Flieger von Eurowings: Kompromiss nicht in Sicht.

Streik geht weiterEurowings stoppt Flottenausbau in Deutschland

Die Lufthansa-Tochter reagiert mit Härte auf den Streik der Cockpitcrews. Eurowings stoppt in Deutschland den Ausbau des Personals, kürzt das Flottenziel und setzt anstehende Beförderungen aus. Die Pilotinnen und Piloten wollen weiter streiken.

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Am Freitagabend rief die Vereinigung Cockpit die Pilotinnen und Piloten von Eurowings zu einem dreitägigen Streik auf. Wie geplant legte das Cockpitpersonal am Montag (17. Oktober) die Arbeit nieder. Außerdem meldete sich das Management der Lufthansa-Tochter zu Wort und setzte den Streikenden noch für den selben Abend ein Ultimatum.

Der Arbeitskampf solle abgebrochen und die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, forderte der Arbeitgeber. Ansonsten werde man das eigene Angebot zurückziehen. Auch über eine Verkleinerung der deutschen Eurowings sei dann eine Option, hieß es.

«Eurowings stoppt das Wachstum»

Die Pilotinnen und Piloten setzten ihren Streik am Dienstag dennoch fort. Am Nachmittag verschickte die Geschäftsführung dann eine Mitteilung an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Eurowings. Das Schreiben liegt aeroTELEGRAPH vor.

«Eurowings stoppt das Wachstum ihres Flugbetriebs Eurowings Deutschland mit sofortiger Wirkung», heißt es darin. Als Konsequenz aus inzwischen vier Streiktagen - vorletzte Woche hatte es schon zwei gegeben - und entsprechend massiven Streikschäden könne man «den Aufbaupfad» des deutschen Flugbetriebs nicht wie geplant fortführen.

Beförderungen vorerst ausgesetzt

Die für 2023 geplante Flottenstärke von 81 Flugzeugen wird zunächst um fünf auf 76 Flieger reduziert. Das hat entsprechende Folgen für die Crews. «Der geplante Aufbau von mindestens 200 weiteren Stellen in Cockpit und Kabine bei Eurowings Deutschland wird mit sofortiger Wirkung gestoppt», schreibt die Geschäftsführung.

Pilotinnen und Piloten, die sich aktuell bei Eurowings Deutschland in der Ausbildung befinden, erhalten befristete Verträge. Außerdem werden alle anstehenden Beförderungen in den Kapitänsrang mit sofortiger Wirkung gestoppt.

Eurowings Europe und Discover nicht betroffen

Eurowings' Finanz- und Personalchef Kai Duve sagte: «Die anhaltende Eskalationsstrategie der Vereinigung Cockpit nimmt uns die notwendige Sicherheit für weitere Investitionen in unseren deutschen Flugbetrieb.» Es sei die Pflicht der Geschäftsführung, «Millionenschäden abzuwenden und die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens zu sichern».

All das bezieht sich auf den deutschen Flugbetrieb der Lufthansa-Tochter. Die Flugbetriebe Eurowings Europe und Eurowings Discover sind nicht betroffen.

«Natürlich geht der Streik morgen weiter»

Matthias Baier, Sprecher der Vereinigung Cockpit, wirft Eurowings im Gespräch mit aeroTELEGRAPH eine Eskalation vor. «Das muss aufhören, sonst endet es in einem langen und harten Arbeitskampf», so Baier. Der Arbeitgeber handle nicht sachgerecht, in den Verhandlungen sei es nie um den Ausbau der Airline gegangen.

«Natürlich geht der Streik morgen weiter», so Baier. Eurowings‘ Ankündigung sollte die Mitarbeiterschaft spalten, schließe die Reihen in Wahrheit aber. Dennoch sei die Tarifkommission jederzeit verhandlungsbereit, wenn Eurowings ein entsprechendes Angebot vorlege.

Verhandlungen um Arbeitsbelastung

In den Verhandlungen geht es um die Arbeitsbelastung. Die Vereinigung Cockpit und die Tarifkommission fordern für die Cockpitcrew-Mitglieder 14 zusätzliche freie Tage im Jahr, während der Arbeitgeber zehn geboten hatte, sowie bei der maximalen Arbeitszeit fünf Wochenarbeitsstunden weniger, während Eurowings drei vorgeschlagen hatte. Laut den Pilotinnen und Piloten steckt der Teufel aber an vielen Stellen im Detail - so biete die Fluggesellschaft die Stundenreduzierung beispielsweise erst ab Anfang 2025 an.

Erst vergangene Woche hatte Eurowings mitgeteilt, die neue Airline Eurowings Europe Limited habe von der zivilen Luftfahrtbehörde Maltas das Luftverkehrsbetreibererzeugnis (AOC) und die Luftverkehrslizenz (AOL) erhalten. Der erste Flug der Eurowings Europe Limited ist für den 3. November 2022 geplant.

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