So sollte das neue Terminal am Flughafen Murmansk aussehen: Fertig ist das Terminal nicht und auch das Geld ist weg.

Neues Terminal Ermittlungen wegen Millionenbetrugs beim Flughafen Murmansk

Der Ausbau des Flughafens Murmansk sollt eigentlich bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Stattdessen beläuft sich der Fortschritt auf fünf Prozent. Offenbar wurden dabei Millionen veruntreut.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Murmansk ist mit einer Bevölkerung von rund 375.000 Menschen die größte Stadt der Welt innerhalb des Polarkreises. Gegründet wurde Murmansk erst 1916 und war bis zum Ende der Sowjetunion militärisches Sperrgebiet. Dank Ausläufern des Golfstroms ist der Hafen der Stadt auch im Winter eisfrei.

Berühmt ist die Stadt für die sowjetische Atom-U-Boot-Flotte, deren veraltete Schiffe noch immer in den umliegenden Fjorden vor sich hin rosten. Zusammen mit der benachbarten Stadt Seweromorsk bildet Murmansk weiterhin einen wichtigen Stützpunkt für die russische Nordflotte. Zudem beherbergt die Region eine atomgetriebene Eisbrecherflotte.

Flughafen soll ausgebaut werden

Murmansk hat seit 1977 einen Flughafen, der rund 24 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Genutzt wird der Airport, der nach Zar Nikolaus II. benannt ist, hauptsächlich für Inlandsflüge nach St. Petersburg und Moskau. Vor über zwei Jahren entschied die Stadtverwaltung, den Flughafen auszubauen und ein neues Terminal zu errichten.

Die Pläne sahen vor, das Terminal in mehreren Ausbaustufen zu erweitern, sodass die Gesamtfläche auf mehr als 7000 Quadratmeter vergrößert wird. Zudem soll das Terminal auf einen Passagierdurchsatz von bis zu 400 Personen pro Stunde ausgelegt sein. Die Kapazität soll bei rund 3 Millionen Passagiere pro Jahr liegen.

Bauarbeiten erst bei 5 Prozent

Den Zuschlag als Generalunternehmer für den Bau erhielt das Unternehmen Promstroyservis. Der Auftragswert belief sich auf 4,14 Milliarden Rubel, was heute umgerechnet rund 45,4 Millionen Euro entsprechen würde. Die Fertigstellung war für Dezember 2024 geplant. Doch passiert ist das nicht. Bei einem Baustellenrundgang Anfang Februar wurde von den Behörden festgestellt, dass die Arbeiten erst zu rund 5 Prozent fertiggestellt sind. Doch das war nicht das größte Problem. Laut russischen Medien wurde im Anschluss dem Unternehmen Promstroyservis der Bauvertrag einseitig fristlos gekündigt.

Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass zum einen der Generalbauunternehmer keine ausreichende Kontrolle und Überwachung der Arbeiten durchgeführt hat. Zudem wurden Unregelmäßigkeiten bei der Entnahme von Geldern und der Veruntreuung von Haushaltsmitteln entdeckt. Insgesamt sind wohl rund 2 Milliarden Rubel oder knapp 24,1 Millionen Euro verschwunden.

Strafverfolgungsbehörden sprechen von Betrug in großem Umfang

Das Bauunternehmen soll zudem Verträge mit zahlreichen kleineren Baufirmen abgeschlossen haben, deren Arbeiten jedoch nie ausgeführt wurden. Darüber hinaus sollen zahlreiche Verträge für Warenlieferungen, Dienstleistungen und sogar Kreditvereinbarungen geschlossen worden sein – alles ohne entsprechende Gegenleistungen.

Laut den Strafverfolgungsbehörden deuten die ermittelten Fakten darauf hin, dass Anhaltspunkte für einen Betrug in besonders großem Umfang vorliegt.

Mehr zum Thema

Bombardier Global 6000 von Swiss Private Jet: Landete plötzlich in Russland.

Schweizer Bombardier Global 6000 fliegt nach Umweg über Oman mit russischem Kennzeichen

ilyushin il 114 300

So sollen russische Flugzeuge künftig in Indien gebaut werden

russland iraero antonov an 26 02

Fluggäste in Russland sitzen auf einmal in Transporter statt in Passagierflugzeug

Tu-204: Immer mehr alte Flieger kehren in die Flotten russischer Airlines zurück.

Boeing 747, Antonov An-148, Ilyushin Il-96, Tupolev Tu-204: Russland holt immer mehr alte Jets zurück in die Flotten

Video

Flugzeug auf Zug: Waghalsiges Manöver.
Ein Pilot, ein fahrender Güterzug – und kaum Platz für Fehler. In der Türkei ist ein außergewöhnliches Landemanöver gelungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies