Ein Passagier hielt den Zwischenfall auf der Reise von Madrid nach Las Palmas mit seiner Handykamera fest.

Ryanair: Neue Vorfälle, neue Kritik

Und wieder häufen sich die Zwischenfälle auf Flügen der Billigairline. Viele fragen sich: Zufall oder Folge von Knausrigkeit?

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In der spanischen Presse kommt Ryanair seit einer Zeit nicht mehr besonders gut weg. Spätestens, nachdem drei Jets der Billigairline an einem Tag mit schlechten Wetterverhältnissen den Notruf Mayday aussendeten und notlanden mussten, leidet das Image von Michael O'Learys Fluggesellschaft im südeuropäischen Land. Ihr wird vorgeworfen, den Piloten aufzutragen, mit möglichst wenig Treibstoff zu fliegen. Der Grund dafür seien Sparvorgaben. Das gefährde die Sicherheit, so die Kritik der breiten Öffentlichkeit. Und nun werden die Vorwürfe nochmals lauter. Innerhalb weniger Tage kamen in Spanien gleich zwei weitere Zwischenfälle hinzu. Ein weiterer ereigneten sich in Italien.

Der erste passierte sich am 2. September. Eine Boeing B737 der Fluglinie war gerade in Valencia gestartet. Sie hatte Santiago de Compostela als Ziel. In einer Höhe von 6000 Fuß (rund 1800 Meter) musste die Crew den Aufstieg abbrechen und wieder zum Flughafen zurückkehren. Es gab ein Problem mit dem Kabinendruck. 12 Minuten und 40 Sekunden nach dem Start landete der Flieger wieder am Startflughafen. Passagiere sprachen gemäß spanischen Medien von «schwerem Kopf- und Ohrenschmerzen». Ryanair selbst redete von «leichten technischen Problemen».

Triebwerksausfall

Fünf Tage später kam es zu einem schwereren Zwischenfall. Die B737 war dieses Mal von Madrid unterwegs nach Las Palmas. Mit 160 Passagieren war sie um 7.15 Uhr in Richtung der Kanarischen Inseln gestartet. Doch dann fiel plötzlich der Druck in der Kabine ab. Die Piloten hätten die nötigen Prozeduren eingeleitet und die Sauerstoffmasken von der Decke fallen lassen, so Ryanair. Trotzdem wurden laut irischen und spanischen Medienberichten 16 Passagiere so verletzt, dass sie nach der Landung 25 Minuten nach dem Zwischenfall medizinisch versorgt werden mussten. Ein Reisender berichtete der Zeitung Irish Times, die Ohren seiner Frau hätten angefangen zu bluten. Auch andernorts wurde von blutenden Ohren gesprochen.

Am selben Tag dann der dritte Zwischenfall: Ein Flieger mit 124 Passagieren war auf dem Weg von Pula in Kroatien in die norwegische Hauptstadt Oslo. Über Italien gab es plötzlich technische Probleme, welche die Crew zwangen, eines der Triebwerke abzuschalten und in Richtung Mailand Bergamo zu fliegen. 40 Minuten später landete die B737 auf Piste 28 des Flughafens sicher. Die Passagiere wurden ebenfalls auf eine Ersatzmaschine verteilt.

Nicht schuldig

Spanische Medien sehen sich nun bestätigt: Ryanair ist nur auf Sparen aus und das im Zweifel auch auf Kosten der Sicherheit. Außerdem zitieren sie wiederholt Passagiere, die berichten, die Fluggesellschaft habe sich nach den Zwischenfällen nicht ordnungsgemäß darum gekümmert, dass sie dennoch ans Ziel kommen und gut versorgt seien. Bei Ryanair sieht man sich nicht als schuldig an. Die Fluglinie entschuldigte sich zwar bei den Passagieren, blieb aber dabei: Die Crews hätten in keinem der Fälle einen Fehler begangen. Sicher aber ist: Die Nervosität ist in Dublin merklich gestiegen. Denn die Häufung an negativer Presse - so harmlos die Vorfälle in einzelnen auch sein mögen - schadet jeder Airline.

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