Kaum ein Turboprop-Triebwerk ist so verbreitet wie das PT6. Seit den Sechzigerjahren hat Pratt & Whitney Canada mehr als 64.000 Stück davon gebaut, sie treiben von der Cessna Caravan bis zur King Air unzählige Flugzeuge an. Ein komplett neues Turboprop-Triebwerk hat der kanadische Hersteller dagegen lange nicht mehr auf den Markt gebracht. Die letzte große Neuentwicklung war Anfang der Achtzigerjahre die PW100-Reihe, die heute etwa in ATR 72 und De Havilland Canada Dash 8 steckt.
In Las Vegas auf der Business-Aviation-Messe NBAA haben die Kanadier mit dem PT9 nun ein neues Turboprop-Triebwerk vorgestellt. Es liefert laut Hersteller in großer Höhe 33 Prozent mehr Leistung und verbraucht 20 Prozent weniger Treibstoff als Triebwerke der Vorgängergeneration. Nach mehr als 14.000 Entwicklungsstunden - die im Geheimen abgelaufen sind - hat es bereits die Zulassung der kanadischen Luftfahrtbehörde Transport Canada. Nur welches Flugzeug es antreiben wird, sagt der Hersteller bisher nicht.
Offen für hybride Antriebe
Pratt & Whitney Canada verspricht jetähnliche Flugleistungen bei der Effizienz eines Turboprops, dazu umfangreiche digitale Funktionen. Dank modularem Aufbau soll sich das PT9 an verschiedene Flugzeugtypen anpassen und später um neue Technologien erweitern lassen, bis hin zu elektrischen und hybriden Antrieben. Gebaut wird das Triebwerk im kanadischen Lethbridge, wo der Hersteller auch sein weltweites Kompetenzzentrum für die PT6-Familie hat.