Antonov An-225: Trägt das Management eine Mitschuld an ihrer Zerstörung?

Nach Zerstörung der MriyaWas steckt hinter dem Spendenaufruf für die Antonov An-225?

Antonov Airlines bittet um Spenden für den Wiederaufbau der Mriya. Doch in der Ukraine beäugt man die Bemühungen für eine Wiedergeburt der Antonov An-225 mitunter skeptisch.

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Unter Luftfahrtfans hat Dmytro Antonov Promistatus. Als Kapitän von Antonov Airlines flog er die legendäre Antonov An-225 durch die Welt. Doch jetzt ist der Sechsstrahler zerstört. Beim Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurde auch der Flughafen Hostomel beschossen, wo der Flieger mit dem Übernamen Mriya (Traum) untergebracht war.

Doch nicht nur deshalb hat Dmytro Antonov jetzt keinen Job mehr. In einem auf Youtube veröffentlichten Video erhob er schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber. Die Unternehmensleitung sei gewarnt worden, dass es zum Angriffskrieg kommen kann. Sie habe es verpasst, den XXL-Flieger rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Das Management hingegen sei geflüchtet. Offenbar wurde er nach den Äußerungen gefeuert.

Geld für An-225 oder Unterkunft der Direktoren?

Die Quellen stellen auch eine aktuelle Kampagne von Antonov Airlines anders dar, als sie in einem entsprechenden Facebook-Post beschrieben wird. Das Management der Airline ruft dort die «Bürger der Welt» auf, dabei zu helfen, das Flugzeug wieder aufzubauen. Man wolle einen Internationalen Fonds für die Wiederbelebung des Transportflugzeugs  einrichten. Auch Kontonummern einer ukrainischen Bank, sowie eines Euro- und Dollarkontos werden angegeben.

Aus den ukrainischen Luftfahrtkreisen heißt es, dabei handele es sich schlicht um die normalen Firmenkonten. «So können sie dieses Geld verwenden, um die Unterkunft der Direktoren in Europa zu bezahlen.» Man zweifele auch an, dass alle im Management der Airline wirklich die Interessen der Ukraine im Blick hätten. «Es gibt eine Menge Leute, die als russische Agenten betrachtet werden könnten», heißt es. 

Russische als italienische Teile deklariert?

Das ukrainische Portal Avianews schreibt etwa, dass Antonov trotz eines Verbots immer noch Komponenten aus Russland für die Montage von Flugzeugen verwendet habe. Man habe diese über ausländische Firmen bezogen und als italienische Teile deklariert.

Es sei bei Weitem nicht sicher, dass das Geld, nach dem das Management nun verlange, wirklich für den Wiederaufbau der Mriya verwendet werde, heißt es auch bei Avianews. Die Kosten dafür wären laut ukrainischem Staat ohnehin immens. Man bezifferte sie mit rund drei Milliarden Euro. Fünf Jahre würde es dauern, die An-225 wiederherzustellen.

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