Vorhang auf für die neue Firma: China und Russland arbeiten zusammen.

Russisch-chinesischer LangstreckenjetAngriff auf Dreamliner und Airbus A350

Russland und China haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Es wird ein neues Langstreckenflugzeug bauen, das Airbus und Boeing Marktanteile abjagen soll.

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Das Projekt wird konkret. Nachdem Russland und China vor einem Jahr eine Absichtserklärung unterzeichneten, gründeten sie am Montag (22. Mai) ein gemeinsames Unternehmen. China-Russia Commercial Aircraft International Company oder abgekürzt Craic heißt es und hat seinen Sitz in Shanghai. Besitzer sind die beiden nationalen Flugzeughersteller Commercial Aircraft Corporation of China und United Aircraft Corporation of Russia.

Das russisch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen hat vorerst eine einzige Aufgabe. Es soll in den kommenden Jahren ein neues Langstreckenflugzeug entwickeln, bauen und vermarkten. Dabei soll das Knowhow der beiden Partnerunternehmen einfließen. Russland kann den erprobten Sukhoi Superjet 100 und die vor dem Erstflug stehende größere MS-21 anbieten. China hat die kleinere ARJ21 und die in der Testphase stehende größere Comac C919 vorzuweisen.

Billiger als Dreamliner und A350

Neu ist die Idee nicht. Schon länger wurde daran herum studiert. Bislang war bekannt, dass der neue Langstreckenflieger zweistrahlig sein, 280 Passagiere in drei Klassen fassen und eine Reichweite von 12.000 Kilometer aufweisen wird. Diese Eckpunkte wurden bei der offiziellen Lancierung nochmals bestätigt. Zudem wurde erklärt, dass eine größere und eine kleinere Version des Flugzeuges geplant sind. Sie sollen rund 10 bis 15 Prozent billiger sein als die Konkurrenzmodelle von Airbus (A350) und Boeing (787 Dreamliner).

Die beiden Partner rechnen damit, einen Marktanteil von rund 10 Prozent erobern zu können - für einen Newcomer wäre das nicht schlecht. Comac arbeitet bereits an einem Langstreckenflieger C929, der in der Entwurfsphase steckt. Diese Vorarbeiten werden wohl in das neue Modell einfließen. United Aircraft Corporation of Russia entwickelt eine Neuversion der Ilyushin Il-96. Auch dieses Knowhow soll in den neuen Langstreckenjet einfließen.

Il-96 Neo bleibt russischer Plan

Die Triebwerke des derzeit oftmals C929 genannten Fliegers werden von Rolls Royce oder General Electric kommen, bis ein eigener Motor zur Verfügung steht, der stark genug ist. Zusammengebaut wird der Jet in Shanghai.

Das russische Projekt Il-96 Neo wird aber parallel weiterverfolgt, da es anders ausgerichtet ist. Der Langstreckenflieger fasst in der heutigen Version in zwei Klassen bis zu 386 Passagiere.

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