Die Premium Economy heißt offiziell Extra Comfort und unterscheidet sich von der Economy durch einen um 5 Zoll größeren Sitzabstand von 36 Zoll oder 91 Zentimetern. Zudem stehen USB-Anschlüsse und Steckdosen zur Verfügung.

Social DistancingBleiben Mittelsitze nach dem Neustart frei?

Um Kontaktverbote künftig umzusetzen, denken Fluglinien über die Blockade von Mittelsitzen nach. Je nach Flugzeugtyp könnte die Maßnahme anders ausfallen.

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Wann Begriffe wie Social Distancing oder Home Office aus dem Alltag der meisten Menschen wieder verschwinden werden, kann niemand mit Sicherheit sagen. Absehbar ist aber, dass der Weg in Richtung Normalität nur Schritt für Schritt gelegt werden kann. Das gilt auch für die Luftfahrt.

Auch in der Branche machen Fluglinien sich erste Gedanken, wie der Betrieb unter der Covid-19-Pandemie wieder hochgefahren werden kann. Genau wie Gastwirte oder Ladenbesitzer müssen sich auch Airlines fragen, wie sich geltende Kontaktbegrenzungen mit der Wiederaufnahmen des Betriebes vereinbaren lassen. Eine mögliche Lösung dazu nennt Wizzair-Chef József Váradi.

Idee bereits bei anderen Airlines in Praxis

Die Fluglinie überlegt, die Mittelsitze in ihren Fliegern der Airbus A320-Familie frei zu lassen. «Wir würden im Grunde ein Drittel der [Sitzplätze der] Flugzeuge frei lassen», sagte Váradi gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Beim Airbus A320 gibt es genau wie beim amerikanischen Gegenstück Boeing 737 pro Sitzreihe sechs Plätze, die durch einen Gang geteilt werden.

«Aus einem 180-Sitzer würde somit ein 120-Sitzer werden», erklärt Váradi weiter. Wizzair würde einen seitlichen Abstand zwischen den Passagieren einführen. Nach vorne und hinten würde sich die Trennung der Sitzplätze jedoch nicht ändern. Ein ähnliches System benutzt derzeit die Lufthansa sowie ihre Tochter Eurowings.

Unterschiedliche Auswirkungen

Seit Ende März bleiben auf allen Flügen von Lufthansa und Eurowings die Mittelplätze frei. Ebenso versuchen die beiden Airlines, ihre Flugzeuge dort zu parken, wo Passagiere Fluggastbrücken nutzen können. So sollen Busfahrten mit beengten Verhältnissen vermieden werden. Da auf der ganzen Welt ein Großteil aller Passagierflieger still gelegt ist und Buchungszahlen gering sind, sind diese Maßnahmen derzeit einfach durchführbar. Auch Easyjet kündigte an, nach dem Neustart – wann immer er sein sollte – die Mittelsitze vorerst frei zu lassen.

Das Blockieren von Mittelplätzen würde sich je nach Typ und Größe eines Flugzeuges ganz anders auswirken. In Regionalfliegern wie beispielsweise die Bombardier Dash 8, ATR 42 und 72 oder der Embraer E-Jet-Familie, die jeweils vier Sitze pro Reihe haben, müsste die Hälfte der Sitzplätze blockiert werden. Auch bei einem Airbus A220 mit fünf Sitzplätzen pro Reihe könnte nur die Hälfte der Plätze belegt werden.

Airlines rechnen mit langsamem Anstieg der Buchungen

Bei Großraumfliegern mit acht und zehn Sitzen pro Reihe könnte ebenfalls nur jeder zweite Sitz belegt werden. Bei sieben und neun Sitzen pro Sitzreihe könnten mit vier und fünf Sitzen mehr als die Hälfte eines Flugzeuges gebucht werden. Zum Problem dürfte das vorerst bei keinem Flugzeug werden. Viele Airlines rechnen ohnehin mit einem nur langsamen Anstieg der Buchungen.

Im Interview mit aeroTELEGRAPH erklärte Air Baltic-Chef Martin Gauss, der Airbus A220 habe sogar einen Vorteil gegenüber den größeren Airbus A320 oder Boeing 737 zu, da das Flugzeug bei geringer Kapazität eine vergleichbare Reichweite besitzt. Auch er kann sich vorstellen, dass beim STart Sitze frei bleiben müssen.

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