Boeing 777 von PIA:  Seit Jahren setzen sich Beschäftigte ins Ausland ab.

Asyl beantragtZum achten Mal bleibt eine pakistanische Flugbegleiterin in Kanada zurück

Auch 2024 setzt sich Kabinenpersonal nach Kanada ab. Die Airline reagiert mit einer Altersgrenze für Kanada-Flüge. Doch das Problem sitzt tiefer.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Es stand schonmal besser um Pakistan International Airlines, kurz PIA. 2006 war sie weltweit die Erstbetreiberin der Boeing 777-200 LR. Außerdem war sie die erste Fluggesellschaft in Südasien, die eine Sitzplatzreservierung per Mobiltelefon ermöglichte. Heute steht die Airline mit einem Schuldenberg von rund 7,1 Milliarden US-Dollar mit dem Rücken zur Wand. Aktuell arbeitet sie mit Beratern an einer Restrukturierung.

Aufgrund der Schuldenlast muss PIA immer wieder Flüge streichen. Mal ist fehlendes Kerosin der Grund, weil der pakistanische Mineralölkonzern die Airline nicht mehr mit Kerosin beliefert. Mal müssen Flugzeuge am Boden bleiben, weil PIA sich die Ersatzteile nicht mehr leisten kann. Ein weiterer Grund ist Personalmangel. Und noch ein anderes Problem plagt die Airline: Immer wieder setzt sich Personal im Ausland ab.

Flugbegleitende bleiben in Kanada

Besonders beliebt ist Kanada. Mindestens acht Flugbegleitende haben seit 2018 im zweitgrößten Land der Erde nach Ihrer Ankunft Asyl beantragt. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 18. Januar. Die Flugbegleiterin war Teil der Crew von Pakistan-Airlines-Flug PK 781 von Islamabad nach Toronto. Zwei Tage später sollte der Rückflug nach Karachi starten - die Flugbegleiterin erschien nicht.

Der Sprecher von Pakistan International Airlines bestätigte gegenüber The Media Line den Vorfall und gab Kanada die Schuld. «Wir tun alles, was wir können, um dies zu verhindern, aber das kanadische Recht ist so liberal, dass sich unsere Maßnahmen als kontraproduktiv erwiesen haben», so der Sprecher.

Pässe einkassiert

Die Fluggesellschaft hat teils scharfe Richtlinien erlassen, um gegen das Problem vorzugehen. So müssen das Flugbegleitende nach der Ankunft im Ausland ihre Pässe beim Stationsleiter abgeben. Erst kurz vor dem Rückflug bekommen sie diese zurück.

Ebenfalls wird überprüft, ob die Besatzungsmitglieder im Hotel eingecheckt haben. Hotels sind angewiesen worden, jede Unstimmigkeit zu melden. Dazu gehört auch, dass die Besatzung nachts das Hotel nicht mehr verlassen darf.

Nach Kanada nur noch über 50-jährige

Geholfen hat es nicht viel. Die Flucht ins Ausland ging weiter. Laut dem Sprecher hat die Fluggesellschaft kürzlich neue Regeln speziell für Kanada erlassen. Statt jungen Frauen setzt Pakistan International Airlines nach Kanada nur noch Kabinenpersonal ein, das über 50 Jahre alt ist.

Einigen Quellen zufolge ist die Welle des Verschwindens auf niedrige Gehälter der Flugbesatzungen und die Angst vor einem Privatisierungsplan der Fluggesellschaft zurückzuführen. Der Staat will die Airline mit aller Macht privatisieren.

Pakistan verliert eine Million gut ausgebildete Menschen pro Jahr

Am 9. Januar hat die Privatisierungskommission des 220 Millionen Einwohner Landes die Privatisierung von 51 Prozent genehmigt. Um PIA für Investoren attraktiver zu machen, wurde im vergangenen Jahr ein Viertel der Schulden auf ein neues Unternehmen – eine Bad Company – übertragen. Bisher sind keine Angebote für die Airline bekannt.

Gleichzeitig betrifft das Problem nicht nur die Luftfahrtbranche. Pakistan steckt seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Das Land ist geprägt von Arbeitslosigkeit und Inflation. Laut einem Bericht des Bureau of Emigration and Overseas Employment haben 2023 etwa eine Million Pakistanerinnen und Pakistaner das Land verlassen. Die meisten waren gut ausgebildete junge Menschen.

Mehr zum Thema

Pakistanischer Pass: Ab sofort beim Stationsleiter abzugeben.

Das Rätsel der verschwundenen Flugbegleiter

Boeing 777 von PIA: Mit so einem Jet kam der Flugbegleiter nach Kanada.

PIA hat ein Problem mit verschollenen Flugbegleitern

ticker-pakistan

Pakistan verlängert Luftraumsperre für indische Flugzeuge

Die Boeing 737-400 BDSF mit dem Kennzeichen AP-BOI: Der einzige Flieger von K2 Airways.

Boeing 737 F meldet über dem Arabischen Meer Navigationsprobleme – dann bricht der Kontakt ab

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies