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Rückkehr

Diese Hürden muss die Boeing 737 Max noch nehmen

Boeing Krisenflieger hat Testflüge zur Rezertifizierung absolviert. Bis die 737 Max wieder mit Passagiere abheben darf, ist aber noch eine Menge zu tun.

Auf dem Weg zur Wiederzulassung der 737 Max ist Boeing diese Woche wichtige Schritte gegangen. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA und der Hersteller führten am Montag, Dienstag und Mittwoch Testflüge mit der überarbeiteten 737 Max durch, insgesamt mehr als siebeneinhalb Stunden. Diese Flüge sind notwendig für eine Rückkehr des Modells, das nach zwei tödlichen Abstürzen seit 15 Monaten nicht mehr abheben darf.

Boeing hat vor allem Änderungen im Zusammenhang mit der Flugsteuerungssoftware MCAS vorgenommen. Sie ist dafür da, gefährliche Fluglagen zu korrigieren. Bei den Abstürzen von Lion Air und Ethiopian Airlines schaltete sie sich aber aufgrund defekter Sensoren ein und drückte die Nasen der Flieger wiederholt nach unten. Durch Anpassungen soll die Software nun nur noch durch die Daten von zwei Sensoren ausgelöst werden können, sich nicht wiederholt einschalten und immer von den Piloten übersteuerbar sein.

Behörde muss Flugdaten auswerten

Mit den Testflügen ist nun allerdings noch lange nicht die letzte Hürde genommen. Die Zeitung Seattle Times hat zusammengetragen, was noch alles geschehen muss, bis die Boeing 737 Max wieder mit Passagieren abheben darf. Zuerst einmal wird die FAA demnach Wochen dafür brauchen, die während der Flüge gesammelten Daten auszuwerten.

Ebenfalls werden die Experten der FAA Boeings technische Dokumentation der Änderungen prüfen. Dies gilt auch für einen Beirat aus Experten ausländischer Luftfahrtbehörden und der Nasa, der amerikanischen Behörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft.

Mindestanforderungen an Pilotentraining

Parallel muss die FAA zusammen mit Behördenvertretern aus Kanada, Europa und Brasilien über die Mindestanforderungen an das Pilotentraining und die Anweisungen im Flughandbuch der 737 Max beraten. Zum Pilotentraining wird es erst einen Berichtsentwurf mit der Möglichkeit zur Stellungnahmen geben, dann einen Abschlussbericht.

Schließlich muss die Luftfahrtbehörde der USA eine Lufttüchtigkeitsanweisung herausgeben, die regelt, welche Upgrades die Fluggesellschaften in ihren 737 Max installieren müssen. Erst dann wird die FAA das Grounding des Modells aufheben.

Auch auf Airlines wartet viel Arbeit

Doch auch dann kann es noch dauern, bis Fluggesellschaften ihre 737 Max wieder in den Betrieb schicken. Denn die Behörde wird die Trainingsprogramme der Airlines einzeln prüfen und freigeben. Die 737 Max, die schon aktuell bei Kunden stehen, müssen dann nicht nur mit den Upgrades versorgt, sondern auch sonst wieder flugfähig gemacht werden. Das gilt auch für die rund 400 der Jets, die Boeing bereits produziert, aber noch nicht ausgeliefert hat. Diese Flugzeuge müssen zudem einzeln von der FAA überprüft werden.



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