ATR von Precision Air abgestürzt«Er wies mich an, die Cockpitscheibe zu zerschlagen»

Nachdem eine ATR 42 von Precision Air in den Victoriasee stürzte, erreichten zuerst einige Fischer das Flugzeug zuerst. Einer von ihnen erzählt, wie er zum Cockpit hinabtauchte.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Das Flugzeug hatte nur einen einzigen Betreiber. Im August 2010 wurde die ATR 42-500 mit dem Kennzeichen 5H-PWF an Precision Air in Tansania erstausgeliefert. Seitdem war die Maschine mit 48 Plätzen für die Fluggesellschaft unterwegs. Bis zum 6. November 2022.

An diesem Tag startete die Maschine in Dar es Salaam, legte eine planmäßige Stopp in Mwanza ein und steuerte dann Bukoba am Victoriasee an. Doch im Landeanflug stürzte das Flugzeug aus noch ungeklärter Ursache in den See. Es versank zum größten Teil, an Bord 39 Fluggäste, davon ein Kind, und vier Crewmitglieder. 19 der Menschen überlebten nicht.

Zum Cockpit hinabgetaucht

Dass die anderen Insassen überlebten, verdanken sie auch einigen Fischern. Einer von ihnen, Majaliwa Jackson, erzählte danach gegenüber dem Sender BBC, wie er die hintere Tür des Flugzeuges mit einem Ruder aufstemmte, und so den Menschen in der Kabine eine Fluchtmöglichkeit öffnete. Der junge Mann sagte, er sei auch zum Cockpit hinabgetauscht und habe per Zeichen durch das Cockpitfenster mit einem der Piloten kommuniziert.

«Er wies mich an, die Cockpitscheibe zu zerschlagen», so der Fischer. Er sei dann aufgetaucht, habe eine Axt geholt, sei aber schließlich von einem Sicherheitsmann des Flughafens zurückgehalten worden. Der habe gesagt, man stünde bereits mit den Piloten in Kontakt und es dringe kein Wasser ins Cockpit ein. Jackson tauchte dennoch, aber ohne Axt.

«Das Seil riss und traf mich»

Der Pilot habe ihm erneut Zeichen gegeben. «Er wies mich auf die Nottür im Cockpit hin», so der Fischer. «Ich schwamm zurück und nahm ein Seil, band es an die Tür und wir versuchten, es mit Booten zu ziehen, aber das Seil riss und traf mich im Gesicht und schlug mich bewusstlos.» Dann sei er im Krankenhaus wieder aufgewacht.

Die Piloten konnten nicht gerettet werden und gehören zu den Todesopfern. Die ATR wurde mittlerweile aus dem Wasser geborgen. Jackson erhielt laut BBC für seinen Einsatz eine finanzielle Belohnung sowie ein Jobangebot bei Feuerwehr und Rettungsdienst.

Mehr zum Thema

Wrack der Maschine: Die Rettungsarbeiten laufen.

ATR 42 von Precision Air stürzt in den Victoriasee

air borneo atr 72-500

ATR leidet immer noch unter den Folgen der Pandemie - 2026 soll der Wendepunkt sein

ticker-atr-1

ATR erhält 2025 mehr Aufträge, liefert aber weniger aus

ticker-fly-91

ATR und indische Fly 91 vertiefen Zusammenarbeit

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack