Letzte Aktualisierung: um 14:04 Uhr

Weniger Flüge

Eurowings streicht Angebot im Inland zusammen

Im Winter fliegt die Lufthansa-Tochter stets weniger als im Sommer. Doch auch abseits der touristischen Strecken reduziert Eurowings das Angebot in den kalten Monaten aktuell markant - vor allem auch im Inland.

aeroTELEGRAPH

Airbus A319 von Eurowings: Im Winter sind die Flieger weniger beschäftigt.

Im Sommer spielt die Musik. In den heißen Monaten fliegen so viele Europäerinnen und Europäer wie in keiner anderen Jahreszeit. So zählten die deutschen Flughäfen gemäß Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat im Juli des Vor-Pandemie-Jahres 2019 insgesamt 22,8 Millionen Gäste. Das waren 60 Prozent mehr als im Januar.

In Spanien betrug das Verhältnis zwischen Juli und Januar 24,7 und 13,5 Millionen, in der gesamten EU 110 zu 63 Millionen. In der Branche spricht man in diesem Zusammenhang von einer ausgeprägten Saisonalität. Sie ist in Europa besonders stark. In Asien dagegen kennt man dieses Phänomen kaum, in Nordamerika sind die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten deutlich geringer, wie der internationale Flughafenverband ACI festhält.

Abbau in Berlin, …

Kein Wunder also, dass europäische Fluggesellschaften ihr Angebot im Winter deutlich herunterfahren. So auch Eurowings. «Üblicherweise wird bei uns im Winter nur etwa halb so viel geflogen wie im Sommer – wegen der Saisonalität unseres stark auf Touristik fokussierten Geschäftsmodells», erklärt ein Sprecher.

Doch die Lufthansa-Tochter baut aktuell nicht nur auf rein touristischen Strecken ab. Auch auf innerdeutschen Routen und solchen ins benachbarte Ausland reduziert sie das Angebot in diesem Winter markant. So führt sie zwischen Berlin und Stuttgart 52 Prozent weniger Flüge durch, zwischen Berlin und Köln 56 Prozent weniger und zwischen Berlin und Düsseldorf sogar 61 Prozent weniger. Dies zeigen Daten des Portals Aero Routes, die Mai und Oktober 2022 vergleichen.

… Köln, Düsseldorf und Stuttgart

Aber nicht nur Berlin ist betroffen. Zwischen Köln und München baut Eurowings die Frequenzen um 38 Prozent ab, zwischen Köln und Zürich um 55 Prozent. Auf der Strecke Düsseldorf – Dresden beträgt das Minus 35 Prozent, auf der Strecke Düsseldorf – Genf 61 Prozent, auf der Strecke Düsseldorf – München 20 Prozent. Und in Hamburg gibt es bei den Flügen nach München ein Minus von 13 Prozent.

In Stuttgart reduziert Eurowings die Flüge nach Bremen (minus 58 Prozent), Wien (minus 40 Prozent) und Hamburg (minus 19 Prozent). Daneben sind auch die Frequenzen auf einigen anderen Städterouten ins Ausland im Winter deutlich geringer als noch im Sommer. «Auch im Geschäftsreisesegment ist eine Saisonalität spürbar», so der Sprecher.

Mehrere Gründe

Viele Städteziele, so auch im Inland, verzeichneten zudem einen «nicht zu vernachlässigenden Anteil» an Menschen, die touristisch unterwegs seien oder weil sie ihre Familie oder Freunde besuchten, erklärt der Eurowings-Sprecher weiter. «Vor allem in diesen Passagiersegmenten ist eine Buchungsfluktuation in den Wintermonaten erkennbar.» Zudem müsse man sehen, dass das Angebot noch immer größer sei als im Winter 2021/22.

Es dürfte aber noch eine anderen Grund geben. Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr erklärte kürzlich bei einer Veranstaltung, Inlandsstrecken würden Eurowings zunehmend von der Bahn streitig gemacht. Das ist für die Airline deshalb besonders bitter, da sich dort mehr verdienen ließ als auf Ferienflügen.

Neue Tochter in Malta

Um die Kosten zu senken, hat Eurowings angekündigt, eine neue Tochter in Malta zu gründen. Eurowings Europe hat dort inzwischen das Luftverkehrsbetreibererzeugnis (AOC) erhalten und die ersten Flüge absolviert.