Passagierjet: Positionsbestimmung mit GPS.

Störung der GPS-DatenMilitärische Tests gefährden Passagierjets

Das amerikanische Militär macht Tests zur Störung von GPS-Daten. Das bringt viel mehr Passagierflieger in Gefahr, als bisher vermutet.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Das Global Positioning System GPS wurde seit den 1970er-Jahren vom amerikanischen Militär entwickelt. Mithilfe dieses Satellitensystems kann es die Positionen seiner Schiffe, Flug- und Fahrzeuge sowie Truppen besser orten. Heutzutage verfügt fast jedes Smartphone über eine GPS-Funktion, um Navigations-Apps zu nutzen und das Handy zu orten.

Und auch Piloten von Fluggesellschaften navigieren ihre Maschinen mithilfe von GPS-Daten. Zugleich hat aber auch das Militär nicht aufgehört, sich mit dem System zu beschäftigten. So stört das amerikanische Militär absichtlich und regelmäßig GPS-Signale. So kann es testen, wie die eigenen Truppen ohne korrekte GPS-Daten agieren. Zudem kann es dadurch eigene Störsysteme sowie Störabwehrsysteme entwickeln und erproben.

21 Vorfälle an nur einem Tag

Das hat auch Folgen für die GPS-Navigation der zivilen Luftfahrt - und das in viel größerem Maße als bisher angenommen, wie das Magazin IEEE Spectrum berichtet. Demnach waren in den USA aus den vergangen acht Jahren bislang nur rund 90 Fälle bekannt, über die Piloten im Aviation Safety Reporting System der Nasa berichteten, die meisten 2019 und 2020.

Nun konnte das Magazin jedoch Daten der Luftfahrtbehörde FAA einsehen, welche alleine für einige Monate in den Jahren 2017 und 2018 Hunderte GPS-Störung im zivilen Flugverkehr in der Nähe von Militärtests dokumentieren. An einem einzigen Tag im März 2018 gab es in der Nähe von Los Angeles 21 Vorfälle - betroffen waren ein Rettungshubschrauber, mehrere Privatjets und rund ein Dutzend Passagierflieger.

GPS-Daten manipuliert

Jeder dieser Vorfälle birgt eine potenzielle Gefahr. Ein Fall, der im Reporting-System der Nasa beschrieben ist, dreht sich etwa um einen Flug im Bundesstaat Idaho im August 2018. Bei nebligen Bedingungen wurde das GPS des Flugzeuges gestört, ohne dass die Cockpitcrew dies direkt bemerkte. Die Fluglotsen berichteten, nur ihr Hinweis an die Piloten habe in letzter Minute verhindert, dass die Maschine in einen Berg raste.

Die militärischen Störungen können laut dem Magazin zum einen dazu führen, dass das GPS-Signal komplett ausfällt. Zum anderen ist es aber auch möglich - und meist viel gefährlicher -, dass die Daten manipuliert werden. So gibt es Berichte von Piloten, die irgendwann bemerkten, dass der Autopilot ihre Maschine aufgrund veränderter GPS-Daten auf einen völlig anderen Kurs lenkte, teilweise gefährlich nahe an andere Flieger heran.

Warnungen für riesige Gebiete

Um all das zu verhindern, gibt es Warnungen. Das Militär veröffentlichte sogenannte Notices to Airmen, kurz Notam, um Piloten und Lotsen vor den Tests zu warnen. Das Problem: Diese Warnungen decken teilweise riesige Gebiete ab, etwa den Bundesstaat Texas oder den ganzen Südwesten der USA. Das bedeutet nicht, dass im gesamten Gebiet tatsächlich Störungen auftreten, sondern dass dies möglich ist. Die meisten Piloten erleben dort also trotz Warnung nichts - und stumpfen womöglich mit der Zeit ab, was die Gefahr angeht.

Mehr zum Thema

Sonnensturm: Kann Kommunikation beeinträchtigen.

Sonnenstürme stören Flugzeug-GPS

Airbus A350 hebt ganz von alleine ab

Airbus A350 hebt ganz von alleine ab

Piste 32 des Flughafens Zürich: Steht eine Umbenennung an?

Wie der magnetische Nordpol Pisten beeinflusst

Boeing AH-64 Apache: Absolvierte seinen Erstflug im September 1975.

Boeing AH-64 Apache: Der Krieger, der nicht in Rente geht

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin