GPS-Satellit: Störte Russland das System absichtlich?

FinnlandAn Russlands Grenze fiel im Cockpit plötzlich das GPS-Signal aus

Piloten und Pilotinnen bemerkten in den letzten Tagen entlang der finnisch-russischen Grenze Störungen des GPS-Signals. Steckt Russland dahinter?

Top-Jobs

LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

VIP Flight Attendant (f/m/d) (full time)

Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Luftaufsicht, Erlaubnisse

Schönefeld (bei Berlin)
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in örtliche Luftaufsicht (2 Stellen)

Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Schönefeld (bei Berlin)

Es sind ungewöhnliche Vorkommnisse. Mehr als zehn Mal meldeten Piloten und Pilotinnen von Finnair in den letzten Tagen Störungen des GPS-Signals. Und es passierte immer in der gleichen Region - entlang der Grenze zu Russland.

Auch Transaviabaltika spürte das Problem. Die Fluggesellschaft, die im Auftrag des finnischen Staates zwischen Helsinki und Savonlinna im Osten des Landes fliegt, konnte ihre Flüge während drei Tagen nicht durchführen. Insgesamt 18 Flüge fielen deshalb aus oder mussten auf dem Weg umkehren. Weil ein zuverlässiges GPS-Signal fehlte, war es nicht möglich, am kleinen Flughafen zu landen.

Behörde warnt vor Störungen

In einer Anordnung an Cockpitpersonal (Englisch: Notam) warnte deshalb die finnische Verkehrsbehörde Traficom vor Störungen des GPS-Signals in der Region der Städte Mikkeli, Jyväskylä und Kuopio. «Ich kann mich nicht erinnern, dass es in letzter Zeit solche Vorfälle gegeben hat», sagte Jari Pöntinen, Direktor für Luftfahrt bei Traficom, der Zeitung Helsingin Sanomat. Die Warnung gilt für Flughöhen bis zu 20.000 Fuß, also bis 6100 Meter.

Warum die Störung über mehrere Tage auftrat, ist nicht bekannt. Es gibt jedoch nur zwei mögliche Erklärungen. Sonnenstürme können zu Störungen des GPS-Signals führen. Oder das Signal wurde absichtlich beeinträchtigt. «Es besteht der dringende Verdacht, dass es sich um einen staatlichen Akteur handelt», erklärte die Informatikerin Laura Ruotsalainen von der Universität Helsinki dem Helsinkin Sanomat.

Zum Zeitpunkt fanden Nato-Diskussionen statt

Die Expertin fügte an: «Man könnte meinen, es handele sich um Cyber-Kriegsführung». Die Luftfahrt sei aber jedoch kaum das eigentliche Ziel der Angreifer gewesen, so Ruotsalainen. Sie glaubt, dass Russland hinter der Störung steht. Denn passiert ist sie just, als US-Präsident Joe Biden sich mit seinem finnischen Pendant Sauli Niinistö traf, um über eine engere Zusammenarbeit Finnlands mit der Nato zu besprechen.

Eine ähnliche GPS-Störung an Finnlands Ost-Grenze hatte es 2018 bereits einmal gegeben. Damals fand gerade eine Nato-Übung in Nordfinnland statt. Russland wurde als Täter verdächtigt.

Keine akute Gefahr für Flugzeuge

GPS wird in der Luftfahrt für die Navigation gebraucht, aber auch für Landungen an Flughäfen, an denen andere Hilfssysteme nicht vorhanden sind. Das satellitengestützte Ortungssystem ist aber nicht essentiell. Eine Gefahr bestand beim aktuellen Ausfall daher nicht.

Mehr zum Thema

Passagierjet: Positionsbestimmung mit GPS.

Militärische Tests gefährden Passagierjets

Die Milliarden-Dollar-teure Technik könnte mit biligeren Programmen geknackt werden.

Hacker warnen vor neuer Technik

Sonnensturm: Kann Kommunikation beeinträchtigen.

Sonnenstürme stören Flugzeug-GPS

ilyushin il 114 300

So sollen russische Flugzeuge künftig in Indien gebaut werden

Video

Zwei der drei Löschfahrzeuge am Flughafen St. Helena: Weil alle Fahrzeuge defekt sind, darf der Flughafen kein Flüge mehr abfertigen.
Die Atlantikinsel St. Helena ist aktuell nicht mehr per Flugzeug erreichbar. Alle drei Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sind defekt. Wann der Flugverkehr wieder starten kann, ist unklar.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A350 von Air France nach der Landung in Abidjan: Die Passagiere konnten das Flugzeug über Treppen verlassen.
Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Ein Airbus A350 von Air France bog nach der Landung in Abidjan falsch ab und blieb stecken. Er musste aufwändig geborgen werden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Tu-214 in einer Halle: S7 Airlines steht kurz vor der Bestellung von 100 Exemplaren.
Russlands Fluglinien brauchen dringend neue Flugzeuge. Die beiden größten des Landes, Aeroflot und S7 Airlines, reagieren nun mit Großbestellungen - sie wollen 190 Tupolev Tu-214 und Yakovlev MS-21 ordern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies