Blick auf eine Flughafen aus der Luft: Piste, Rollwege und Vorfeld.

ÜberblickRollwege, Pisten, Kreuzungen: So ist ein Flughafen markiert und beschildert

Ein falscher Einstiegspunkt auf der Startbahn wurde kürzlich einem Easyjet-Airbus in London-Luton fast zum Verhängnis. Der Vorfall zeigt, wie komplex das System aus Rollwegen, Kreuzungspunkten und Pistenmarkierungen ist und warum jede Bezeichnung einen konkreten Sicherheitszweck hat.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Im Juni 2025 ist ein Airbus A320 von Easyjet in London-Luton vom falschen Punkt auf der Start- und Landebahn gestartet, wie aus dem gerade erschienenen Abschlussbericht der britischen Unfalluntersuchungsbehörde AAIB hervorgeht. Der Airbus hätte die gesamte Startbahnlänge nutzen sollen, rollte aber nur bis zum Zwischenpunkt Alpha vor, drehte von dort auf die Piste ein und startete Richtung Málaga. Am Ende der Bahn war das Flugzeug gerade einmal 20 Meter hoch. Verletzt wurde niemand, dennoch stuft die AAIB den Vorfall als schweren Zwischenfall ein.

Doch was bedeutet Startpunkt Alpha? Welche Bezeichnungen haben Rollwege und ihre Kreuzungspunkte? Und was haben die roten, weißen und gelben Linien auf dem Vorfeld zu bedeuten? Die Antworten stehen im Annex 14 der Icao, der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation, dem Regelwerk, das festlegt, wie ein Flughafen markiert und beschildert sein muss.

Jeder Punkt muss konkret bezeichnet sein

Der luftseitige Bereich eines Flughafens besteht aus verschiedenen Wegen und Flächen. Die Start- und Landebahn wird auch als Piste bezeichnet und ist der einzige Ort, an dem Flugzeuge abheben oder landen. Auf allen anderen Flächen ist das untersagt. Die Wege, auf denen Flugzeuge vom Terminal zur Piste rollen, heißen Rollwege oder Taxiways. Die Fläche vor dem Terminal, auf dem Flugzeuge parken, betankt und beladen werden, ist das Vorfeld oder Apron. Der einzelne Parkplatz eines Flugzeugs ist der Standplatz.

Jeder Rollweg, jeder Standplatz und jede Piste hat eine eigene Bezeichnung. Taxiways können an großen Flughäfen nach Buchstaben benannt werden: Alpha, Bravo, Charlie und so weiter. Allerdings ist diese Bezeichnung dabei nicht fix. Die Icao schreibt vor, dass Rollwege eindeutig bezeichnet sein müssen und die Buchstaben I, O und X vermieden werden, weil I und O zu leicht mit den Ziffern 1 und 0 verwechselt werden können und das X als Warnsignal gilt.

Vorfelder auch nach Icao-Alphbet

Taxiways werden zwar in der Regel mit Buchstaben bezeichnet A, B, C, doch Flughäfen zeigen dabei durchaus Kreativität. Das berichtet ein Pilot gegenüber aeroTELEGRAPH. Auf Mallorca gibt es auch Taxiways, die die Bezeichnungen «North» und «South» haben.

Auch die Vorfelder selbst können nach dem Icao-Alphabet benannt sein. Am Flughafen Köln/Bonn haben die verschiedenen Apron-Bereiche Bezeichnungen wie Delta, Echo oder Foxtrot. Die einzelnen Standplätze innerhalb eines solchen Bereichs erhalten dann meist eine Zahl, zum Beispiel «Delta 12» oder «Foxtrot 3».

Pisten immer zum Nordpol

Und so kann jeder Flughafen selbst entscheiden. In Frankfurt heißen die Rollwege entlang der Startbahnen N1 bis N6 und S1 bis S6 – N für Nord, S für Süd. In Zürich gibt es Rollwege mit Buchstaben wie A, B, E oder K, ohne geografisches Prinzip dahinter. Am Berliner Flughafen BER trägt die Nordbahn die Rollwege M1 bis M8, die Südbahn L1 bis L8, wobei die Zahlen jeweils von Ost nach West zählen.

