geflossen. «Die Gebühren laufen seit 2022 auf und kumulieren sich, es gibt keine Zahlungen.» Wer die Rechnung begleichen soll, ist ebenfalls offen. «Einen Kontakt gibt es derzeit nicht», sagt der Flughafen-Sprecher.

Standgebühren von rund 300.000 Euro

Nach rund 1690 Tagen dürften sich so 250.000 bis 300.000 Euro angesammelt haben. Ob der Flughafen das Geld je sieht, ist offen. «Weitere Einzelheiten sind uns nicht bekannt», so der Sprecher.

Dabei hat die Boeing 737-400 schon einiges erlebt. Im Juni 1998 ging sie fabrikneu an Istanbul Airlines, danach flog sie unter anderem für die belgische City Bird. Mehr als zwölf Jahre verbrachte sie in Japan bei Skynet Asia Airways. Zum Frachter umgebaut, landete sie 2015 bei Air Bridge Cargo und zwei Jahre später bei Atran.

Unklar, wer der Eigentümer ist

Wem die Boeing 737-400 gehört, ist nicht ganz klar. Laut der Datenbank Airfleets stammt sie vom kalifornischen Leasinggeber Aviation Capital Group. Registriert ist sie auf den Bermudas, wie damals rund 740 Flugzeuge russischer Airlines.

Kurz nach Kriegsbeginn entzog die dortige Behörde allen russisch betriebenen Flugzeugen die Lufttüchtigkeit. Ohne gültiges Zeugnis darf die Boeing 737-400 nicht abheben. Für ein neues bräuchte der Eigentümer die Wartungsunterlagen, die wohl bei Atran in Moskau liegen. Die Frachtfluglinie ist dieser Tage neu gestartet - mit einer anderen Boeing 737-400 F.

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