Geöffnete Bugklappe der Antonov An-225: Der Flieger soll wiederauferstehen.

PlanAntonov startet Projekt zum Wiederaufbau der An-225

Der ukrainische Flugzeugbauer will den Spezialfrachter neu bauen. Der Wiederaufbau der An-225 geschehe unter Aufsicht des staatlichen Industriekonzerns und der Regierung, so Antonov.

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Luftfahrt

Nach dem Abzug der russischen Armee aus der Region um Kyiv zeigte sich Luftfahrtexperten am Flughafen Hostomel ein schauerliches Bild. Dort stand die Antonov An-225 geparkt. Die obere Hälfte ihres Cockpits und die Rumpfsektionen dahinter sind als Folge der Kämpfe vollständig ausgebrannt und weitgehend weggeschmolzen. Auch die rechte Tragfläche des weltgrößten Frachtflugzeuges wurde arg lädiert.

«Die Zerstörung der legendären, einzigartigen An-225 durch die Raschisten [ein abwertender Begriff für Russen, Anmerkung der Redaktion] war nicht nur ein schwerer Schlag für die Firma Antonov, sondern für die gesamte Weltgemeinschaft»,  schreibt der ukrainische Flugzeugbauer bei Facebook. Daher sei die Wiederherstellung «eine entscheidende Aufgabe für uns».

«Zahlreiche Anfragen»

Man habe «zahlreiche Anfragen bezüglich der Entwicklung des Wiederaufbauprogramms» erhalten, erklärt Antonov. Eine Sonderkommission unter der Schirmherrschaft des staatlichen Industriekonzerns Ukroboronprom werde daher festlegen, was es dafür brauche. Dabei setze man auf internationale Kooperation, schreibt der Flugzeugbauer weiter.

Einige Basiseinheiten für einen Neubau des XL-Frachtflugzeuges mit dem Beinamen Mriya (Traum) seien zwar erhalten geblieben, erklärt Antonov. Denn der Bau eines zweiten Exemplars wurde zwar begonnen, aber nie vollendet. Auch könne man einige Teile der zerstörten Maschine verwenden. Dennoch erfordere das Projekt «eine große Menge an Design- und Konstruktionsarbeit, Auswahl und Kauf relevanter Komponenten, Testprogramme», schreibt der Flugzeugbauer weiter.

«Fortschrittliche Standards der Lufttüchtigkeit»

Die neue Antonov An-225 müsse modern sein und fortschrittliche Standards der Lufttüchtigkeit erfüllen, betont Antonov. Die Finanzierung lege der Staat fest, so die Unternehmensführung. Die über einen eigenen Aufruf bereits eingesammelten Mittel würden ausschließlich für die Umsetzung des Projekts zum Wiederaufbau verwendet. Es erfolge eine «transparente Berichterstattung für jede ausgegebene Griwna oder jeden ausgegebenen Dollar.» Zuletzt hatte es auch in der Ukraine Kritik an der Sammelaktion gegeben, da die Hintergründe nicht klar waren.

Was das bedeutet und welchen Zeitplan man sich setzt, nennt der Flugzeugbauer nicht. «Es ist noch zu früh, um über Fristen zu sprechen», erklärt er. Ukroboronprom hatte schon früher einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren und Kosten von drei Milliarden Dollar für den Wiederaufbau der An-225 genannt. Ob es sich angesichts der weiträumigen Zerstörung in der Ukraine und angesichts der schlechten Wirtschaftlichkeit wirklich lohnt, so viel Geld für ein Flugzeug zu investieren, wird vielerorts bezweifelt.

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