Pisten werden international immer gleich nach ihrer magnetischen Ausrichtung benannt. Die Zahl auf der Bahn ist die Kompassrichtung in Grad, geteilt durch zehn und gerundet. Eine Bahn, die nach Westen zeigt, liegt bei etwa 270 Grad, geteilt durch zehn ergibt das 27, also heißt sie Runway 27. Wird die Piste von der anderen Seite angeflogen, zeigt dieselbe Bahn nach Osten, also 90 Grad, geteilt durch zehn: Runway 09. Jede Piste hat damit immer zwei Namen, je nachdem, in welche Richtung man sie benutzt. Regelmäßig müssen die Pisten umbenannt werden, wenn sich der Nordpol ändert.

Verschiedene Arten von Kreuzungen

Gibt es zwei parallele Bahnen nebeneinander, bekommen sie zusätzlich die Buchstaben L und R für Left und Right. Bei drei parallelen Bahnen kommt C für Center dazu. Frankfurt hat zum Beispiel die Bahnen 07L, 07C und 07R. In Berlin sind es die 06R/24L und 06R/24R. Standplätze werden je nach Flughafen mit Buchstaben, Zahlen oder einer Kombination aus beidem bezeichnet.

Rollt ein Flugzeug jetzt vom Terminal zur Piste, muss es je nach Größe des Airports viele Kreuzungen überqueren. Dabei wird unterschieden in Kreuzungen an zwei Rollwegen. Diese erhalten keine eigene Bezeichnung. Der Lotse sagt zum Beispiel «hold short of Taxiway Bravo» und der Pilot weiß, dass er an der Kreuzung warten muss, bevor er Rollweg Bravo überquert.

Plan vom Flughafen Berlin Brandenburg

Berlin und Frankfurt Kombination aus Rollweg und Nummer

Dann gibt es Kreuzungspunkte zwischen Rollweg und Piste. Diese haben konkrete Bezeichnungen, weil sie wegen der startenden und landenden Flugzeuge sicherheitskritisch sind. Es muss eindeutig sein, an welchem Punkt ein Flugzeug auf die Bahn einbiegt, denn davon hängt ab, wie viel Startbahnlänge noch zur Verfügung steht.

Diese Punkte tragen Buchstaben wie Alpha oder Bravo, oder Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen. In Berlin sind die Intersections schlicht durch die Rollwegnamen definiert, beispielsweise M1 bis M8. In Frankfurt ist das Rollwegsystem sehr weitverzweigt. Die Hauptrollewege tragen die Bezeichnungen N, L, M, S, R, U und T, jeweils mit Nummern wie N1, L1.

Piloten nutzten Moving Maps auf dem ipad

Wie der Pilot weiter gegenüber aeroTELEGRAPH erklärt, helfen an großen Flughäfen heute sogenannte Moving Maps dabei. Auf dem iPad können Piloten in Echtzeit verfolgen, wo sie sich auf dem Rollfeld befinden. Neuere Flugzeuge wie der Airbus A350 haben solche Moving Maps sogar direkt ins Navigations-Display integriert.

Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Video

boeing 777 300 er jetairwass vt jeq
Mehr als sieben Jahre stand eine Boeing 777-300 ER der einstigen indischen Fluglinie am Flughafen Mumbai. Jetzt hat der Langstreckenjet von Jet Airways Indien verlassen - immer noch in der alten Lackierung.
Timo Nowack
Timo Nowack
De Havilland Canada Dash 8-400 von Air Uniqon: Die Flüge werden von Avanti Air durchgeführt.
Die Erwartungen waren groß, die Nachfrage offenbar zu klein. Air Uniqon hat ihre Verbindung zwischen Friedrichshafen und Düsseldorf nach gut einem halben Jahr eingestellt. Für die virtuelle deutsche Airline wird nun der Winter zur entscheidenden Bewährungsprobe.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin