Luftaufnahme des Flughafens Kiew-Zhuljany aus der Zeit vor der russischen Invasion, die seit dem Februar 2022 läuft.

Hilferuf aus der Ukraine«Beginn des Krieges hat uns für 30 Minuten in Schockstarre versetzt»

Bis vor wenigen Tagen träumte Olga Tovkes als Chefin des Zhuljany Airports von einer großen Zukunft für den Kiewer Stadtflughafen. Seit der russischen Invasion geht es um andere Dinge.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Als die Flughafengeschäftsführerin Olga Tovkes im August des vergangenen Jahres aeroTELEGRAPH zum Interview nach Kiew lud, war die Situation am Kiewer Stadtflughafen noch von Optimismus geprägt. Der Flughafen Zhuljany hatte, nachdem die Passagiere wieder Lust aufs Reisen bekommen hatten, große Pläne für dessen Zukunft.

Mit einer Verlängerung der bestehenden Piste um 500 Meter auf eine Gesamtlänge von 2810 Meter sollten nicht nur neue Airlines angelockt werden. Erstmals sollten auch größere Verkehrsflugzeuge wie der Airbus A321 Neo Zugang zum zentrumsnahen Flughafen erhalten. Das Management hatte den Traum, den Airport zum weltbesten seiner Klasse (bis vier Millionen Reisende) zu machen. Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air war von den Plänen so angetan, dass sie neue Ziele und die Stationierung weiterer Jets ankündigte.

«30 Minuten in eine Schockstarre versetzt»

Doch dann begann vergangene Woche die Invasion der russischen Truppen in die Ukraine. Am 24. Februar 2022 arbeitete die Nachtschicht noch wie üblich, schreibt Tovkes aeroTELEGRAPH jetzt. Die regulären Flüge waren für den Morgen geplant, die Passagiere wurden abgefertigt, aber um 4:00 Uhr morgens wurde der Luftverkehr wegen des Angriffs der russischen Aggressoren plötzlich gestoppt. Die Flüge wurden daraufhin sofort gestrichen und die Passagiere und das Flughafenpersonal umgehend evakuiert.

Wie die Geschäftsführerin erzählt, haben bis 24 Stunden vor Beginn der russischen Invasion die polnische Lot und Wizz Air den Flughafen regelmäßig bedient. «Der Beginn des Krieges hat uns dann für 30 Minuten in eine Schockstarre versetzt, danach kam die Erkenntnis, dass es notwendig war zu handeln, Probleme zu lösen und das Leben in einer neuen Realität irgendwie zu bewältigen», so Tovkes.

«Kollegen beteiligen sich an der Verteidigung»

Die Ukraine lebt seit 2014 mit dem Krieg und wer die Bilder der zerschossenen Terminalgebäude in den Separatistengebieten von Luhansk und Donezk kennt, kann ahnen, welche Ängste derzeit in der ukrainischen Hauptstadt vorherrschen. Die meisten Flughafenmitarbeiter sind nach Schließung des Airports nun in Kiew oder in der Region rund Kiew geblieben, einige sind in die benachbarten Regionen gegangen.

«Aber das hat heute nichts zu bedeuten, überall herrscht inzwischen Krieg und Beschuss mit schweren Waffen und sogar ballistische Raketen auf Wohngebiete», so Tovkes. «Meine Kollegen beteiligen sich an der Territorialverteidigung, verbringen die Nächte in Kellern und Bunkern.» Die Kinder könnten nicht in Schulen oder Kindergärten gehen und seien von Luftangriffen, Explosionen und dem Klang der abgefeuerten Kugeln geschockt.

Dank an Unterstützer rund um den Globus

«Es ist eine Prüfung für jeden Ukrainer und seine Familie», so die Flughafenmanagerin. Doch sie gibt sich kämpferisch: «Alles, was geschieht, macht uns stärker. Wir ehren die Freiheit und wir sind stark im Geiste.» Abschließend schreibt Tovkes: «Gegenwärtig erleben wir echte Unterstützung aus der ganzen Welt, und dafür möchte ich meine aufrichtige Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.»

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Bilder des Flughafens aus der Zeit vor der russischen Invasion, die seit Februar 2022 läuft.

Mehr zum Thema

Westjet-Flieger mit ukrainischen Farben.

Zelenskyy: Flughafen von Vinnytsia von den Russen zerstört

Flughafen Wien: Bald gibt es ein neues Hotel.

Flughafen Wien spürt Folgen des Ukraine-Kriegs

Olga Tovkes: «Wir wollen in unserer Klasse mit einer Kapazität von unter vier4 Millionen Passagiere der beste Flughafen der Welt werden.»

«Vielleicht sogar schon 2022 Passagierzahlen wie vor Corona»

Embraer E190 von Wideroe: Mit diesem Flugzeugtyp wurden die Russinnen und Russen Richtung Heim geflogen.

Widerøe fliegt Russen im Spitzbergen-Eklat zurück nach Hause

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier