Airbus A220 von Swiss: Die Airline hat aktuell zu viele Flugbegleitende.

Zu viel KabinenpersonalWer bei Swiss freiwillig geht, erhält bis zu 15.000 Franken

Triebwerksprobleme, gestrichene Flüge und steigende Kosten setzen die Lufthansa-Tochter unter Druck. Weil sie weiterhin zu viele Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter besitzt, bietet Swiss diesen nun Prämien für freiwillige Kündigungen und andere Maßnahmen zur Personalreduktion an.

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Die Mitteilung wurde Ende vergangener Woche an alle rund 4500 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter verschickt. Und sie hat es in sich. Die Chefs der Kabinencrews von Swiss kündigen den Angestellten an, dass der Personalbestand noch immer zu hoch sei.

Dieser Zustand ist nicht neu. Schuld seien die Triebwerksprobleme in der Branche sowie ein Mangel beim Cockpitpersonal. Man werde «nicht wie bis dato vorgesehen in der zweiten Jahreshälfte ausgeglichene Bestände haben, sondern voraussichtlich erst im Jahr 2027», heißt es im Schreiben, das aeroTELEGRAPH vorliegt.

Unsicherheit erfordert auch «kurzfristige Kosteneinsparungen»

Das sei ein Problem, heißt es weiter. Die erneut verschärfte geopolitische Lage sowie der aktuell deutlich gestiegene Ölpreis erhöhten die Unsicherheit und den Druck auf die Finanzen. Darum brauche es auch «kurzfristige Kosteneinsparungen». Ein Weg dazu seien auch «incentivierte Maßnahmen zur Reduktion des Überbestands» in der Kabine. Im vergangenen Herbst 2025 war bekannt geworden, dass Swiss rund 400 Kabinenmitglieder zu viel besitzt.

Die Chefs des Kabinenpersonals schlagen viele Möglichkeiten vor, um den Personalüberhang zu beseitigen. Die wohl markanteste ist eine Austrittsprämie. Wer zwischen dem 13. März und dem 30. April 2026 kündigt und spätestens Ende August ausscheidet, erhält eine pauschale Entschädigung von brutto 15.000 Franken (rund 16.600 Euro) bei einer Vollanstellung. Für viele Kabinenangestellte entspricht das mehreren Monatslöhnen: Das Einstiegsgehalt ohne Spesen und Zuschlägen liegt bei Swiss derzeit bei rund 4000 Franken.

Kündigungen bei Flugbegleitenden «nicht auszuschließen»

Neben der Kündigungsprämie setzt Swiss weiterhin auf andere freiwillige Optionen. Dazu gehören etwa längere unbezahlte Urlaube in besonders stark überbesetzten Monaten oder der Wechsel in das sogenannte Study & Fly-Modell für Studentinnen und Studenten, die nebenher in der Kabine von Swiss arbeiten, bei dem ebenfalls eine Kompensation vorgesehen ist. Aber auch langzeitiger unbezahlter Urlaub, Pensumsreduktionen oder ein verlängerter Mutterschaftsurlaub werden genannt. Ziel sei es laut Management von Swiss, den Personalüberhang «rasch, effektiv und zielgerichtet zu reduzieren».

Hinter den neuen Angeboten steht jedoch auch ein deutlicher Druck. In der Mitteilung macht das Management klar, dass freiwillige Lösungen zwar bevorzugt werden – ein Scheitern dieser Strategie aber Folgen haben könnte. Wörtlich heißt es: «Sollte uns dies nicht gelingen, sind in letzter Konsequenz Kündigungen nicht auszuschließen.»

Swiss: Schritt «sorgfältig «überlegt»

Die Lage ist aus Sicht der Airline angespannt. Den Schritt habe man sich «sehr sorgfältig überlegt». Aufgrund der aktuellen Lage sei Swiss darauf angewiesen, den Überbestand rasch, effektiv und zielgerichtet zu reduzieren. Die Fluggesellschaft nahm bis zum Erscheinen des Artikels nicht Stellung.

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