Produktion bei Boeing: Etliche Abgänge.

Tech- und Online-FirmenAmazon und Co. machen Boeing Fachkräfte streitig

In der 737-Max- und in der Corona-Krise baute Boeing Personal ab. Firmen wie Amazon und Space X machen dem Hersteller zudem Konkurrenz. Wird das zum Problem?

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Boeing tut sich aktuell zwar schwer, die Produktionsprobleme bei der 787 in der Griff zu bekommen. Doch das wichtigste Projekt des Flugzeugbauers läuft recht reibungslos: die Rückkehr der 737 Max. Natürlich gibt es weiterhin Stornierungen und es fehlt zum Beispiel noch die Rezertifizierung in China. Doch Boeing liefert aus, immer mehr Kunden nehmen den Flieger in Betrieb, neue Orders kommen herein und die 737 Max 10 hat den Erstflug absolviert. Das soll die Basis sein, auf der Boeing zu alter Stärke zurückkehren will.

Allerdings könnte es auf diesem Weg ein Problem geben. «Wir fragen uns, ob Boeing unter einem Brain Drain leidet, da potenziell zu viele erfahrene Ingenieure das Unternehmen in den vergangenen Jahren verlassen haben», sagt gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg Ron Epstein, Analyst bei der Bank of America und früher selber bei Boeing beschäftigt. Neuere Rekrutierungen könnten die Lücke nicht ausreichend gefüllt haben.

Von der Boeing-737-Produktion zu Amazon

Der Begriff Brain Drain bezeichnet die Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften. Und Boeing haben allein seit Anfang 2020 laut Bloomberg-Angaben mehr als 3200 Ingenieure und technische Mitarbeitende verlassen. Oft umwerben und engagieren Unternehmen wie Amazon und Space X diejenigen, die den Flugzeugbauer verlassen.

Amazon setzt hochqualifizierte Ex-Boeing-Angestellten etwa ein, wenn es um die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern in den Lagern geht. So nennt Bloomberg etwa einen hochrangigen Mitarbeiter, der bei Boeing dafür zuständig war, die 737-Produktion effizienter zu gestalten, im März aber zu Amazon wechselte.

Mittlerweile rekrutiert auch Boeing wieder

Ein prominentes Beispiel ist Robert Whittington. Er war mehr als 33 Jahre für Boeing tätig, unter anderem als Chefingenieur für 767, 777 und 787. Im April 2020 ging er in den Ruhestand. Dort hielt es es allerdings nicht lange aus. Seit November ist Whittington Technikvorstand bei Amazons eigener Frachtfluggesellschaft Prime Air. Die braucht qualifiziertes Personal nicht nur für die Jets, sondern auch für ihren Lieferdrohnen-Dienst.

Umgekehrt kann auch Boeing Erfolge vermelden. So machte der Flugzeugbauer im November 2020 Jinnah Dylan Hosein zum Software-Chef, der zuvor bei Google, Tesla, Aurora und Space X tätig war. Nach dem Neustart der 737 Max blickt Boeing auch wieder optimistischer in die Zukunft und hat kürzlich eine virtuelle Jobmesse für Ingenieure abgehalten. Dennoch sind sich Experten uneins, ob die Einschnitte beim hochqualifizierten Personal nicht womöglich zu tief waren, um nun zügig gegensteuern zu können.

Neues Flugzeug als große Aufgabe und Chance

Wichtig wird in dieser Hinsicht Boeings große Herausforderung bei den Passagierjets: Die Entwicklung eines ganz neuen Flugzeuges. Dafür braucht es großartige Ingenieure, von denen Boeing etliche verloren hat. Zum anderen ist es auch eine Chance, neue Top-Talente zu engagieren, die sich von genauer solch einer Herausforderung angezogen fühlen.

Mehr zum Thema

Amazon Air in Köln: Die Fluglinie soll in den nächsten Monaten noch weiter wachsen.

Wie Amazon sich nach und nach zum Frachtriesen mausert

Amazon löst Boeing als größter Arbeitgeber ab

Amazon löst Boeing als größter Arbeitgeber ab

Boeing 777 X im Flug: Unkontrollierte Bewegung macht der amerikanischen Luftfahrtbehörde Sorgen.

Panne bei einem Testflug der Boeing 777X

ticker-boeing-1

Boeing führt neues Pilotentrainingssystem in Thailand ein

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack