Flieger von Lufthansa: Die Airline will deeskalieren.

Nach StreikLufthansa will den gordischen Knoten mit den Gewerkschaften lösen - mit externer Hilfe

Nach dem Streik von Cockpit- und Kabinenpersonal sucht die deutsche Fluggesellschaft einen neuen Weg aus der Eskalation. Lufthansa holt sich externe Hilfe, um den festgefahrenen Konflikt mit der Gewerkschaft zu lösen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Am vergangenen Donnerstag kam es zur Eskalation. Cockpitcrews von Lufthansa und Lufthansa Cargo legten am 12. Februar die Arbeit nieder, zeitgleich streikte auch das Kabinenpersonal von Lufthansa und Lufthansa Cityline. Die Folgen waren erheblich: Knapp 800 Flüge wurden annulliert, rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Besonders Frankfurt und München traf es hart.

Hintergrund des Streiks ist vor allem der Konflikt mit der Vereinigung Cockpit. Die Pilotengewerkschaft fordert eine deutliche Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung. Der Konzern verweist dagegen auf fehlenden finanziellen Spielraum. Personalvorstand Michael Niggemann sprach von einer «völlig unnötigen Eskalation» und betonte, zusätzliche Kosten seien angesichts steigender Standortkosten und sinkender Wettbewerbsfähigkeit nicht tragbar. Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo verhärteten sich die Fronten. Sie wirft der Airline «Erpressung» und Verzögerungstaktik vor.

Lufthansa spricht von kaum noch vorhandener Vertrauensbasis

Nun versucht Lufthansa, die Spirale an gegenseitigen Vorwürfen zu durchbrechen. In einem Schreiben an die Belegschaft, welches aeroTELEGRAPH vorliegt, kündigt Francesco Sciortino, Drehkreuz-Manager in Frankfurt, an, der Vereinigung Cockpit die Einschaltung eines externen Moderators vorzuschlagen. Die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft sei seit Langem «intensiv und sehr konfliktbehaftet», eine belastbare Vertrauensbasis aktuell kaum noch vorhanden. Ziel der Moderation sei es, zentrale Differenzen systematisch zu bearbeiten, gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und eine Balance zwischen wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und den Interessen der Mitarbeitenden zu finden.

Inhaltlich signalisiert das Management Gesprächsbereitschaft, allerdings unter Bedingungen. Man sei offen für Reformen der Altersversorgung, solange diese kostenneutral bleiben. Zudem stellt Lufthansa Perspektiven wie Neueinstellungen, Upgrades oder Zusagen zur Flottengröße in Aussicht. Gleichzeitig fordert sie von der Belegschaft Zugeständnisse bei Produktivität und Effizienz.

Gewerkschaft muss Vorschlag von Lufthansa annehmen

Die Vereinigung Cockpit weist die Initiative des Konzerns eher zurück. Die jüngsten Signale aus dem Management wirkten wie ein Versuch, vom Kern des Konflikts – der Forderung nach einer neuen betrieblichen Altersversorgung – abzulenken, so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH. Man sei jederzeit bereit, eine tragfähige Lösung zu finden. Voraussetzung dafür sei jedoch ein konkret verhandlungsfähiges Angebot. Ein solches liege bislang nicht vor.

Ankündigungen über externe Moderation oder «neue Verständigungsversuche» ersetzten kein substanzielles Angebot, so die Vereinigung Cockpit weiter. Solange die Arbeitgeberseite keinen konkreten Vorschlag zur Altersvorsorge vorlege, habe sich an der festgefahrenen Situation nichts geändert. Die Verantwortung für Bewegung in der Tarifauseinandersetzung liege klar beim Unternehmen.

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-lufthansa

Lufthansa verkleinert Angebot nach Dresden und Leipzig

Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.

Drei Leichtverletzte bei Evakuierung eines Airbus A321 Neo von Lufthansa

angela zaunert freuher lufthansa

«Egal wie kurz der Flug war – der Passagier bekam etwas»

ticker-lufthansa

Lufthansa stellt Strecke Frankfurt - Bremen ein

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies