Der Flughafen Istanbul hat ein eignes Testzentrum eingerichtet, damit sich Passagiere vor dem Abflug testen lassen können.

Istanbuls Kampf gegen CoronaWenn die Hygienepolizei durchs Terminal flitzt

Die Pandemie setzt dem Luftverkehr zu. Auch Flughäfen unternehmen deshalb viel, um das Coronavirus einzudämmen. Ein Augenschein in Istanbul.

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Lautlos flitzen sie an einem vorbei. Auf E-Scootern fahren die Frauen und Männer durch das 1,4 Millionen Quadratmeter große Terminal des neuen Istanbuler Flughafens. Sie haben kein Ziel, bei ihnen ist tatsächlich der Weg das Ziel. Denn ihre Aufgabe ist es, nachlässige Passagiere an die wichtigsten Regeln zur Bekämpfung der Pandemie zu erinnern. Sie sind eine Art Hygienepolizei.

«Bitte ziehen Sie Ihre Maske ganz hoch», sagen sie dann beispielsweise zu Reisenden. Oder: «Bitte nehmen Sie mehr Abstand». Einige von ihnen tragen auch spezielle Helme, in deren Visier sie die Körpertemperatur von Passagieren ablesen können. Scheint ein Fluggast Fieber zu haben, wird er zu einem eingehenderen Gesundheitscheck geschickt.

Maßnahmen sind auch Selbstschutz

Die Männer und Frauen in türkisblauen Poloshirts der Hygienepolizei sind aber nur ein Mittel, mit dem der Flughafen die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern oder zumindest einzudämmen versucht. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen wurde getroffen, um das Ziel zu erreichen. Das ist auch Selbstschutz. Denn auch Istanbul erlebte 2020 einen massiven Einbruch der Passagierzahlen auf 23 Millionen, der den Airport tief in die roten Zahlen trieb.

An den Schaltern wurden auch am Flughafen der türkischen Metropole zum Schutz Plexiglasscheiben installiert, es gelten Maskentragpflicht und Abstandsregeln, es wurden Distanzmarkierungen angebracht. Zudem wurden überall Hinweise angebracht, auf elektronischen Anzeigetafeln erklären animierte Comicfiguren die Regeln. Auch die Reinigung wurde wie überall auf der Welt deutlich verstärkt. So werden beispielsweise die Fluggastbrücken nach jedem Flug desinfiziert.

Reichlich Platz vorhanden

In einem Punkt hat Istanbul auch einen riesigen Vorteil: Da der Flughafen beim Bau im ersten Schritt auf 90 Millionen Reisende angelegt wurde, bleibt bei den aktuellen Passagierzahlen überall recht viel Freiraum. Das hilft auch anderweitig. «Wir haben so viel Platz, wir können Flüge aus Risikogebieten in speziellen Bereichen abfertigen», so eine Sprecherin.

Eng wirkt es derzeit deshalb nirgends, wie ein Gang durch das neue Terminal zeigt. Nur im zentralen Platz nach der Passkontrolle sieht man viele Leute, je weiter weg man davon geht desto einsamer wird es. Ins Gebäude kommen derzeit denn auch nur diensthabende Angestellte und Reisende, Begleitpersonen werden derzeit nicht hereingelassen.

UV-Strahler fürs Gepäck

Und wer hereinkommt, wird von einer Wärmekamera erfasst, welche die Körpertemperatur misst. Elektronik hilft auch, zu erkennen, wenn sich irgendwo zu viele Menschen auf zu kleinem Raum aufhalten. Dann schlägt das Warteschlangenmesssystem Alarm.

Das Gepäck kontrollieren Beamte bereits nach dem Eingang. Und dabei kommen auch UV-Strahler zum Einsatz, um Viren und Bakterien auf den Koffern und Taschen abzutöten. Die Schalen, in die man Brieftasche, Gurt oder Laptop legt, werden von speziellen Mitarbeitern gleich nach Gebrauch gereinigt. Die Effizienz der Maßnahmen wurde auch von Skytrax bestätigt. Als einer von einer Handvoll Flughäfen weltweit bekam Istanbul fünf Sterne bei den Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen.

Eigenes Testzentrum mit Labor

Neben dem Gesundheitsschutz hat der Flughafen Istanbul auch sein Serviceangebot ausgebaut. Im Ankunftsbereich hat er ein Testzentrum mit eigenem Labor eingerichtet. Bis zu 12.000 Passagiere können sich dort pro Tag testen lassen. Das Resultat des PCR-Test bekommen sie innerhalb von zwei bis vier Stunden. «Damit können wir für viele Destinationen die Quarantäne überflüssig machen», so die Sprecherin.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen einiger Maßnahmen von Istanbul.

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