Flieger von Lufthansa: Die Airline will deeskalieren.

Nach StreikLufthansa will den gordischen Knoten mit den Gewerkschaften lösen - mit externer Hilfe

Nach dem Streik von Cockpit- und Kabinenpersonal sucht die deutsche Fluggesellschaft einen neuen Weg aus der Eskalation. Lufthansa holt sich externe Hilfe, um den festgefahrenen Konflikt mit der Gewerkschaft zu lösen.

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Am vergangenen Donnerstag kam es zur Eskalation. Cockpitcrews von Lufthansa und Lufthansa Cargo legten am 12. Februar die Arbeit nieder, zeitgleich streikte auch das Kabinenpersonal von Lufthansa und Lufthansa Cityline. Die Folgen waren erheblich: Knapp 800 Flüge wurden annulliert, rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Besonders Frankfurt und München traf es hart.

Hintergrund des Streiks ist vor allem der Konflikt mit der Vereinigung Cockpit. Die Pilotengewerkschaft fordert eine deutliche Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung. Der Konzern verweist dagegen auf fehlenden finanziellen Spielraum. Personalvorstand Michael Niggemann sprach von einer «völlig unnötigen Eskalation» und betonte, zusätzliche Kosten seien angesichts steigender Standortkosten und sinkender Wettbewerbsfähigkeit nicht tragbar. Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo verhärteten sich die Fronten. Sie wirft der Airline «Erpressung» und Verzögerungstaktik vor.

Lufthansa spricht von kaum noch vorhandener Vertrauensbasis

Nun versucht Lufthansa, die Spirale an gegenseitigen Vorwürfen zu durchbrechen. In einem Schreiben an die Belegschaft, welches aeroTELEGRAPH vorliegt, kündigt Francesco Sciortino, Drehkreuz-Manager in Frankfurt, an, der Vereinigung Cockpit die Einschaltung eines externen Moderators vorzuschlagen. Die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft sei seit Langem «intensiv und sehr konfliktbehaftet», eine belastbare Vertrauensbasis aktuell kaum noch vorhanden. Ziel der Moderation sei es, zentrale Differenzen systematisch zu bearbeiten, gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und eine Balance zwischen wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und den Interessen der Mitarbeitenden zu finden.

Inhaltlich signalisiert das Management Gesprächsbereitschaft, allerdings unter Bedingungen. Man sei offen für Reformen der Altersversorgung, solange diese kostenneutral bleiben. Zudem stellt Lufthansa Perspektiven wie Neueinstellungen, Upgrades oder Zusagen zur Flottengröße in Aussicht. Gleichzeitig fordert sie von der Belegschaft Zugeständnisse bei Produktivität und Effizienz.

Gewerkschaft muss Vorschlag von Lufthansa annehmen

Die Vereinigung Cockpit weist die Initiative des Konzerns eher zurück. Die jüngsten Signale aus dem Management wirkten wie ein Versuch, vom Kern des Konflikts – der Forderung nach einer neuen betrieblichen Altersversorgung – abzulenken, so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH. Man sei jederzeit bereit, eine tragfähige Lösung zu finden. Voraussetzung dafür sei jedoch ein konkret verhandlungsfähiges Angebot. Ein solches liege bislang nicht vor.

Ankündigungen über externe Moderation oder «neue Verständigungsversuche» ersetzten kein substanzielles Angebot, so die Vereinigung Cockpit weiter. Solange die Arbeitgeberseite keinen konkreten Vorschlag zur Altersvorsorge vorlege, habe sich an der festgefahrenen Situation nichts geändert. Die Verantwortung für Bewegung in der Tarifauseinandersetzung liege klar beim Unternehmen.

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