Terminal 2 im Jahr 1999: Beim Start ein hochmodernes Gebäude.

Flughafen FrankfurtTerminal 2 startete mit einem finanziellen Desaster - und muss nun in ein zehnjähriges Sabbatical

Nach 250 Millionen Passagieren und mehr als 60 Airlines wurde Terminal 2 geschlossen. Es prägte den Flughafen Frankfurt über drei Jahrzehnte. Ein Rückblick auf das Gebäude, das nun für voraussichtlich zehn Jahre geschlossen bleibt.

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In diesem Alter nimmt bei vielen die Karriere so richtig an Fahrt auf. Für Terminal 2 dagegen war nach 31 Jahren, sieben Monaten und 16 Tagen Schluss. Der Flughafen Frankfurt nahm das Gebäude am 9. Juni außer Betrieb. Flug U2-2995 war der letzte, der dort abgefertigt wurde. Der Airbus A319 mit dem Kennzeichen OE-LQQ verließ das Gate um 21:20 Uhr.

Das Karriereende bedeutet das zwar noch nicht. Doch Terminal 2 mit seinen beiden Flugsteigen D und E geht in ein rund zehn Jahre dauerndes Sabbatical. Über die Zeit habe sich «ein hoher Sanierungsbedarf» angestaut, erklärt Betreiberin Fraport. Das 600 Meter lange und 100 Meter breite Gebäude, für das der ehemalige Flughafenchef einmal die Beschreibung «nachdrückliche Beiläufigkeit» verwendete, wird deshalb in den nächsten Jahren für rund 1,5 Milliarden Euro rundum erneuert.

Terminal 2 wurde einst viel, viel teurer als geplant

Für die Umsetzung lässt man sich am Flughafen Frankfurt Zeit. Die detaillierte Bauplanung wird mit drei Jahren veranschlagt, gebaut wird dann ab 2030. Die Wiederinbetriebnahme des modernisierten Gebäudes mit einer Gesamtfläche von 430.000 Quadratmetern setzt Fraport derzeit auf Mitte der 2030er-Jahre an. Dann soll das in neuem Glanz erstrahlende Terminal 2 den Airlines von Lufthansa Group und der Star-Alliance-Mitglieder dienen.

Die Betreiberin des Flughafens Frankfurt hofft, dass sich die Geschichte dabei zumindest in einem Punkt nicht wiederholt. Die Baukosten waren beim Bau von Terminal 2 massiv aus dem Ruder gelaufen: Geplant waren ursprünglich 600 Millionen Mark, am Ende kostete der Bau 1,6 Milliarden. Hinzu kamen 900 Millionen für Technik und Elektronik, «um das Zusammenspiel von altem und neuem Terminal zu sichern», wie das Magazin Der Spiegel damals festhielt. Eine Unsumme für die damalige Zeit. Das entspricht kaufkraftbereinigt heutigen 2,2 Milliarden Euro.

Bau wurde für Flughafen Frankfurt viel, viel teurer als geplant

Zur Eröffnung am 24. Oktober 1994 zogen zunächst 18 Airlines im damals neuen Terminal 2 ein, auf dem Höhepunkt waren es einmal über 60 Fluggesellschaften mit rund 80.000 Flügen pro Jahr. Beheimatet waren dort vor allem die Allianzen Oneworld (unter anderen mit British Airways, American Airlines, Cathay Pacific) und Skyteam (unter anderen mit. Air France, KLM, Delta) sowie Golfairlines wie Emirates, Etihad und Qatar Airways, die inzwischen ins neue Terminal 3 umgezogen sind.

Bei der Inbetriebnahme war Terminal 2 seiner Zeit voraus. Es war damals das weltweit erste Terminal, das für die kommende Generation von Großraumflugzeugen ausgelegt war - noch bevor Airbus den A380 auf den Markt brachte. Seither war es Startpunkt, Zwischenstopp oder Ziel der Reisen von rund 250 Millionen Menschen.

Terminal 2 erlebte auch dunkle Stunden

Terminal 2 erlebte allerdings nicht nur gute Zeiten. Ein tragisches Ereignis war das Attentat auf einen Bus vor dem Gebäude. Ein in Deutschland lebender Kosovo-Albaner, erschoss an einer Bushaltestelle vor dem Gebäude zwei US-Soldaten und verletzte dabei zwei Menschen schwer. Ein weiterer schwieriger Moment war die Pandemie, als das Gebäude für 15 Monate ungenutzt und ging erst am 1. Juni 2021 wieder in Betrieb.

Nun ist es wieder ruhig geworden im Gebäude. Passagiere betreten es nicht mehr. Noch befinden sich aber Büros dort und eine Personalkantine. Bis es wirklich absolut ruhig wird, dürfte es daher noch einige Wochen dauern.

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