So sollte das neue Terminal am Flughafen Murmansk aussehen: Fertig ist das Terminal nicht und auch das Geld ist weg.

Neues Terminal Ermittlungen wegen Millionenbetrugs beim Flughafen Murmansk

Der Ausbau des Flughafens Murmansk sollt eigentlich bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Stattdessen beläuft sich der Fortschritt auf fünf Prozent. Offenbar wurden dabei Millionen veruntreut.

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Murmansk ist mit einer Bevölkerung von rund 375.000 Menschen die größte Stadt der Welt innerhalb des Polarkreises. Gegründet wurde Murmansk erst 1916 und war bis zum Ende der Sowjetunion militärisches Sperrgebiet. Dank Ausläufern des Golfstroms ist der Hafen der Stadt auch im Winter eisfrei.

Berühmt ist die Stadt für die sowjetische Atom-U-Boot-Flotte, deren veraltete Schiffe noch immer in den umliegenden Fjorden vor sich hin rosten. Zusammen mit der benachbarten Stadt Seweromorsk bildet Murmansk weiterhin einen wichtigen Stützpunkt für die russische Nordflotte. Zudem beherbergt die Region eine atomgetriebene Eisbrecherflotte.

Flughafen soll ausgebaut werden

Murmansk hat seit 1977 einen Flughafen, der rund 24 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Genutzt wird der Airport, der nach Zar Nikolaus II. benannt ist, hauptsächlich für Inlandsflüge nach St. Petersburg und Moskau. Vor über zwei Jahren entschied die Stadtverwaltung, den Flughafen auszubauen und ein neues Terminal zu errichten.

Die Pläne sahen vor, das Terminal in mehreren Ausbaustufen zu erweitern, sodass die Gesamtfläche auf mehr als 7000 Quadratmeter vergrößert wird. Zudem soll das Terminal auf einen Passagierdurchsatz von bis zu 400 Personen pro Stunde ausgelegt sein. Die Kapazität soll bei rund 3 Millionen Passagiere pro Jahr liegen.

Bauarbeiten erst bei 5 Prozent

Den Zuschlag als Generalunternehmer für den Bau erhielt das Unternehmen Promstroyservis. Der Auftragswert belief sich auf 4,14 Milliarden Rubel, was heute umgerechnet rund 45,4 Millionen Euro entsprechen würde. Die Fertigstellung war für Dezember 2024 geplant. Doch passiert ist das nicht. Bei einem Baustellenrundgang Anfang Februar wurde von den Behörden festgestellt, dass die Arbeiten erst zu rund 5 Prozent fertiggestellt sind. Doch das war nicht das größte Problem. Laut russischen Medien wurde im Anschluss dem Unternehmen Promstroyservis der Bauvertrag einseitig fristlos gekündigt.

Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass zum einen der Generalbauunternehmer keine ausreichende Kontrolle und Überwachung der Arbeiten durchgeführt hat. Zudem wurden Unregelmäßigkeiten bei der Entnahme von Geldern und der Veruntreuung von Haushaltsmitteln entdeckt. Insgesamt sind wohl rund 2 Milliarden Rubel oder knapp 24,1 Millionen Euro verschwunden.

Strafverfolgungsbehörden sprechen von Betrug in großem Umfang

Das Bauunternehmen soll zudem Verträge mit zahlreichen kleineren Baufirmen abgeschlossen haben, deren Arbeiten jedoch nie ausgeführt wurden. Darüber hinaus sollen zahlreiche Verträge für Warenlieferungen, Dienstleistungen und sogar Kreditvereinbarungen geschlossen worden sein – alles ohne entsprechende Gegenleistungen.

Laut den Strafverfolgungsbehörden deuten die ermittelten Fakten darauf hin, dass Anhaltspunkte für einen Betrug in besonders großem Umfang vorliegt.

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