Er ist so etwas wie die Nicole Kidman der Flugzeuge. Wie die australische Schauspielerin für ihre Körpergröße und feingliedrige Linie bekannt ist, beeindruckt der Airbus A340-600 durch seine Länge, ohne dadurch klobig zu wirken. 75,4 Meter misst er von der Nasenspitze bis zur Spitze des Leitwerks. Das ist 2,7 Meter länger als der Airbus A380 und war für lange Zeit Rekord, bis ihn die Boeing 747-8 um knapp einen Meter übertrumpfte.
Zugleich hatte der A340-600 auch viele Fans. Mit seinen vier Triebwerken und seiner Länge sieht er unglaublich elegant aus. Die Unterflur-Toiletten in der Economy Class sind Kult. Vier Exemplare des Langstreckenflugzeugs betrieb Lufthansa zuletzt noch - als eine der letzten Betreiberinnen weltweit. Auch wenn ihr Abschied schon länger beschlossen war, drehten sie immer wieder Extrarunden. Doch jetzt ist es damit vorbei.
Die allerletzte Landung des Airbus A340-600 in Frankfurt
Am Sonntagabend (18. Oktober) startete am Flughafen Washington-Dulles mit LH419 der letzte reguläre Flug von Lufthansa mit dem A340-600. 40 Millionen Passagiere hat die deutsche Airline mit dem Modell bis dahin geflogen. Am Montagmorgen (19. Oktober) um 7:55 Uhr wird er in Frankfurt landen und und eine Ära beenden. Aktuell hat der Flug etwas Verspätung und wird gegen 08:30 Uhr erwartet. Durchgeführt wird die Dernière vom Jet mit dem Kennzeichen D-AIHW.
Die D-AIHW: Absolvierte den letzten regulären Flug eines Airbus A340-600 für Lufthansa. Julie Knappe/aeroTELEGRAPH
Der letzte aktive Airbus A340-600 von Lufthansa wurde 2004 mit neun weiteren Exemplaren bestellt. Am 3. Dezember 2008 absolvierte er seinen Erstflug und am 22. Dezember wurde er an die deutsche Fluggesellschaft ausgeliefert. Das erste Exemplar des Modells hatte die deutsche Fluggesellschaft ein Jahr zuvor erhalten. Buenos Aires war damals das erstes Ziel.
Die D-AIHW ist eigentlich noch nicht alt
Wirklich alt ist die D-AIHW mit 17 Jahren nicht. Aber mit seinen vier Triebwerken ist der A340 aus der Zeit gefallen. Zwei große, moderne Triebwerke verbrauchen bei gleichem Gesamtschub 20 bis 30 Prozent weniger Treibstoff als vier kleinere. Als Nachteile kommen das zusätzliche Gewicht und der zusätzliche Luftwiderstand hinzu.
In ihren 17 Jahren hat die D-AIHW aber viel geleistet. Sie hat mehr als 66.000 Flugstunden auf dem Buckel. Rund 7500 Flüge hat sie absolviert. Jeden Tag war der A340-600 durchschnittlich mehr als zehn Stunden an der Arbeit. Nun wird er stillgelegt.
Nur noch drei Betreiber weltweit
Alle vier verbliebenen Exemplare werden nun zuerst nach Düsseldorf geflogen - die D-AIHX und D-AIHY noch am Montag, am Dienstag folgen die D-AIHW und D-AIHZ. Dort werden gewisse noch verkaufbare Ersatzteile ausgebaut. Zwischen dem 26. Oktober und 1. November fliegen sie von dort dann weiter nach Teruel, wo sie eingelagert werden.
Blick aus dem Fenster eines Airbus A340-600 von Lufthansa. aeroTELEGRAPH
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