Schon seit Dezember ist klar, dass sich der Prozess weiter in die Länge zieht. Eigentlich wollte Lufthansa bis dahin nach langem Warten endlich die Zertifizierung für die Allegris-Business-Class-Sitze in ihren Boeing 787 haben. Doch Konzernchef Carsten Spohr kündigte bei einer internen Mitarbeiterveranstaltung an, dass es doch erst im April so weit sein dürfte.
Jetzt dauert das Ganze sogar noch länger. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, droht sich die Zertifizierung der Sitze in den Dreamlinern von Lufthansa weiter zu verzögern. Statt wie erhofft bis Ende April könnten große Teile der neuen Allegris-Business-Class in den Boeing 787 bis mindestens Ende Juni gesperrt bleiben. Damit wären auf den betroffenen Flugzeugen weiterhin nur vier der eigentlich vorgesehenen 28 Plätze nutzbar.
Allegris-Dreamliner fliegen bereits - mit gesperrten Sitzen
Hintergrund ist ein noch laufendes Zulassungsverfahren bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration). Konkret geht es um die Art und Weise, wie die Sitze am Kabinenboden befestigt sind. An dem Prozess ist neben Boeing auch der Sitzhersteller Collins Aerospace beteiligt. Lufthansa erklärte gegenüber Bloomberg, man arbeite intensiv an einer Lösung und rechne weiterhin mit einer vollständigen Zertifizierung in den nächsten Monaten – ohne jedoch einen genauen Zeitpunkt zu nennen.
Dennoch hat Lufthansa den Linienbetrieb mit den Allegris-Dreamlinern schon im Oktober 2025 aufgenommen. Mittlerweile verfügt sie über acht Boeing 787-9 mit der neuen Kabine, von denen acht bereits im Einsatz sind - mit zum größten Teil gesperrter Business Class.
Lufthansa verliert viel Geld durch gesperrte Sitze
Für Lufthansa ist die Situation wirtschaftlich ein Rückschlag. Denn jeder gesperrte Sitz bedeutet entgangene Einnahmen in einer Phase, in der die Nachfrage nach Premium-Produkten hoch ist. Das Zertifizierungsproblem betrifft ausschließlich die Boeing 787. Auf dem Airbus A350 ist die neue Allegris-Kabine bereits vollständig zugelassen und im Einsatz.