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In 21 Jahren

Easyjet übernimmt Airbus Nummer 400 und erwartet schon die 500

Die britische Billigfluglinie setzt seit vielen Jahren ganz auf Airbus. Jetzt hat Easyjet das 400. Flugzeug vom europäischen Hersteller übernommen. Gestartet war die Fluglinie einst mit Jets von Boeing.

Während fast alle großen Netzwerkfluggesellschaften auf Flugzeuge von Airbus und Boeing setzen, gehört es bei Billigfluggesellschaften zur DNA, sich einem Hersteller zu verschreiben. Mit der Komplexitätsreduktion sparen sie Kosten. Ryanair setzt auf die Boeing 737 und Konkurrentin Easyjet auf Airbus A319, A320 und A320.

Und das im großen Stil. Insgesamt bekommt die Fluglinie bis zum Geschäftsjahr 2034 rund 315 neue Flugzeuge von Airbus. Nutzt sie alle ihre Kaufrechte, kommen weitere 100 hinzu. Bestellt sind A320 Neo und A321 Neo. Die Airbus-A319-Teilflotte soll bis 2027 die Flotte verlassen, kündigte Airline-Chef Johan Lundgren im vergangenen Herbst an.

400 Airbus-Maschinen in 21 Jahren

Einen Zwischenschritt feierten Easyjet und Airbus am Dienstag (9. April) in Hamburg-Finkenwerder. Der Billigflieger hat sein 400. Flugzeug von Airbus übernommen. Es ist der 16. A321 Neo für die Briten. Die Maschine mit der österreichischen Kennung OE-ISH bekommt im Easyjet-Wartungshanger in Berlin den letzten Schliff und soll schon am Mittwoch (10. April) den Liniendienst abtreten. «Stationiert wird das Flugzeug voraussichtlich in Mailand», verrät Easyjets Deutschland-Chef Stephan Erler im Gespräch.

«Vierhundert Auslieferungen an einen Kunden ist auch für Airbus etwas was ganz Besonderes. Es zeigt Vertrauen von Easyjet in Airbus», so Christoph Zammert, Airbus-Programmchef für die A320-Familie. Auch Shane Lord, Strategie-, Netzwerk und Flottenchef der Billigairline, hebt die Besonderheit von 400 Auslieferungen hervor: «Airbus und auch CFM sind seit Jahren ganz besondere Partner für uns.»

Start mit zwei Boeing 737-200

Easyjet benötigt für das geplantes Wachstum größere Flugzeuge. «Nach den derzeitigen Planungen wird die Flotte 2034 aus rund 70 Prozent A320 Ceos sowie Neos bestehen und zu 30 Prozent aus A321 Neos», so Lord.

Dabei war die Fluglinie nicht von Anfang an im Team Airbus. Die ersten Flüge Ende 1995 führte die von Stelios Haji-Ioannou gegründete Billigairline mit zwei von British Airways geleasten Boeing 737-200 durch. Zwischenzeitlich umfasste die Boeing-Flotte sogar knapp 60 Flugzeuge.

Airbus-Ära begann mit 120 A319

Dem amerikanischen Hersteller abtrünnig wurden die Briten erst 2002. Der damalige Easyjet-Chef Ray Webster bestellte Airbus A319 fest und sicherte Optionen für weitere 120 Exemplare. Der Wechsel erfolgte, weil sich Webster rund 10 Prozent niedrigere Betriebskosten von dem europäischen Flieger erhoffte. Außerdem sollte der Ein- und Ausstieg aufgrund des breiteren Mittelgangs schneller gehen.

Der Airbus A319 wurde für die Ansprüche der Fluglinie leicht modifiziert. Statt zwei wurden vier Notausgänge über den Tragflächen installiert, um trotz der engen Bestuhlung die gesetzlich vorgeschriebenen 90 Sekunden Evakuierungszeit einhalten zu können. Die erste Auslieferung erfolgte 2003. Mit der Übernahme von GB Airways 2007 kamen die A320 und A321 in die Flotte.

Termin für 500. Auslieferung

Das Kapitel Boeing endete erst endgültig im Juni 2011. 13 Jahre später ist Easyjet eine reine Airbus-Airline. Laut dem Luftfahrtdatenportal CH-Aviation besteht die Flotte aus rund 330 Flugzeugen, die sich auf Easyjet, Easyjet Europe und Easyjet Switzerland aufteilen. Zur Flotte gehören A319-100, A320-200, A320 Neo, A321-200 und A321 Neo.

Wenn es nach Easyjet geht, wird die 500. Airbus-Auslieferung im Jahr 2029 erfolgen. Allein bis Ende September will die Airline noch 16 weitere Flugzeuge übernehmen.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie den 400. Airbus-Jet von Easyjet. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.