ATR von Precision Air abgestürzt«Er wies mich an, die Cockpitscheibe zu zerschlagen»

Nachdem eine ATR 42 von Precision Air in den Victoriasee stürzte, erreichten zuerst einige Fischer das Flugzeug zuerst. Einer von ihnen erzählt, wie er zum Cockpit hinabtauchte.

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Das Flugzeug hatte nur einen einzigen Betreiber. Im August 2010 wurde die ATR 42-500 mit dem Kennzeichen 5H-PWF an Precision Air in Tansania erstausgeliefert. Seitdem war die Maschine mit 48 Plätzen für die Fluggesellschaft unterwegs. Bis zum 6. November 2022.

An diesem Tag startete die Maschine in Dar es Salaam, legte eine planmäßige Stopp in Mwanza ein und steuerte dann Bukoba am Victoriasee an. Doch im Landeanflug stürzte das Flugzeug aus noch ungeklärter Ursache in den See. Es versank zum größten Teil, an Bord 39 Fluggäste, davon ein Kind, und vier Crewmitglieder. 19 der Menschen überlebten nicht.

Zum Cockpit hinabgetaucht

Dass die anderen Insassen überlebten, verdanken sie auch einigen Fischern. Einer von ihnen, Majaliwa Jackson, erzählte danach gegenüber dem Sender BBC, wie er die hintere Tür des Flugzeuges mit einem Ruder aufstemmte, und so den Menschen in der Kabine eine Fluchtmöglichkeit öffnete. Der junge Mann sagte, er sei auch zum Cockpit hinabgetauscht und habe per Zeichen durch das Cockpitfenster mit einem der Piloten kommuniziert.

«Er wies mich an, die Cockpitscheibe zu zerschlagen», so der Fischer. Er sei dann aufgetaucht, habe eine Axt geholt, sei aber schließlich von einem Sicherheitsmann des Flughafens zurückgehalten worden. Der habe gesagt, man stünde bereits mit den Piloten in Kontakt und es dringe kein Wasser ins Cockpit ein. Jackson tauchte dennoch, aber ohne Axt.

«Das Seil riss und traf mich»

Der Pilot habe ihm erneut Zeichen gegeben. «Er wies mich auf die Nottür im Cockpit hin», so der Fischer. «Ich schwamm zurück und nahm ein Seil, band es an die Tür und wir versuchten, es mit Booten zu ziehen, aber das Seil riss und traf mich im Gesicht und schlug mich bewusstlos.» Dann sei er im Krankenhaus wieder aufgewacht.

Die Piloten konnten nicht gerettet werden und gehören zu den Todesopfern. Die ATR wurde mittlerweile aus dem Wasser geborgen. Jackson erhielt laut BBC für seinen Einsatz eine finanzielle Belohnung sowie ein Jobangebot bei Feuerwehr und Rettungsdienst.

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