Als Ministerpräsident des Landes Hessen muss man das natürlich sagen, aber Boris Rhein scheint es wirklich zu meinen: «Frankfurt ist die Nummer 1» so der Politiker bei seiner Rede anlässlich der Eröffnung des neuen Frankfurter Terminal 3 nicht nur ein Mal, auch nicht nur zwei oder drei Mal, sondern viele Male. Er ist stolz darauf, dass der Airport ein derart bedeutendes internationales Drehkreuz ist. 15 seiner Kollegen in den Landesregierungen seien neidisch, da sei er sicher, scherzt der Politiker - mit Blick auf die 15 anderen Bundesländer.
Und noch begeisterter zeigte sich Rhein vom neuen Terminal, das am Mittwoch (22. April) feierlich eröffnet wurde. Der große Umzug am Flughafen Frankfurt erfolgt zwischen dem 23. April und dem 9. Juni 2026: In vier Etappen wechseln insgesamt 57 Airlines vom Terminal 2 in das neue Terminal 3.
So läuft man in Richtung Marktplatz im T3 aeroTELEGRAPH
Die gestaffelte Verlagerung soll einen möglichst reibungslosen Hochlauf des Neubaus gewährleisten. Der erste Start wird Emirates-Flug EK46 von Frankfurt nach Dubai sein, der um 13:15 Uhr abhebt. Die Airline hat im neuen Terminal eine eigene Lounge eröffnet, ebenso wie die Allianz Skyteam.
Zunächst für bis zu 19 Millionen Passagiere ausgerichtet
Zum Start stehen im Terminal 3 mit den Flugsteigen G, H und J Kapazitäten für bis zu 19 Millionen Passagiere jährlich zur Verfügung. Perspektivisch ist ein weiterer Ausbau mit Flugsteig K geplant, wodurch die Kapazität auf bis zu 25 Millionen steigen könnte.
Ein Blick in das neue Terminal 3 des Flughafens Frankfurt
Vier Milliarden Euro hat Fraport in den Bau des neuen Terminals 3 investiert.
Checki-n-Halle: Zunächst ist das Terminal 3 für 19 Millionen Reisende ausgelegt.
Verantwortlicher Architekt war Christoph Mäckler. So ein großes Projekt verwirkliche man nur einmal im Leben, so der Erschaffer.
Das Terminal wirkt luftig und kann in Sachen Modernität mit den Konkurrenten in Europa mithalten.
Schon am 23. April werden die ersten Reisenden hier unterwegs sein.
Die Farben sind eher in Sandtönen gehalten - ungewöhnlich für einen deutschen Flughafen, aber sehr angenehm für die Betrachter.
Wichtig war, dass sich Reisende möglichst ohne zu viele Treppen und Umwege von der Ankunft am Flughafen bis zum Gate bewegen können.
Noch ist es leer auf dem Vorfeld vor dem Terminal 3 in Frankfurt.
Vom 23. April bis zum 9. Juni 2026 ziehen die ersten 57 Airlines aus dem Terminal 2 in das Terminal 3. Der Umzug erfolgt in vier Wellen, um einen stabilen Hochlauf des Neubaus sicherzustellen.
Aktuell gibt es die Flugsteige G,H und JPerspektivisch kann der Flugsteig K gebaut werden und die Kapazität damit auf bis zu 25 Millionen Passagiere steigen.
Es gibt die Möglichkeit, das Terminal noch zu erweitern - ohne, dass man durch Baustellen laufen muss, versichert Architekt Mäckler.
Ein Flieger von Lufthansa am T3 wird seltener zu sehen sein. Die größte Airline am Flughafen Frankfurt bleibt im Terminal 1 - aber mit mehr Platz und weniger Bus-Gates.
Das soll schlussendlich auch am alten Terminal für mehr Entspannung und Pünktlichkeit sorgen.
Vergleicht man das neue Terminalgebäude mit dem Terminal 1, das in den 1960er-Jahren eröffnet worden war, ist die Entwicklung ein Quantensprung. Viel Platz, moderne Architektur, viel Kunst und ein auf das Erlebnis ausgerichteter Einkaufs- und Gastronomiebereich statt Gates und dazwischen Geschäfte und Cafés: Das Terminal 3 geht mit dem Trend, auch den Aufenthalt am Flughafen zum Erlebnis zu machen. Und das vor allem möglichst entspannt. Ohne viele Treppen kommt man vom Check-in zum Gate.
Flughafen Frankfurt: «Ja, wir können Großprojekte»
«Man baut als Architekt in seinem Leben nicht zweimal ein Gebäude, das so groß ist wie die Innenstadt Frankfurt», sagt der verantwortliche Architekt Christoph Mäckler. Zwar scherzt er, dass der Bauherr nicht der unkomplizierteste gewesen sei, mit dem er bislang zu tun gehabt habe. Aber er ist auch sehr stolz.
Terminal 3 im Vergleich mit der Innenstadt von Frankfurt: beachtliche Dimensionen. Mäckler Architekten
Bislang habe er sehr viel Zustimmung erfahren. «Ich wundere mich manchmal, dass niemand einem einfach sagt, das Gebäude sei aber hässlich», sagt er. Das in einem Umfeld, in dem immer viele kritische Stimmen zu hören sind, sei der beste Zuspruch, den man sich wünschen könne.
Bemerkenswert ist auch, dass all das ohne größere - zumindest nach außen getragene - Probleme umgesetzt wurde. «Ja wir können Großprojekte», sagt denn auch Fraport-Chef Stefan Schulte. Insgesamt investiert der Betreiber rund 4 Milliarden Euro in das Projekt, das damit als größtes privatfinanziertes Infrastrukturvorhaben Europas gilt. «Es zeigt, was in unserem Land steckt, wenn wir anpacken, was möglich ist und dass wir nicht alles schlecht reden», pflichtet ihm Ministerpräsident Rhein bei.
Neue Skyline-Bahn: Schneller als man denkt
Mit dem neuen Terminal wächst auch die Infrastruktur am Boden. Die zusätzliche Skyline-Bahn verbindet künftig Terminal 3 mit dem Rest des Flughafens. Fahrgäste gelangen an 365 Tagen im Jahr in bis zu acht Minuten vom Terminal 1 zum neuen Abfertigungsbereich. Pro Stunde und Richtung können dabei mehr als 4000 Passagiere befördert werden. Auch der Regional- und Fernbahnhof am Flughafen Frankfurt ist eingebunden. Für alle, die mit der Skyline-Bahn unterwegs sind, ein ganz praktischer Tipp: Gut festhalten, sie ist schneller, als man denkt.
Die Strecke der neuen Bahn ist insgesamt 5,6 Kilometer lang. Zum Einsatz kommen zwölf Züge mit jeweils zwei Waggons, die in getrennte Bereiche für Schengen- und Non-Schengen-Reisende aufgeteilt sind. Für Betrieb und Wartung hat Fraport ein eigenes Gebäude mit Leitstelle und Waschanlage errichtet. Ergänzt wird die Flotte durch ein spezielles Wartungsfahrzeug.
Ausbau des Terminal 3 gut umsetzbar
Auch für zukünftige Ausbauprojekte sei das Terminal 3 des Flughafens Frankfurt gut ausgelegt, so Architekt Mäckler. Man werde nicht durch Baustellen laufen müssen, wenn das Gebäude erweitert werde. Das sei auch gerade mit dem Blick auf Ausbauprojekte der vergangenen Jahre sehr wichtig.
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