Das neue Hochregallager von Lufthansa Cargo von innen und außen.

Projekt LCC Evo am Flughafen FrankfurtAutomatisiert auf 13 Stockwerken: Zu Besuch im neuen Lager von Lufthansa Cargo

Lufthansa Cargo hat den Bau ihres neuen, 42 Meter hohen Lagers am Flughafen Frankfurt abgeschlossen. aeroTELEGRAPH konnte vor dem Betriebsstart einen Blick in das neue Gebäude werfen, in dem vieles automatisiert geschehen wird.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

2021 flottete Lufthansa Cargo ihre letzte McDonnell Douglas MD-11 aus und setzte damit auf eine Verjüngung. So besteht ihre Frachter-Flotte derzeit ausschließlich aus Boeing 777 F, die heute im Durchschnitt neun Jahre alt sind - die älteste zwei Jahre, die älteste 13 Jahre.

An anderer Stelle ist die Verjüngung dagegen bisher noch nicht so weit vorangeschritten. Denn das sogenannte Lufthansa Cargo Center, kurz LCC, am Flughafen Frankfurt ist seit 1982 ununterbrochen in Betrieb - und damit seit mittlerweile rund 44 Jahren.

Lufthansa Cargo Center seit 1982 ununterbrochen in Betrieb

Im LCC kommt Fracht an, wird zwischengelagert, für den Flug oder Weiterflug vorbereitet und rausgeschickt zur Verladung ins Flugzeug. Natürlich ist es nicht so, dass sich seit 1982 nichts verändert hätte. So wurde etwa 2018 der Pharma Hub für medizinische Spezialfracht ausgebaut, den aeroTELEGRAPH in der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 besuchte.

Dennoch ist im normalen Frachtlager tatsächlich einiges noch auf einem technischen Stand, der einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat - gut gepflegt, funktional, aber eben nicht mehr optimal. Daher arbeitet Lufthansa Cargo seit 2021 auch hier an einer Modernisierung.

Neues Hochregallager hat fast 3000 Paletten-Lagerplätze

Das Projekt trägt den Namen LCC Evo, wobei Evo für Evolution steht. In der ersten Phase namens Zero wurde von 2021 bis 2023 viel geplant, beantragt und kleinere Abbrucharbeiten vorgenommen. Aktuell befindet sich das Projekt in der zweiten Phase namens Alpha und 2024 war Baubeginn für ein neues Lagersystem. Dessen Herzstück ist ein neues Hochregallager mit 2912 Paletten-Lagerplätzen. Das neue Gebäude, in dem es sich befindet, ist 42 Meter hoch - höher sind im operativen Teil des Flughafens nur die Kontrolltürme.

Der Bau ist nun abgeschlossen, am Donnerstag (25. Juni) wurden Fertigstellung und Inbetriebnahme offiziell gefeiert. aeroTELEGRAPH hatte schon vorab die Möglichkeit, einen Blick in die neuen Lager von Lufthansa Cargo am Flughafen Frankfurt zu werfen.

So sind die neuen Lager von Lufthansa Cargo aufgebaut

Das Ganze ist vereinfacht gesagt so aufgebaut: Es gibt das große Hochregallager für große Ladungspaletten und ein kleineres Lager für mittelgroße Paletten. Beide Palettenarten werden nur im Lager genutzt. Auf den Palettierungsplätzen im Erdgeschoss laden die Mitarbeitenden die Waren für den Transport im Flieger um auf Flugzeugpaletten.

Die Waren auf den mittelgroßen Kunststoffpaletten erhalten sie dabei per Gabelstapler an ihren Platz geliefert. Die großen Ladungspaletten aus Metall, die bis zu 2400 Kilogramm tragen, werden derweil auf drei Stockwerken durch den Gebäudeteil transportiert, den Lufthansa Cargo als zentrale Materialflussachse bezeichnet. Das geschieht über ein automatisiertes Transportsystem mit Förderbändern und Aufzügen.

13 Stockwerke, 52 automatisierte Fahrzeuge, acht Aufzüge

Das Lager für mittelgroße Paletten hat stets eine Temperatur von 20 Grad. «Hier gibt es 1270 Lagerpositionen für leichtere und temperaturempfindliche Fracht», sagt Katja Krafczyk, als Teamleiterin zuständig für die Lagersysteme. Auch hier geschieht der Transport zu und ab den Regalen des zehn Meter hohen Lagers automatisiert, erst am Ende holt ein Gabelstapler die Paletten vom Rollband ab. «Für temperatursensible Sendungen gibt es außerdem eine angebundene Kühlzelle mit einer konstanten Temperatur von 5 Grad», so Krafczyk.

Das Hochregallager für große Ladungspaletten ist deutlich größer. Es erstreckt sich über 13 Ebenen, quasi 13 Stockwerke. «Jede Ebene verfügt über vier Gänge und in jedem Gang fährt ein automatisiertes Shuttle-Fahrzeuge, das die Paletten zu ihren Plätzen bringt und von dort abholt», erklärt Krafczyk. «Insgesamt gibt es 52 Fahrzeuge.» Der Transport von oben nach unten erfolgt mit acht Liften. «So schaffen wir künftig mehr als 300 Ein- und Auslagerungen pro Stunde.» Das neue Lager ist nicht größer als das bisherige, funktioniert aber effizienter.

Was das Lager einer Airline von anderen Lagern unterscheidet

«In einem Lager beispielsweise von einem Versandhändler sind Waren bevorratet, damit sie in ausreichender Menge vorhanden sind», erklärt Krafczyk. «Bei uns ist das anders: Hier wird die Fracht lediglich zwischengelagert - im Durchschnitt ist sie nur rund 20 Stunden bei uns.»

Neben den beiden Lagern, der Materialflussachse und den Palettierungsplätzen gibt es im neuen Gebäude unter anderem auch Technik- und Werkstattbereiche sowie Büroräume. Das Dach wird künftig noch begrünt und mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.

13-stöckiges Lager geht spätestens Anfang 2027 in Betrieb

Sollte es im neuen Lager brennen, übernimmt ein Druckbehälter die Erstversorgung der Sprinkler mit Wasser. Dieser hat ein Leergewicht von rund 8,7 Tonnen, musste mit einem Spezialkran in die Bodenplatte gelassen werden und hat eine Kapazität von 50.000 Litern.

Das Lager für die mittelgroßen Paletten geht Anfang Juli 2026 in Betrieb. Das Hochregallager für große Ladungspaletten soll spätestens im Januar 2027 folgen. Sobald sie sich eine Zeit lang in der Praxis bewährt haben, werden die alten Anlagen stillgelegt.

So treibt Lufthansa Cargo die Modernisierung nun weiter voran

In der nächsten Projektphase namens Bravo wird dann zwischen 2027 und 2029 ein alter, südlicher Gebäudeteil samt dem alten Hochregallager abgerissen. Dafür ist der Neubau weiterer Gebäudemodule mit Hallenflächen, Büros und Sozialräumen geplant sowie eine Erweiterung der zentralen Materialflussachse. Zudem wird das Dach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und teilweise begrünt. In der letzten Phase namens Charlie sollen dann von 2029 bis 2030 die älteren, nördlichen Gebäudeteile in drei Phasen saniert werden.

Gute Geschichten brauchen Freiraum. Ihre Unterstützung gibt uns diesen Freiraum – und Sie lesen aeroTELEGRAPH ganz ohne Werbung. Für weniger als ein Getränk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Thomas Forster: «Das Hauptargument für City Airlines ist die Perspektive».

«Wir werden von Anfang an erfahrene Pilotinnen und Piloten auf dem Airbus A220 haben»

ticker-lufthansa

Lufthansa Cargo erhält umfassende Pharma-Zertifizierung der Iata

ticker-lufthansa

Lufthansa Cargo fliegt 67 Millionen Jahre alte T-Rex-Skelette von München nach Peking

Airbus-A321-Umbaufrachter (Archivbild): Lufthansa Cargo braucht eine neue Betreiberin.

Die Airbus A321 P2F stehen sich die Reifen platt - und Lufthansa hat keine Eile, das zu ändern

Video

2005: Boeing 737-800 (VH-XZJ) «Mendoowoorrji»
Rund 13 Jahre lang flog die Boeing 737 namens Mendoowoorrji mit einem Aborigine-Kunstwerk auf dem Rumpf um die Welt. Nun wird das Flugzeug von Qantas umlackiert, ganz verschwindet die Geschichte aber nicht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Special Olympics Airlift 2025: Zahlreiche Jets nehmen an der Aktion teil.
Vom 20. bis 26. Juni finden die Special Olympics USA Games statt. Zur Anreise können die Athletinnen und Athleten den Special Olympics Airlift nutzen, bei dem Flugzeugbesitzer ihre Flieger kostenlos zur Verfügung stellen. Erstmals ist auch eine Boeing 777 dabei.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil