ATR 42-600S: Wird eine Skizze bleiben und nie Realität

ATR 42-600SATR stoppt Entwicklung seines Schnellstarters

Kommendes Jahr wollte der Flugzeugbauer sein neues Stol-Modell ausliefern. Doch dazu kommt es nicht. ATR begräbt das Projekt ATR 42-600S.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Über 500 neue Routen hätten Fluggesellschaften weltweit dank des Einsatzes seiner Produkte eröffnet, schwärmt der Flugzeugbauer. Die Turbopropflieger erleichterten damit die Entwicklung von schwer zugänglichen Gebieten und den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung, so ATR. Um noch mehr Flughäfen erreichen zu können, wollte das französisch-italienische Unternehmen sein Angebot noch erweitern.

Vor fünf Jahren stellte ATR ein neues Modell vor. ATR 42-600S wurde es getauft. Es ist eine Stol-Version des kleineren Modells des Herstellers. Die Abkürzung steht für Short Take-Off and Landing und bedeutet, dass solche Flieger auch auf sehr kurzen Pisten eingesetzt werden können. Die neue Turbopropmaschine glänte damit, dass sie auf einer Startbahn abheben kann, die nur 800 Meter lang ist. Die normale Variante braucht mindestens 1050 Meter.

Deutlich größeres Seitenleitwerk

Die ATR 42-600S unterscheidet sich in verschiedenen Bereichen von der normalen ATR 42-600. Die bedeutendsten sind ein neues, automatisches Bremssystem, ein größeres Seitenleitwerk und ein größeres Seitenruder. 2022 führte ATR erste Testflüge mit einer 42-600 und einer teilweisen Stol-Konfiguration durch. Im Jahr darauf begannen erste vertiefte Tests. Und 2025 hätte das erste Flugzeug ausgeliefert werden sollen.

Mit PNG Air stand auch bereits eine Erstbetreiberin fest. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Denn ATR hat beschlossen, die Entwicklung des Schnellstarters zu stoppen, wie das Unternehmen am Mittwochabend (13. November) bekannt gab. Der Entscheidung sei «eine umfassende Marktüberprüfung» vorausgegangen, zudem habe man auch die anhaltenden Spannungen in der Lieferkette berücksichtigt.

Potenzial kleiner als gedacht

Der potenzielle Markt für die neue Variante sei im Vergleich zur ursprünglichen Prognose kleiner geworden, so ATR. In Südostasien - dem wichtigsten künftigen Markt - sei die Zahl der Flughäfen, die Stol-Flugzeuge benötigten, seit 2019 deutlich zurückgegangen. Dies liege daran, dass  Start- und Landebahnen verlängert oder alternative Flughäfen in der Nähe gebaut worden seien.

Statt die ATR 42-600S zu bauen, konzentriert sich ATR nun auf die «Verbesserung bestehender Produktlinien», also der ATR 42-600, ATR 72-600 und ATR 72-600 F. Man habe bereits Innovationen «festgelegt, die darauf abzielen, die Betriebskosten weiter zu senken», erklärt der Flugzeugbauer, ohne konkreter zu werden. Statt in Asien will er zudem vermehrt in Nordamerika wachsen. Dort hofft der Hersteller, die alternden Regionaljets durch seine Turboprops ersetzen zu können.

Mehr zum Thema

Blick aus einer ATR: Dank Stol-Eigenschaften werden neue Routen möglich.

ATR will mit neuem Modell durchstarten

air borneo atr 72-500

ATR leidet immer noch unter den Folgen der Pandemie - 2026 soll der Wendepunkt sein

ticker-atr-1

ATR erhält 2025 mehr Aufträge, liefert aber weniger aus

ticker-fly-91

ATR und indische Fly 91 vertiefen Zusammenarbeit

Video

wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies