Flieger von Estonian: Illegale Hilfen?

Estonian hat Ärger mit der EU

Die Airline steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nun untersucht die EU Hilfszahlungen der Regierung. Die setzt ihre Hoffnung in eine Privatisierung.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Estonian Air kommt einfach nicht aus den Miesen. Allein im letzten Jahr häufte die Fluggesellschaft einen Verlust von über 20 Millionen Euro an. Um wieder profitabel zu werden, verpasste das Management der Airline bereits eine harte Schrumpfkur. Eine Halbierung von Flotte und Personalbestand sollte helfen, wieder etwas zu verdienen. Das war auch die Bedingung für weitere Staatshilfen. Im Dezember meldete die estnische Regierung der Europäischen Union, dass man nochmals eine Finanzspritze über 8,3 Millionen Euro an die Fluglinie zahlen werde.

Das machte nun die Wettbewerbshüter aufmerksam. Die EU-Kommission teilte vergangene Woche mit, dass sie die Hilfszahlungen der Regierung an Estonian genau unter die Lupe nehme. Es sei möglich, dass ein ungerechter Wettbewerbsvorteil der estnischen Staatasairline bestehe «Ein privater Anbieter hätte unter diesen Umständen eventuell nicht überlebt», teilt die Kommission mit. Problem sei nicht die aktuelle Zahlung. Vielmehr habe Estlands Regierung die EU nicht über drei weitere Hilfszahlungen informiert, die in den Jahren 2009 bis 2012 geleistet worden seien.

Illegale Zahlungen

Insgesamt rund 57 Millionen soll Estonian gemäß EU-Kommission erhalten haben. Die ersten beiden Raten hätten gemäß EU auch private Anteilseigner mitfinanziert. Doch die letzte sei ausschließlich von der Regierung bezahlt worden. Da das nur einmal im Jahrzehnt erlaubt sei, verstoße es unter Umständen gegen die Regeln der Staatengemeinschaft. Auch gegen andere Fluggesellschaften ermittelt die Kommission momentan. So etwa Lettlands Air Baltic und Sloweniens Adria Airways – bei beiden geht es um dieselbe Problematik.

Sollte die Kommission tatsächlich einen Regelverstoß feststellen, gerät die estnische Airline noch weiter in die Bredouille. Denn dann muss Estonian das Geld wieder zurückzahlen, welches sie ungerechterweise erhielt. Das wäre fatal für die Nationalairline.

Gespräche bestätigt

Dennoch: Es besteht noch Hoffnung auf eine Rettung, berichtet das estische Nachrichtenportal ERR. Die britische Fluggesellschaft Flybe denkt offenbar darüber nach, sich an Estonian zu beteiligen. Laut der Zeitung Eesti Päevaleht bestätigte das estische Wirtschaftsministerium Gespräche zwischen den Airlines. Details gab jedoch niemand bisher bekannt. Laut einem Bericht des Capa Center for Aviation soll Flybe 49 Prozent übernehmen, der Staat bliebe mit 51 Prozent vorerst Mehrheitseigner. Laut Medienberichten müsste Estonian dafür zuerst aber Konkurs anmelden. Gemeinsam mit der Regierung würde Flybe dann eine neue Nationalairline gründen. In den nächsten Wochen sollen weitere Details bekannt werden.

Mehr zum Thema

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Buchungen aus Westeuropa im Minus für den Sommer.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Video

airbus a350 1000 ulr
Qantas will mit diesem Flugzeug von Sydney nach London fliegen. Jetzt ist erstmals ein Airbus A350-1000 ULR abgehoben. Der Ultra-Langstreckenjet absolvierte etliche Tests.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die Embraer E195-E2 über der Copacabana: Azul feierte mit der Aktion das brasilianische Fußballteam der Männer.
Für eine besondere Werbeaktion wurde der Luftraum über Rio de Janeiro kurzzeitig gesperrt. Eine Embraer E195-E2 von Azul flog im Tiefflug entlang der berühmtesten Strände der Stadt – in den Farben der brasilianischen Nationalflagge.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a319 xizang airlines tibet airlines
Auf einem frisch lackierten Airbus A319 von Tibet Airlines ist der Name Xizang Airlines zu lesen. Es könnte der erste Schritt einer größeren Umbenennung sein, die auch einen politischen Hintergrund haben könnte.
Timo Nowack
Timo Nowack