Die Douglas DC-8 der Nasa: Das fliegende Labor hat ausgedient.

VierstrahlerBald fliegen nur noch drei Douglas DC-8

Die Nasa schickt ihr fliegendes Labor in Rente. Wenn die Douglas DC-8 für immer am Boden bleibt, verbleiben nur drei fliegende Exemplare des Vierstrahlers.

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19,8 Jahre ist nicht wirklich jung für ein Flugzeug. So alt ist die Boeing 777-200 mit dem Kennzeichen N774LG, die bald für die Nasa als fliegendes Labor unterwegs sein wird. Doch im Vergleich mit dem Flieger, den sie ersetzt, ist der Langstreckenjet ein richtiger Jungspund. 53,7 Jahre alt ist die Douglas DC-8-72, die aktuell noch für die Nasa Missionen fliegt und bald in den Ruhestand geht.

1985 hat die Raumfahrt- und Flugwissenschaftsbehörde der USA die DC-8 erstanden und aufwendig umgebaut. Und trotz ihres Alters ist die vierstrahlige Maschine technologisch fortgeschrittener als so manches moderne Flugzeug. Mit einer Reichweite von 10.000 Kilometern kann sie  in Höhen von bis zu rund 13.000 Metern bis zu zwölf Stunden lang fliegen. Die meisten wissenschaftlichen Missionen dauern aber durchschnittlich sechs bis zehn Stunden, heißt es bei der Nasa.

30.000 Pfund an wissenschaftlichen Instrumenten

Die DC-8 kann 13,6 Tonnen an wissenschaftlichen Instrumenten und Geräten transportieren und bietet Platz für bis zu 45 Forschende und die Flugbesatzung. An Bord der Maschine befinden sich Dutzende Sensoren und Datensysteme, mit denen der Jet verschiedene Missionen fliegen kann.

Die gesammelten Daten nutzte die Nasa in den vergangenen Jahren für Studien in den verschiedensten Bereichen - etwa Archäologie, Meteorologie, Ozeanografie, Vulkanologie oder Biologie. Außerdem nutzt die Behörde den Flieger für optische Verfolgung in der Luft und den Abruf von Telemetriedaten nach dem Start oder Wiedereintritt eines Raumfahrzeugs in die Atmosphäre.

Umbau der Boeing 777 dauert eine Weile

Wann genau die DC-8 in Rente geht, ist noch nicht klar. Der Umbau der Triple-Seven dürfte mehrere  Jahre in Anspruch nehmen. Die Verwandlung des Vierstrahlers zum Forschungslabor dauerte von 1985 bis 1987. Wenn die N817NA schließlich für immer am Boden bleibt, rückt das Ende des rüstigen Vierstrahlers noch etwas näher.

Schon jetzt ist sie eine von nur vier Douglas DC-8, die gemäß dem Luftfahrtdatenanbieter CH Aviation noch im Dienst sind. Alle außer dem Nasa-Jet sind im Frachtdienst: Zwei DC-8 fliegen für Trans Air Cargo aus der Demokratischen Republik Kongo und eine für die peruanische Cargofluggesellschaft Skybus Jet Cargo.

Früher als luxuriöser Passagierjet unterwegs

Nicht immer waren die Flieger nur als Frachter unterwegs. «Piloten nennen es das fortschrittlichste Flugzeug – und auch Sie werden das tun», so warb die Douglas Aircraft Company 1959 für ihr neuestes Produkt. Der Flugzeugbauer strich vor allem den Komfort der selbst entworfenen Sitze, die ruhige Kabine und die geräumige Lounge an Bord hervor. Die DC-8 sei schlicht «das luxuriöseste Düsenflugzeug».

556 Exemplare des 57 Meter langen Vierstrahlers mit Platz für bis zu 259 Passagiere verkaufte Douglas insgesamt an Fluggesellschaften in aller Welt. Das Konkurrenzmodell 707 von Boeing war deutlich erfolgreicher. Dennoch setzte die DC-8 Meilensteine, die man ihr kaum zutrauen würde. Bei einem Testflug im Jahr 1962 durchbrach sie während des Sinkfluges die Schallmauer und wurde somit zum ersten Passagierflieger, der mit Überschall flog.

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