Flieger in Congonhas: Airlines wollen öfter fliegen.

Streit um die Macht in Congonhas

Die Landerechte am Stadtflughafen Congonhas in São Paulo werden neu verteilt. Die großen Airlines verlieren. Doch sie fanden nun einen Trick.

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Congonhas gilt als der lukrativste Flughafen Brasiliens. Das liegt an der Rennstrecke nach Rio de Janeiro, die vom Stadtflughafen mitten in der Wirtschaftsmetropole São Paulo aus startet. Die Flüge nach Rio sind besonders lukrativ, weil sie unter der Woche von gut zahlenden Geschäftsreisenden gefüllt werden und am Wochenende von Touristen, die zwei Tage am Strand von Ipanema oder an der Copacabana verbringen wollen. Doch der Aeroporto de Congonhas hat gerade wegen seiner Attraktivität ein Problem. Die alteingesessenen Fluggesellschaften wollen ihre Landerechte nicht mehr hergeben. «Er bleibt ein Flughafen für zwei Gesellschaften. Jedermann weiß, dass diese beiden Gesellschaften mehr Slots besitzen als sie brauchen», beklagt sich Gianfranco Beting, Kommunikationschef der Airline Azul über die Platzhirsche Gol und Tam. Sie besitzen rund 90 Prozent der Landerechte.

Das soll sich nun ändern. Das brasilianische Luftfahrtministerium Secretaria de Aviação Civil will die Slots neu verteilen. Dabei sollen Kriterien wie Marktanteil, Pünktlichkeit und Effizienz berücksichtigt werden. Gol und TAM würden so verlieren, Azul gewinnen. Dagegen liefen die großen Airlines aber Sturm. Die Aufsichtsbehörde Agência Nacional de Aviação Civil Anac möchte eher auf Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit abstellen und nicht genutzte Slots verteilen.

54 statt 34 Bewegungen pro Stunde

Nun soll die Differenz zwischen den beiden staatlichen Stellen bereinigt werden. Im April wird das endgültige Konzept vorgestellt. Es sieht in etwa vor, dass vier Fünftel der Landerechte an die bestehenden Airlines gehen - also neben Gol und TAM an Avianca, Azul, NHT und Pantanal. Der Rest ist für Neuankömmlinge vorgesehen, wie das Magazin Veja schreibt.

Die großen Fluggesellschaften sorgen nun bereits vor. Sie zeigten sich mit dem Vorschlag der Anac einverstanden. Aber zugleich verlangen sie eine Erhöhung der Anzahl von Flügen, wie sie über ihren Verband ausrichten ließen. Die seien in den letzten Jahren reduziert worden, vor allem nachdem es 2007 in Congonhas zu einem tragischen Unglück mit 199 Todesopfern kam. Heute zähle der Flughafen 34 Flugbewegungen pro Stunde. Eigentlich seien aber 54 möglich, so Verbandspräsident Eduardo Sanovicz. Mit seiner Associação Brasileira das Empresas Aéreas fordert er eine Erhöhung der Obergrenze - womit der Effekt der Umverteilung der Slots wieder gedämpft würde.

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