Trägerrakete nach dem Start: Trümmer werden zum Problem für die Luftfahrt.

TrümmerteileWeltraumschrott wird zur größeren Gefahr für die Luftfahrt

Die Ereignisse mit problematischem Weltraumschrott nehmen zu. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine neue Studie. Die Forschenden liefern die Lösung gleich mit.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Im neuen Jahr häufen sich die Meldungen über Weltraumschrott, die den Luftverkehr beeinflussen. Immer wieder müssen Qantas-Flüge zwischen Südafrika und Australien verspätet starten, weil Reste der Space-X-Raketen über dem Südpazifik niedergehen. Mitte Januar explodierte Elon Musks Starship nach dem Start in Texas und sorgte für eine Menge Weltraumschrott über der Karibik - eine Iberia-Maschine musste im Anschluss notgedrungen durch das Gebiet fliegen - und landete letztlich sicher am Zielort.

Werden Trümmerteile gesichtet, wird in den entsprechenden Gebieten eine Sperrzone eingerichtet, um zu vermeiden, dass Teile Flugzeuge treffen, denn das könnte verheerende Auswirkungen haben. Weltraumschrott besteht aus nicht mehr funktionsfähigen, von Menschen geschaffenen Objekten in der Erdumlaufbahn, darunter Satelliten, Raketenresten und Trümmerteilen.

Studie bemisst Gefahr für die Luftfahrt

Das Problem ist gewaltig: Wissenschaftler schätzen, dass sich im Erdorbit rund 29.000 Objekte mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern befinden, dazu 670.000 Teile über einem Zentimeter und mehr als 170 Millionen kleinere Fragmente unter einem Millimeter. Während die kleineren Trümmer beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen, können größere oder besonders hitzebeständige Objekte den Absturz überstehen – und so zur Gefahr für den Luftverkehr werden.

Forschende der University of British Columbia haben in der Fachzeitschrift Scientific Reports eine Studie veröffentlicht, die die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass ein Flugzeug von Weltraumschrott getroffen wird. Dabei konzentrierten sie sich speziell auf Trümmer von Trägerraketen, wie CBS News aus der Studie zitiert.

Das Risiko ist gering, aber steigt

Das Fazit: Das Risiko bleibt zwar gering, nimmt jedoch zu. Die Forschenden haben die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass ein Raketenkörper in verschiedenen Lufträumen wiedereintritt. Demnach liegt die jährliche Wahrscheinlichkeit, dass dies in dicht besiedelten Gebieten nahe großer Flughäfen geschieht, bei 0,8 Prozent. In größeren Lufträumen, etwa über dem Nordosten der USA, rund um Städte im Asien-Pazifik-Raum oder in Nordeuropa, steigt das Risiko sogar auf 26 Prozent. Bei einem Wiedereintritt erhöht sich das Kollisionsrisiko im darunterliegenden Luftraum mit der Luftverkehrsdichte.

Und die Gefahr nimmt immer weiter zu. Zum einen wird immer mehr geflogen. Weltweit hat sich die tägliche Anzahl an Flügen seit 2000 fast verdoppelt. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Objekte, die in die Erdumlaufbahn geschossen werden, immer weiter zu. Laut den Autoren ereignen sich mittlerweile fast wöchentlich Wiedereintritte großer Objekte.

Luftraumsperrung keine dauerhafte Lösung

Bereits über 2300 Raketenkörper kreisen im Orbit und werden irgendwann unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten. Die entscheidende Frage ist, wie Behörden weltweit darauf reagieren. Vor drei Jahren sperrten Spanien und Frankreich vorsorglich Teile ihres Luftraums, als der Wiedereintritt einer 20 Tonnen schweren Raketenstufe erwartet wurde. Das führte zu Verzögerungen bei 645 Flügen und zwang einige Maschinen zu Umleitungen. Es war das erste Mal, dass der Luftraum wegen eines unkontrollierten Wiedereintritts gesperrt wurde.

Die Autoren der Studie plädieren dafür, statt der Sperrung von Lufträumen alle geplanten Weltraumflüge zu verpflichten, ihre Trägerraketen kontrolliert zur Erde zurückzubringen – mit festgelegten Flugbahnen und geplanten Landungen. Derzeit erfolgt dies jedoch nur bei weniger als 35 Prozent der Starts. Würden alle Betreiber auf kontrollierte Rückführungen setzen, ließe sich das Risiko für Menschen und Flugzeuge deutlich verringern.

Mehr zum Thema

Antarktis und Airbus A380 von Qantas: Chancen auf einen ganz besonderen Ausblick.

Airbus A380 regelmäßig verspätet - wegen Elon Musks Weltraumschrott

Tragfläche eines A350 von Iberia: Die Airline war von Luftraumschließungen betroffen.

Chinesischer Weltraumschrott behindert Flugverkehr in Europa

Airbus A330 von Iberia flog durch Weltraumschrott-Gefahrenzone

Airbus A330 von Iberia flog durch Weltraumschrott-Gefahrenzone

Südatlantische Anomalie: Eine Schwachstelle im Magnetfeld der Erde.

Ist die kosmische Strahlung auf Flügen nach Brasilien zu hoch?

Video

amsterdam schiphol schneemann
Der Schnee sorgt für Chaos und Hunderte Flugausfälle am größten Flughafen der Niederlande. Trotz der harten Bedingungen hat das Bodenpersonal in Amsterdam offenbar Spaß bei der Arbeit.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die Boeing 757 des Justizministeriums der USA nach der Landung in New York: Diktator an Bord.
Nach dem nächtlichen Zugriff der U.S. Army in Caracas endet der Weg des venezolanischen Machthabers vor einem Gericht in New York – an Bord einer 36 Jahre alten Boeing 757 des Justizministeriums der USA.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die verunglückte ATR 72 von Buddha Air: Überschoss die Landebahn in Bhadrapur.
Bei der Landung in Bhadrapur konnte eine ATR 72 von Buddha Air nicht rechtzeitig abbremsen. Sie schoss 300 Meter über die Piste hinaus. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin