Kontrollturm am Flughafen Stockholm-Arlanda: Mehr gekrümmte Anflüge.

EOR-KonzeptEuropa-Premiere in Stockholm: Neues Verfahren erlaubt gebogene Anflüge auf parallele Pisten

Der internationale Flughafen der schwedischen Hauptstadt testet erstmals in Europa ein Verfahren, das gekrümmte Anflugrouten in den Parallelbahnbetrieb integriert. Das ist effizienter, umweltfreundlicher und leiser. Was Arlanda jetzt umsetzt, kommt in Frankfurt nicht vom Fleck.

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Auch in Frankfurt ist es schon lange ein Thema. Bereits im Jahr 2017 präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR ein neues Sicherheitskonzept, um gekrümmte Anflüge an Flughäfen mit parallelen Pisten zu ermöglichen. Im Fokus: der größte deutsche Airport.

Später starteten entsprechende Tests am Drehkreuz in Hessen, auch für sogenannte segmentierte Anflüge, zu denen gekrümmte Abschnitte gehören. Bis heute sorgen diese Konzepte zu Unstimmigkeiten und Zwist in der Debatte um Fluglärm rund um den Flughafen Frankfurt.

Was hinter dem neuen Anflugsystem in Stockholm steckt

Weiter ist man in Stockholm-Arlanda. Die schwedische Flughafenbetreiberin Swedavia teilte am Dienstag (21. Oktober) mit, man führe zusammen mit der Luftverkehrskontrolle Luftfartsverket ein neues Anflugkonzept ein, was eine Premiere in Europa sei. Das neue Konzept wird als Established on RNP oder kurz EOR bezeichnet. «Es ermöglicht es Flugzeugen, die am Flughafen Stockholm-Arlanda ankommen, verstärkt gekrümmte Anflugrouten zu fliegen», erklärt Swedavia. Doch was sind RNP und EOR genau?

RNP steht für Required Navigation Performance. Es handelt sich um ein Navigationsverfahren auf Basis von Satellitennavigation für besonders präzise Anflüge. Das macht es beispielsweise möglich, Lärm über bestimmte Regionen zu reduzieren.

«Ermöglicht es, die Anzahl der Landungen zu erhöhen»

EOR ist der nächste Schritt, nämlich nicht nur ein Navigations- und Anflugverfahren, sondern das gesamte operationelle Konzept, das die RNP-Anflüge in den Parallelbahnbetrieb eines Flughafens integriert. Der Hintergrund von all dem: Normalerweise sind bei unabhängigen parallelen Pisten nur gerade Anflüge gestattet.

«Das neue Anflugkonzept ermöglicht es dem Flughafen, die Anzahl der Landungen pro Stunde zu erhöhen und gleichzeitig die Emissionen zu reduzieren – sowohl für die Flugzeuge, die die kürzeren, gekrümmten Anflüge nutzen, als auch für jene, die die Standard-Instrumentenanflugverfahren fliegen», schreibt die schwedische Betreiberin. «Dies liegt daran, dass weniger Flugzeuge die für Ankünfte vorgesehene Landebahn nutzen müssen, wodurch sich die Warteschlange vor dieser Landebahn verkürzt.»

Fluggesellschaften brauchen eine Sondergenehmigung

Für gekrümmte Anflüge benötigen Fluggesellschaften allerdings eine Sondergenehmigung ihrer nationalen Aufsichtsbehörde, wie auch Swedavia betont. Somit wird sichergestellt, dass die Flugzeuge entsprechend ausgerüstet und die Crews ausreichend geschult sind.

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