Gesucht: Überfliegerin oder Überflieger des Jahres 2025.

Abstimmung Wer hat 2025 alle überflügelt?

Wir suchen den Überflieger oder die Überfliegerin der Luftfahrtbranche 2025 - und haben sechs Vorschläge. Stimmen Sie ab.

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2024 überflügelte Dorothea von Boxberg alle anderen. Die Chefin von Brussels Airlines erhielt 24 Prozent der Stimmen der Leserinnen und Leser, als aeroTELEGRAPH den Überflieger oder die Überfliegerin des Jahres suchte. Damit verwies sie Indigo-Chef Pieter Elbers auf Platz zwei und Westjet-Chef Alexis von Hoensbroech auf Rang drei.

Auch für 2025 haben wir sechs Vorschläge aus der Luftfahrtbranche für den Überflieger oder die Überfliegerin des Jahres:

Jens Bischof, Eurowings

Im März 2020 - genau zu Beginn der Corona-Krise - nahm Jens Bischof auf dem Chefsessel von Eurowings platz. Damals war die Fluglinie noch ein Sorgenkind der Lufthansa-Gruppe. Nach der Pandemie stand sie zudem vor der Herausforderung, umzustellen von einem deutlich schwächeren Inlandsmarkt hin zu einem wachsenden europäischen Netzwerk. All das gelang Bischof, der sich dabei auch nie zu schade war, selbst werbewirksam an Bord aufzutreten, um ein neues Angebot des selbst ernannten Value Carriers zu präsentieren.

Eurowings arbeitet heute profitabel. In den ersten neun Monaten 2025 beförderte sie auf 133.000 Flügen mehr als 18 Millionen Passagiere - ein Zuwachs von über 600.000 Reisenden. Die Kundenzufriedenheit lag bei einem Net Promoter Score NPS von 42. Zudem entstand mit Eurowings Holidays ein eigener Reiseveranstalter. Somit konnte Bischof sich Ende des Jahres guten Gewissens in den Ruhestand verabschieden. Wer den fitten und umtriebigen Manager mal live erlebt hat, weiß, dass ihm dabei nicht langweilig werden wird.

Lars Wagner, MTU und Airbus

Ende August 2025 endete die Zeit von Lars Wagner als Chef von MTU Aero Engines. Zuvor hatte er die Gewinnprognose fürs Gesamtjahr noch im Juni angehoben. Und er hinterließ den Münchner Triebwerkskonzern in so einem guten Zustand, dass sein Nachfolger Johannes Bussmann Ende des dritten Quartals die Prognose erneut erhöhen konnte.

Doch die gute Bilanz von MTU war nicht Wagners einziger großer Erfolg im Jahr 2025. Mit seiner Arbeit, Qualifikation und Persönlichkeit überzeugte er auch Airbus, ihn als neue Chef der Verkehrsflugzeug-Sparte zu engagieren. Er wechselte im November zum Flugzeugbauer, wo er Anfang 2026 Christian Scherer in dieser Position ablöste. Damit nimmt Lars Wagner nun eine der wichtigsten Positionen im weltweiten Luftfahrgeschäft ein.

Skyhub PAD

Als Lufthansa ankündigte, ihre Verbindung von Paderborn/Lippstadt nach München einzustellen, stand der Regionalflughafen auf einmal ohne Drehkreuz-Anbindung da. Doch damit wollte man sich in wirtschaftsstarken Region nicht abfinden - und so entstand als regionale Initiative die virtuelle Airline Skyhub PAD. Geschäftsführer Klaus Marx und sein Team gelang es, mit DAT einen verlässlichen Partner für die Durchführung der Flüge nach München zu finden. Zudem überzeugten sie Lufthansa zuerst von einer Interline- und dann auch von einer Codeshare-Zusammenarbeit. So landen die Flieger von Skyhub PAD am süddeutschen Drehkreuz am Terminal 2, was wichtig für die Umsteigepassagiere ist.

Wird Skyhub PAD ein langfristiger Erfolg? Es ist noch zu früh, um das zu beurteilen. Die Leistung bis jetzt ist auf jeden Fall schon aller Ehren wert. Und das sehen auch andere so: Weitere Regionalflughäfen haben sich in Paderborn nach dem Erfolgsmodell erkundigt.

Tufan Erginbilgic, Rolls-Royce

Anfang 2023 übernahm Tufan Erginbilgic die Führung von Rolls-Royce in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Zudem kam er nicht von einem anderen Luftfahrtkonzern zum Triebwerksbauer, sondern von einer Private-Equity-Firma und davor vom Mineralölkonzern BP. Er setzte bei Rolls-Royce ein umfassendes Umbauprogramm auf, das 2025 Früchte trug. Der Triebwerkskonzern konnte im vergangenen Jahr seine finanzielle Prognose mehrmals anheben. Im Gesamtjahr peilt er einen Betriebsgewinn von bis zu 3,2 Milliarden Pfund (rund 3,7 Milliarden Euro) an. Erginbilgic profitiert auch selber vom erfolgreichen Turnaround.

Wie die Zeitung The Telegraph berichtet, steht der Rolls-Royce-Chef vor dem Erhalt eines der großzügigsten Boni, die die britische Wirtschaft je gesehen hat. Es geht um mindestens 100 Millionen Pfund (115 Millionen Euro) - dank 9,3 Millionen Aktien, die Erginbilgic bei seinem Amtsantritt erhielt. Seit damals hat sich der Aktienkurs von Rolls-Royce verzwölffacht.

Grazia Vittadini, Lufthansa

Seit Sommer 2024 hat Grazia Vittadini bei Lufthansa Group eine zentrale Rolle inne: Sie ist als Chief Technology Officer verantwortlich für die Bereiche Flotte, Technologie, Innovation, IT und Nachhaltigkeit. Seit Herbst 2024 ist sie zudem Aufsichtsrätin von Lufthansa Technik. In der Gruppe gehört zu ihren zentralen Projekten die Vereinheitlichung der IT im Konzern, die unter dem Namen One IT läuft, deren Erfolg sich langfristig zeigen muss.

Der fortschreitende Flottenumbau sowie technische Weiterentwicklungen, etwa bei der App, fielen 2025 in den Bereich von Vittadini. Dass all dies reibungslos und strukturiert funktioniert und die Kundenzufriedenheit steigt, kann sich die Managerin auf die Fahnen schreiben, auch wenn es gerade beim Flottenumbau auch Dinge gibt, auf die Lufthansa keinen Einfluss hat (Stichwort Boeing-777X-Verspätung zum Beispiel). Vittadinis Wirken steht wenig in der Öffentlichkeit, sondern bildet still im Hintergrund das technologische Rückgrat des Konzerns.

Aengus Kelly, Aercap

Aercap ist größte Flugzeugleasing-Unternehmen der Welt. Unter der Führung von Aengus Kelly hat es im Laufe des Jahres 2025 hohe Gewinne eingefahren und mehrfach die Prognosen erhöht. Doch Kelly punktete nicht nur durch die wirtschaftliche Leistung seines Unternehmens, sondern auch durch seine öffentlichen Auftritte und Aussagen.

Während Airbus und Boeing ihre neuen Modelle anpriesen, sagte der Aercap-Chef Dinge wie: «Was wir im Moment beobachten, ist, dass die neuen Flugzeuge nicht so resistent sind wie ihre Vorgängermodelle». Die neueren Modelle würden sehr wahrscheinlich «noch eine ganze Weile länger mehr Zeit in Wartungshangars verbringen als die älteren Modelle». Als Großkunde kann er sich solche Klartext-Aussagen erlauben und macht davon Gebrauch. Kelly argumentierte dabei stets ökonomisch-sachlich und fair, nie plump-konfrontativ.

Die Wahl

Und jetzt sind Sie an der Reihe: Wählen Sie mit! Ihre Stimme geht in die Gesamtwertung neben der unserer Jury ein. Sie können bis zum 11. Januar 2025 für maximal zwei Vorschläge abstimmen:

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