Airbus A320 Neo in Avolon-Farben: Das Unternehme hat nur zehn Flieger in Russland.

Wenig Flugzeuge verlorenWarum Avolon in Russland mit «Kopfweh statt Migräne» davonkommt

Die irische Leasingfirma Avolon hat nur noch zehn Flugzeuge in Russland. Die geringe Aktivität im russischen Markt lag auch an einem Bauchgefühl des Geschäftsführers.

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Russland nennt es «Nationalisierung». Doch de facto ist das, was die Regierung tut, nicht legal. «Es ist Diebstahl», sagt Domnhal Slattery, Chef des Leasingunternehmens Avolon. Es geht um die Registrierung Hunderter ausländischer Flugzeuge in Russland. Das Land will so verhindern, dass Leasingfirmen wie Avolon, Aercap oder ALC sich die Flugzeuge zurückholen. Rund 360 Flugzeuge hat Russland bereits umgetragen.

Avolon sei davon verhältnismäßig wenig betroffen, erklärte Slattery bei einer Veranstaltung der europäischen Flugsicherung Eurocontrol. «Wir sind in der Kopfschmerz- nicht in der Migränezone», beschreibt er. 14 Flugzeuge hatte Avolon bei russischen Kunden im Einsatz. Vier davon habe man im Ausland beschlagnahmen können. Zehn seien aber immer noch in Russland.

«Im Markt nie wohl gefühlt»

«Ich gehe davon aus, dass die Versicherung den Schaden deckt», so Slattery. Er sagt aber auch, dass es zwischen Leasingfirmen und Versicherungen turbulent werden könnte. «In Zukunft kann es gut sein, dass gewisse Risiken nicht mehr auf dieselbe Weise gedeckt sein werden wie jetzt», so der Manager. Er vermutet auch, dass die Versicherungsprämien steigen.

Dass sein Unternehmen in Russland nicht so exponiert war wie viele Konkurrenten, liege an seinem persönlichen Misstrauen, so Slattery. «Ich habe mich in dem Markt einfach nie wirklich wohl gefühlt», sagt er. Die geopolitischen Risiken seien ihm zu groß gewesen. Und das, obwohl die russischen Fluggesellschaften tolle Kunden mit einer exzellenten Zahlungsmoral gewesen seien. «Dennoch war ich immer nervös, wenn es um Russland ging.» Er sollte recht behalten.

Anderswo verschätzt

«Damit will ich aber nicht sagen, dass wir die Schlausten der Welt sind», so Slattery weiter. Oft genug habe er mit der Planung auch daneben gelegen. «Deshalb haben wir etwa in der Covid-Krise stark gelitten.» Er habe einfach mit seiner Ahnung einmal Glück gehabt.

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